Schleswig-Holstein

Schluss mit pfandfreien Dosen an dänischer Grenze

Kein pfandfreies Bier im Grenzhandel mehr: Auch die Dänen sollen künftig Pfand bezahlen. Einigung nach jahrelangem Streit.

Kiel/Kopenhagen. Dänen sollen künftig nicht mehr pfandfrei Bier- und Limonadendosen im schleswig-holsteinischen Grenzhandel einkaufen dürfen. Nach jahrelangem Streit haben sich Schleswig-Holstein und Dänemark auf ein entsprechendes Abkommen geeinigt. Die dänische Umweltministerin hat die Vereinbarung bereits unterschrieben. Jetzt liegt sie in den Ministerien in Berlin und Kiel zur Prüfung. Das „Joint Statement“ soll im Juni unterzeichnet werden, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums.

In Dänemark hatte die Ausnahmeregelung schon lange für Ärger gesorgt. Umweltschützer beklagen, dass Hunderttausende in Deutschland gekaufte Dosen nicht recycelt, sondern einfach weggeworfen würden - im schlimmsten Fall in der freien Natur. Grenzhändler und Opposition in Schleswig-Holstein schlagen derweil Alarm. Sie fürchten Umsatzeinbußen in Millionenhöhe und den Verlust von Arbeitsplätzen im Grenzhandel.

Da Mecklenburg-Vorpommern sich an der Vereinbarung nicht beteiligt, überlegt der größte Grenzhändler Fleggaard einem Bericht des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages vom Wochenende zufolge, dieses Schlupfloch zu nutzen. Demnach sollen die Kunden ihre Vorräte per Internet in der Filiale in Rostock bestellen - und in einem schleswig-holsteinischen Shop nur abholen. (dpa)