Lübeck

Nobelpreisträger Tutu hält Traueransprache für Potter

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, stehen beim Trauergottesdienst für den gestorbenen früheren Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Philip Potter, im Dom in Lübeck (Schleswig-Holstein)

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, stehen beim Trauergottesdienst für den gestorbenen früheren Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Philip Potter, im Dom in Lübeck (Schleswig-Holstein)

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Die Nordkirche hat mit einem Trauergottesdienst Abschied von Philip Potter genommen. Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hielt Traueransprache.

Lübeck. Mit einem Trauergottesdienst im Lübecker Dom hat die Nordkirche am Donnerstag Abschied von Philip Potter, dem früheren Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), genommen. Potter sei ein großer Streiter für die Ökumene und gegen den Rassismus gewesen, sagte der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, in seiner Trauerrede. In Südafrika sei man Potter noch immer dankbar , weil er den schwarzen Christen im Land den Weg bereitet habe, sagte Tutu.

Die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, Kirsten Fehrs, würdigte Potter als großherzigen Menschen und bahnbrechenden Ökumeniker, der es verstanden habe, Grenzen zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe und Konfessionen zu überwinden.

Potter, der von der Karibikinsel Dominica stammte, war am 30. März im Alter von 93 Jahren in Lübeck gestorben. Er war in zweiter Ehe seit 1985 mit der ehemaligen Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter verheiratet. Der methodistische Pastor war von 1972 bis 1984 Generalsekretär des ÖKR. Sein Lebensweg lasse sich als Pilgerpfad der Gerechtigkeit und des Friedens beschreiben, sagte der amtierende Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fyske Tveit, in seinem Nachruf.

Der helle Holzsarg war mit einem Strauß roter Anthurien geschmückt, daneben stand ein Foto Potters. Umrahmt wurde die ausdrücklich als Dankgottesdienst bezeichnete Feier von Musik. Das Spektrum reichte von Johann Sebastian Bach bis zur Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung „We shall overcome“ und karibischen Trommelrhythmen.

„Ich bin überzeugt, dass es im Himmel eine Begrüßungsfeier für Philip geben wird und Nelson Mandela wird da sein“, sagte Tutu. Mandela war führender Politiker im Kampf gegen die Apartheid und von 1994 bis 1999 Präsident Südafrikas. Er starb im Dezember 2013. (dpa)