Verteidigungsministerin

Von der Leyen: 90 Millionen Euro für Bundeswehr im Norden

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) informiert sich über ein Feldtanklager bei ihrem Besuch beim Spezialpionierbataillon 164 in Husum (Schleswig-Holstein)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) informiert sich über ein Feldtanklager bei ihrem Besuch beim Spezialpionierbataillon 164 in Husum (Schleswig-Holstein)

Foto: Christian Charisius / dpa

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besucht verschiedene Einrichtungen der Bundeswehr im Norden.

Husum/Plön. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besuchte am Donnerstag mehrere Einrichtungen der Bundeswehr in Schleswig-Holstein und will sich so über verschiedene Einrichtungen und Angebote für Soldaten informieren. Die Ministerin kündigte Investitionen von 90 Millionen Euro an.

Zunächst war die Ministerin zu Gast beim Spezialpionierbataillon 164 in Husum. Dort sagte von der Leyen, dass die Bundesswehr in den Standort in den kommenden Jahren rund 60 Millionen Euro investieren werde. Später gab die Verteidigungsministerin an, dass auch in Plön, wo sie am Nachmittag gastierte, rund 30 Millionen Euro investiert würden.

„Wir schätzen den Standort Husum sehr. Es ist ein ausgesprochen guter Standort“, sagte die Ministerin. In Husum werde die „Agenda Attraktivität“, mit der sie die Bundeswehr als Arbeitgeber interessanter machen möchte, „vollständig aufgenommen“, sagte von der Leyen. „Der Standort macht klasse mit.“

„Ein einzigartiger Verband“

Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist die Ministerin bei ihrem Rundgang durch die Julius-Leber-Kaserne überzeugt. Sie zeigte sich vor allem beeindruckt von der Arbeit der hier beheimateten Spezialpioniere. „Das ist schon ein einzigartiger Verband.“ Es sei beeindruckend zu sehen, wie schnell und umfassend die Männer und Frauen des Verbandes in kürzester Zeit überall auf der Welt Feldlager aufbauen können.

„Man muss sich das so vorstellen, dass sie in der Lage sind, eine kleine Stadt innerhalb von sechs Wochen auf die Beine zu stellen: Arbeiten, Essen, Schlafen, Duschen, alles was dazu gehört“, sagte die Ministerin zu Pressevertretern. Die Fähigkeiten der Spezialpioniere seien sehr gefragt. „Ich habe deshalb entschieden, dass der Verband noch mal aufgestockt wird um 250 Dienstposten.“

Ausbildungswerkstatt Leck soll erhalten bleiben

Von der Leyen kündigte zudem an, dass die Ausbildungswerkstatt in Leck (Nordfriesland) erhalten bleiben soll. „Wir brauchen junge Menschen mit guten Ausbildungsfähigkeiten.“ In Leck werden unter anderem Elektroniker ausgebildet, „die wir dringend brauchen“. Daher sei der ursprüngliche Plan, die Werkstatt zu schließen, gekippt worden.

„Das sind gerade hier für die Region gute Botschaften“, sagte der CDU-Landesvorsitzende und nordfriesische Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing. Ihn persönlich freue besonders, dass die Ausbildungswerkstatt dauerhaft erhalten bleiben soll. Dafür habe er sich viele Jahre eingesetzt.

Liebing begleitete die Ministerin bei ihrem Rundgang durch die Kaserne, bei dem die Soldaten ihrer Dienstherrin ihre Aufgaben demonstrierten. So wurde etwa gezeigt, wie ein mobiles Tanklager für Kraftstoffe aufgebaut oder eine Pipeline repariert wird. Die in Feldlagern verwendeten Zelte und Container wurden ebenso vorgeführt wie das „Arbeitspferd“ der Pioniere, der Pionierpanzer „Dachs“, oder Maschinen zum Verlegen von Faltstraßen und Befüllen von Sandsäcken.

Ministerin reist weiter nach Plön

Am Nachmittag ging es für von der Leyen dann weiter nach Plön. Auch hier will die Bundeswehr kräftig investieren. Bis 2020 sollen hier nach Angaben von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) 30 Millionen Euro investiert werden.

Bei einem Besuch am Donnerstag lobte die Ministerin die Marineunteroffiziersschule als eine Visitenkarte der Marine. Die Ausbildung sei exzellent. Einer Wiedereinführung der Wehrpflicht erteilte von der Leyen erneut eine Absage. Die Bundeswehr brauche Spezialisten. Diese gewinne man mit guten Rahmenbedingungen und einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagte sie. (dpa/lem)