Geburtshilfe

Insel Sylt: Finanzhilfen für Hebammen

Foto: Aline Braun / HA

Die drei Geburtshelferinnen erhalten 35.000 Euro jährlich – Rufbereitschaft dennoch auf der Kippe.

Westerland. Sylts Hebammen bekommen einen staatlichen Zuschuss: Am Donnerstagabend haben die Vertreter der Gemeinde Sylt, deren Bürgermeister Nikolas Häckel ist, knapp 35.000 Euro für die drei freiberuflichen Sylter Hebammen bewilligt. Das Geld wird für die Finanzierung einer 24-stündigen Rufbereitschaft an 365 Tagen im Jahr bereitgestellt. 100 Euro pro Dienst sollen die Hebammen bekommen. Auch die Haftpflichtversicherung in Höhe von knapp 6.300 Euro pro Hebamme wird bezahlt. An den Kosten beteiligen sich auch die gesetzlichen Krankenkassen, das Land Schleswig-Holstein sowie der Kreis Nordfriesland mit insgesamt weiteren 44.700 Euro.

Der Hintergrund: Im Januar 2014 hat die Asklepios Nordseeklinik die Geburtshilfestation in Wenningstedt auf Sylt geschlossen. Seitdem wird den werdenden Müttern empfohlen, zwei Wochen vor der Geburt eine Klinik auf dem Festland aufzusuchen. Auch eine Rufbereitschaft für die drei Hebammen ist bislang nicht geregelt. Bislang war das Argument der Hebammen für die nicht vorhandene Rufbereitschaft die fehlende Bezahlung. Nun, da diese geregelt ist, sollte es am 1. Oktober losgehen können mit dem Bereitschaftsdienst. Eigentlich. Denn die Hebammen sind sich untereinander nicht einig.

Zwei von ihnen wollen den vorliegenden Vertrag mit dem Kreis Nordfriesland, der die Rufbereitschaft regeln soll, so nicht unterschreiben. Ein Fachanwalt hatte Bedenken geäußert. Cornelia Bäcker hingegen, die dritte Hebamme im Bunde, wird dem vorliegenden Vertrag hingegen zustimmen. „Für mich ist er in Ordnung. Lediglich die Anzahl der Bereitschaftsdienste muss mit aufgenommen werden“, so Bäcker. An 20 Tagen im Monat will sie für die werdenden Mütter erreichbar sein. Eine lückenlose Rufbereitschaft an 365 Tagen im Jahr, so wie ihn sich Sylt und der Kreis Nordfriesland gewünscht hatten, steht damit erneut auf der Kippe.