Husum

Ermittlungen nach spektakulärem Waffenfund dauern an

Staatsanwaltschaft Flensburg präsentiert eine Woche nach dem spektakulären Fund die Waffen aus dem Lager des Weltkriegssammlers.

Winnert/Husum.  Eine Woche nach dem Fund eines Waffenlagers im nordfriesischen Winnert rätseln die Ermittler, woher der 35 Jahre alte Besitzer die zum Teil hoch explosive Sammlung hatte. „Dem wird nachgegangen“, sagte die Flensburger Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Dienstag bei der Präsentation einer Auswahl der beschlagnahmten Waffen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gab sich der Mann als harmloser Sammler. „Ob es weitere Motive gibt, werden wir in der nächsten Zeit überprüfen“, sagte Stahlmann-Liebelt.

Auf die Spur des 35-Jährigen waren Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) durch Zufall gekommen. Auslöser waren Routine-Ermittlungen des BKA im Zusammenhang mit sogenannten Dekorationswaffen. Bei einer Überprüfung im Haus des Nordfriesen hatten die Beamten unter anderem 90 Kilogramm TNT-Sprengstoff, zwei Panzerfäuste und eine russische Landmine entdeckt - dazu 39 Gewehre, Maschinengewehre und Maschinenpistolen sowie diverse Revolver, Kisten mit Munition und illegale Feuerwerkskörper.

Sprengstoffexperten mussten eine Handgranate im Garten sprengen, weil der Sicherungsstift durch einen Kabelbinder ersetzt war. Zwei Tage brauchten die Spezialisten, um das Arsenal des 35-Jährigen abzutransportieren. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals ein solches Arsenal gefunden haben“, sagte Stahlmann-Liebelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Dazu kommen mögliche Verstöße gegen das Waffengesetz. „Es wurden sehr viele Waffen sichergestellt. Jetzt muss im Einzelnen geprüft werden, welche Genehmigung man benötigt für welche Waffe“, erklärte Stahlmann-Liebelt. „Soweit uns bekannt ist, lag überhaupt keine Genehmigung vor.“ Einen Haftbefehl will die Staatsanwaltschaft nicht beantragen: „Dazu fehlen die Haftgründe.“ Der Waffennarr hat den Angaben zufolge keine Vorstrafen.