Hells Angels

Ex-Rocker-Chef schweigt zu Vergewaltigungs-Vorwürfen

Zwei Hells Angels Mitglieder tragen ihre Weste mit Logo (Symbolfoto)

Zwei Hells Angels Mitglieder tragen ihre Weste mit Logo (Symbolfoto)

Foto: Franziska Kraufmann / dpa

Ein früherer Vize-Chef der verbotenen Kieler Hells Angels soll eine junge Frau brutal vergewaltigt haben. Zu Prozessbeginn schwieg er.

Kiel. Der frühere Vize-Chef der verbotenen Kieler Hells Angels steht wegen Vergewaltigung einer mutmaßlichen Zwangsprostituierten erneut vor Gericht - über zweieinhalb Jahre nachdem zwei erste Prozesse geplatzt sind. Die Anklage wirft dem 57-Jährigen vor, zwischen September 2010 und März 2011 eine damals 20-Jährige Zwangsprostituierte drei Mal auf besonders erniedrigende Weise vergewaltigt zu haben. Zum Prozessauftakt am Dienstag schwieg der Rocker vor dem Kieler Landgericht.

Sein Verteidiger drückte in einer kurzen Erklärung die Sorge aus, dass der Prozess zu einer „Abrechnung mit den Hells Angels und deren aufgelöster Unterstützungstruppe Legion 81“ geraten könne. Diese Bedenken wies das Gericht zurück.

Die junge Frau ist Nebenklägerin, Hauptbelastungszeugin und im Zeugenschutzprogramm. Sie erlitt ein schweres seelisches Trauma, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte verging sich demnach „in besonders erniedrigender Weise“ an der sich heftig wehrenden Frau.

Über die Vergewaltigungen hatte sie erstmals im Prozess gegen den Ex-Boss der Legion 81, einer aufgelösten Unterstützertruppe der Hells Angels, berichtet. Der zu mehrjähriger Haft verurteilte Rocker soll die Vergewaltigungen gebilligt haben. Zu ihrer damaligen Aussage wollte das Gericht am Dienstag auch den Vorsitzenden der damaligen Kammer vernehmen.

Der erste Prozess scheiterte wegen eines Befangenheitsantrags gegen einen Schöffen. Der zweite Prozess platzte wegen einer Risikoschwangerschaft der Zeugin.