Schleswig-Holstein

Busfahrerstreik behindert Verkehr massiv

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Etwa 230 Busfahrer aus 13 Betrieben streiken in sechs Kreisen. Betroffen sind vor allem der Süden und der Osten Schleswig-Holsteins.

Lübeck. Der Busverkehr in Teilen Schleswig-Holsteins ist am Freitag durch einen erneuten Streik von Fahrern privater Busunternehmen massiv behindert worden. Etwa 230 Busfahrer aus 13 Betrieben hätten am frühen Morgen die Arbeit niedergelegt, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di. Betroffen seien vor allem der Süden und Osten des Landes.

"Wir streiken von der Nordsee bis zur Ostsee", sagte der Sprecher. In den Kreisen Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Stormarn, Segeberg und Steinburg ruhe die Arbeit, außerdem in Lübeck und Bad Oldesloe. Die Busfahrer kämpfen für einen einheitlichen Tarifvertrag. In den vergangenen Monaten traten sie daher mehrfach in den Ausstand.

Die Omnibus Verband Nord (OVN) kritisierte die neuerlichen Arbeitsniederlegungen. "Wir fordern die Arbeitnehmerseite noch einmal nachdrücklich auf, sich endlich an der Suche nach einer Kompromisslösung zu beteiligen, anstatt in Streiks zu erstarren", sagte OVN-Geschäftsführer Joachim Schack.

Der Verband warf der Gewerkschaft vor, durch die nicht erfolgte Ankündigung des Streiks insbesondere Schüler und Berufspendler in Nöte zu bringen. "Es drängt sich inzwischen der Eindruck auf, dass ver.di deshalb erst Ende November wieder bereit ist zu verhandeln, damit ausgiebig Zeit für Streiks bleibt", sagte Schack.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten im Norden einen einheitlichen Tarifvertrag. Die Arbeitgeber bieten laut ver.di ein Gehaltsplus von insgesamt 4,9 Prozent gestaffelt über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Die Verhandlungen sollen am 28. November weiter gehen. Bereits am 28. September, 30. Oktober und 6. November war es im privaten Omnibusgewerbe Schleswig-Holsteins zu Warnstreiks gekommen.

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