Heide

Mord im Tante Emma Laden: 13 Jahre Jugendstrafe gefordert

Der Vorsitzende Richter Eberhard Hülsing (2.v.l.) eröffnet im Landgericht in Itzehoe (Schleswig-Holstein) den Prozess gegen einen 20 Jahre alten Angeklagten aus Heide

Der Vorsitzende Richter Eberhard Hülsing (2.v.l.) eröffnet im Landgericht in Itzehoe (Schleswig-Holstein) den Prozess gegen einen 20 Jahre alten Angeklagten aus Heide

Foto: Christian Charisius / dpa

Staatsanwalt fordert 13 Jahre Jugendstrafe für angeklagten 20-Jährigen. Er soll den Inhaber eines Tante-Emma-Ladens getötet und beraubt haben.

Rund ein halbes Jahr nach dem tödlichen Überfall auf einen Tante-Emma-Laden in Heide (Kreis Dithmarschen) hat die Staatsanwaltschaft eine Jugendstrafe von 13 Jahren für den Angeklagten gefordert. Der Staatsanwalt befand den 20-Jährigen am Donnerstag vor dem Landgericht Itzehoe für schuldig, Mitte Oktober 2014 den 73 Jahre alten Inhaber des Geschäfts getötet und beraubt zu haben. Seine Beute: 20 Stangen Zigaretten.

Heide/Itzehhoe. Der Angeklagte war knapp eine Woche nach der Tat bei einer Routinekontrolle in einem Zug im niedersächsischen Rotenburg/Wümme festgenommen worden. Er hat die Tat gestanden.

Ein Gutachter bescheinigte dem 20-Jährigen einen Mangel an Empathie. Bei der Tat sei er unbarmherzig und gefühlskalt gewesen, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Mehrmals stach er demnach auf den 73-Jährigen ein, Rechtsmediziner zählten fünf Stichwunden am Hals. Am Ende habe der Angeklagte sein Opfer erwürgt, sagte der Staatsanwalt. Ein Gutachter bescheinigte dem 20-Jährigen trotz einer diagnostizierten Persönlichkeitsstörung sowie Alkohol- und Drogenmissbrauchs volle Schuldfähigkeit.

Anklagebehörde und Verteidigung werteten die Tat als Mord. Der Staatsanwalt forderte nach dem 2012 novellierten Jugendstrafrecht 13 Jahre Haft. Neuneinhalb Jahre Jugendstrafe reichen, meinte die Verteidigung. Das Urteil soll in der kommenden Woche verkündet werden.

Nach Angaben des Vertreters der Jugendgerichtshilfe hatte der Angeklagte keine leichte Jugend. Schon mit elf Jahren hätten ihn Kumpels mit Alkohol und Drogen in Kontakt gebracht, in der Folge habe er seine Pflegeeltern nicht mehr akzeptiert und die Schule geschwänzt. „Seine Adoptiveltern waren ihm körperlich unterlegen“, ergänzte der psychiatrische Sachverständige.

(dpa)