Warnstreik im Norden

Briefkästen im Norden bleiben lange leer

In der Nacht zu Dienstag legten 220 Mitarbeiter der Post in Hamburg und Lübeck die Arbeit nieder

In der Nacht zu Dienstag legten 220 Mitarbeiter der Post in Hamburg und Lübeck die Arbeit nieder

Foto: Oliver Berg / dpa

In der Nacht zu Dienstag legten Mitarbeiter in drei Briefzentren die Arbeit nieder. Rund 2,3 Millionen Sendungen sind betroffen.

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Ver.di die Warnstreiks im Norden fortgesetzt. In den beiden Hamburger Briefzentren sowie im Briefzentrum Lübeck legten in der Nacht zum Dienstag insgesamt rund 220 Beschäftigte die Arbeit nieder, wie Ver.di am frühen Dienstagmorgen mitteilte. Rund 2,3 Millionen Sendungen würden verzögert zugestellt. Insgesamt wurden sechs von acht Briefzentren in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bestreikt.

Neben den Briefzentren will Ver.di am Dienstag auch die Call-Center der Post in Hamburg und Kiel bestreiken, einschließlich der eigens eingerichteten Streikhotline. Einen Tag vor der Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen protestieren die Mitarbeiter so gegen den Aufbau von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung, in denen die Beschäftigten niedrigere Löhne erhalten. Demnach plant die Post ein Zustellnetz von 49 regionalen Gesellschaften zu schaffen.

Darin sieht Ver.di einen Bruch von Schutzvereinbarungen und fordert für 140 000 Beschäftigte eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie 5,5 Prozent mehr Lohn. Das Unternehmen hatte unter anderem angeboten, den Kündigungsschutz für die Beschäftigten um drei Jahre bis 2018 auszuweiten sowie Heiligabend und Silvester wieder als arbeitsfreie Tage einzuführen. Ver.di hatte von einer Mogelpackung gesprochen und das Angebot zurückgewiesen.