Firma aus Schleswig-Holstein

Arko plant neue Filialen und mehr Stellen

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Daniela Stürmlinger

Die Firma aus Schleswig-Holstein hat schwierige Zeiten hinter sich. Nun will sie wieder wachsen. Das Ostergeschäft soll dabei helfen.

Bad Segeberg. Über der Ladentheke hängen Kaffeesäcke. Espresso, Anden-Kaffee und andere Spezialitäten. Wenn der Kunde gewählt hat, kommen die braunen Bohnen direkt aus dem Sack in die Tüte. "Dies ist ein Detail unseres neuen Ladenkonzeptes", sagt Torsten Teufert, Geschäftsführer des Kaffeerösters und Süßigkeitenspezialisten Arko. Das Unternehmen befindet sich derzeit im Endspurt. Zwar liegt draußen noch Schnee, aber Ostern naht. Das Fest im Frühjahr beschert gute Umsätze. Nur an Weihnachten wird noch mehr verkauft.

Teuferts Gedanken drehen sich bereits um Ostern 2014. Welche Schokoladeneier oder Pralinen kommen ins Sortiment, welche Farben zieren die Verpackungen. Und dann ist ja auch noch das zusätzliche Geschäft an Silvester. Dieser Tage lädt Teufert deshalb alle Filialleiterinnen und Franchisepartner der bundesweit 250 Läden zur Messe ein. 100 Arko-Geschäfte werden derzeit von Franchisenehmern geführt, 150 von dem Unternehmen selbst. Daneben gibt es rund 4000 Verkaufsstellen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Neben Marzipanschweinchen für den Jahreswechsel präsentiert Arko den Filialleitungen noch ein umfangreiches Weihnachtssortiment, mit dem sie sich im Winter eindecken können. Nikoläuse, Schokoladeneier oder auch Pralinen. "Wir müssen bei unserer Kalkulation möglichst die Menge treffen, die zu Ostern, Weihnachten oder auch an anderen besonderen Feststagen verkauft werden kann", so Teufert. Für Schokoladenhasen interessiert sich nach Ostern keiner mehr. Was übrig bleibt, geht deshalb auch in den preisgünstigeren Fabrikverkauf, der von den Auszubildenden auf dem Firmengelände organisiert wird.

Zurück zu Ostern: In der Bad Segeberger Filiale warten neben den typischen Ostereiern, Pralinen, Keksen und einem Monopoly-Spiel aus Schokolade auch prall gefüllte Geschenkkörbe auf die Kunden. Die Produkte bezieht Arko von einem Stamm von Lieferanten. Der Laden, etwa 100 Quadratmeter groß, ist derzeit eines der Vorzeigegeschäfte des Unternehmens aus Wahlstedt im Kreis Segeberg. Enge Filialen, wie es sie manchmal bei Arko gab, sollen bald der Vergangenheit angehören. Großzügigkeit und Modernität sind angesagt. Deshalb verschönert und vergrößert das Unternehmen derzeit sukzessive seine Geschäfte - auch in Hamburg, wo Arko 30 Filialen betreibt.

Die von dem Hamburger Kaffeeunternehmer Bernhard Rothfos 1948 gegründete Firma hat eine Schrumpfkur hinter sich. In den vergangenen Jahren wurden rund 50 der ehemals 300 Filialen geschlossen, nicht zuletzt weil sich Arko bei seinem Expansionsdrang übernommen hat. "Wir sind in der Vergangenheit in Richtung Süddeutschland gegangen. Aber während wir im Norden und Osten Deutschlands eine bekannte Marke sind, konnten im Süden zu wenige Kunden etwas mit unserem Namen anfangen", sagt Teufert. Das alles geschah vor seiner Zeit. Der ehemalige Unilever-Manager ist erst seit zwei Jahren in der Geschäftsführung des Unternehmens.

Inzwischen ist laut Teufert bei Arko mit 700 Mitarbeitern wieder Wachstum angesagt, wenn auch behutsam. Eine Handvoll neuer Filialen kann er sich in diesem Jahr in Schleswig-Holstein oder Ostdeutschland vorstellen. "Es gibt noch viele interessante Orte, in denen wir noch nicht vertreten sind." Das schafft Arbeitsplätze. Teufert rechnet mit 15 bis 20 zusätzlichen Mitarbeitern, die 2013 eingestellt werden sollen. Gleichzeitig werden auch neue Franchisepartner gesucht, die vermutlich auch Mitarbeiter beschäftigen werden.

Arko, dessen Name eine Abkürzung für "Arbeitsgemeinschaft für den Vertrieb von Konsumgütern" ist, erfindet sich gerade neu. Nicht nur die Ladengrößen, auch die Anmutung des Sortiments wird auf Herz und Nieren geprüft. Das Unternehmen setzt alles daran, moderner zu werden. "Wir wollen auch junge Kunden begeistern", sagt Teufert.

So wurde das Logo schwungvoller, die Verpackung des Verkaufsrenners Brüssel (Pralinen) wurde farbenfroher und bekam ein Schleifchen. Neben dem einzelnen Verkauf von Schokolade, Pralinen, Kaffee oder auch Gebäck, Tee, Wein und Spirituosen spielen bei Arko Präsentkombinationen eine wichtige Rolle, um die Kunden zu begeistern. "Wir bieten beispielsweise einen Ursprungskaffee aus Papua-Neuguinea zusammen mit einer edlen Vollmilchschokolade gleicher Herkunft an", so der Manager. Der Fantasie sind im Bereich der Kombinationsangebote keine Grenzen gesetzt.

Der Umsatz des Unternehmens beträgt rund 70 Millionen Euro. Über den Gewinn schweigt sich Teufert aus. Den leitet das Unternehmen an die Arko Stiftung mit Sitz in Hamburg weiter, die 1997 von Bernhard Rothfos und seinem Sohn Cuno gegründet wurde. Seither unterstützt diese zahlreiche Projekte am Firmensitz in Wahlstedt, unter anderem in der Jugendarbeit.