Wedel

Straße sackt ab – geheimer Keller entdeckt

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Mitarbeitende des Wedeler Bauhofes sind auf den verlassenen Kellerraum gestoßen. Der Verbindungsweg zwischen Stettinstraße und Königsbergstraße in Wedel sackte ab. Jetzt ist die Ursache klar: Die Erde rutschte in einen vergessenen Keller. Alter und Zweck des Raumes sind bisher noch unbekannt. 

Mitarbeitende des Wedeler Bauhofes sind auf den verlassenen Kellerraum gestoßen. Der Verbindungsweg zwischen Stettinstraße und Königsbergstraße in Wedel sackte ab. Jetzt ist die Ursache klar: Die Erde rutschte in einen vergessenen Keller. Alter und Zweck des Raumes sind bisher noch unbekannt. 

Foto: Stadt Wedel

Erst war da nur ein Loch im Boden. Doch nun tat sich in Elbnähe eine mysteriöse unterirdische Welt auf. Was dahintersteckt.

Wedel. Wenn Straßen absacken, liegt das meist an Unwettern oder geborstenen Wasserleitungen. Doch in Wedel, beim Elbhochufer, war der Grund nun ein ganz anderer, ein fast mysteriöser. Denn ein bisher ungelüftetes Geheimnis des Wedeler Untergrunds entdeckten nun die Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs. Als bekannt wurde, dass der Verbindungsweg zwischen Stettinstraße und Königsstraße absackt, nahmen sie die Stelle genauer unter die Lupe.

Bei ihrer Arbeit stießen sie erst auf eine massive Betonplatte. Und die stellte sich als Decke eines Kellerraums heraus. Ein Bagger wurde geordert, ein Loch im Erdreich freigeschaufelt. Und tatsächlich: Ein Eingang kam zutage. Dahinter ein Kellerraum, gestützt von Stahlträgern. Ob hinter dem Gewölbe noch weitere Räume in der Tiefe liegen, ist bislang unsicher.

Geheimer Keller hat nur drei Wände

Die Stadt geht allerdings davon aus, dass es nur ein Raum ist. Stadtsprecher Sven Kamin erläutert: „Soweit wir es erkennen können, hat der Raum nur drei Wände. Weil an einer Seite nur ein Sandberg zu sehen ist, gehen wir davon aus, dass nur ein einzelner Raum in den Untergrund hineingebaut wurde.“ Doch auch in ein einzelnes Gewölbe passen viele Geheimnisse.

Denn bisher ist weder zum Alter noch zum Zweck des unterirdischen Raumes etwas bekannt. Da die Seniorenresidenz Graf-Luckner-Heim das größte Gebäude in der Nähe ist, vermutet die Stadt, dass der Keller aus derselben Bauzeit stammt: um 1970.

Wie alt ist der mysteriöse Raum?

Der Raum könnte also bereits seit mehr als 50 Jahren oder länger dafür sorgen, dass der Boden über ihm absackt. Weil er nicht von einer Tür oder Ähnlichem verschlossen war, rutschte über einen langen Zeitraum Erde in den Keller – und dadurch der Boden über dem Raum ab. Doch vielleicht ist der Keller nicht ganz so lang in Vergessenheit geraten: Laut der Stadt läuft eine Leitung durch den unterirdischen Verschlag. Gerade würde ermittelt, ob die Leitung aktiv ist und wer sie betreibt.

Zur Sicherheit hat die Stadt die Verbindungsstraße zwischen Stettinstraße und Königsbergstraße gesperrt. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Sperrung bis Ende Februar aufrechterhalten bleibt. Passanten sollen auf die Johann-Dietrich-Möller-Straße ausweichen.

Auch wenn der mysteriöse Keller nicht einsturzgefährdet ist, verschließt nun wieder Erde den Zugang. Eine Spezialfirma kümmert sich jetzt darum, den Hohlraum unter der Erde mit Fließsand aufzufüllen. Er wird durch ein Loch in den Keller gefüllt und sorgt dafür, dass Wedels Untergrund wieder stabil wird.

( jowa )

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