Kreis Pinneberg

Drei Jahre und zwei Monate Haft für Drogendealer

Hanf-Pflanzen (Cannabis) wachsen in einem Garten (Symbolbild).

Hanf-Pflanzen (Cannabis) wachsen in einem Garten (Symbolbild).

Foto: Oliver Berg / dpa

Stefan M. aus Wedel handelte mit Betäubungsmittel in großem Stil. Hauptbelastungszeuge sagt gegen ihn aus.

Wedel/Itzehoe.  Um eine Haftstrafe kam Stefan M. (50) nicht herum: Das Schöffengericht Itzehoe verurteilte den Wedeler wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu drei Jahren und zwei Monate hinter Gittern. Der seit seiner Festnahme im Juni bestehende Haftbefehl gegen ihn bleibt somit in Kraft.

Stefan M. hatte laut Anklage von einem Bio-Bauernhof am Rande der Stadt aus, wo er zur Miete wohnte, den Drogenhandel in größerem Stil organisiert. 50 Fälle aus den vergangenen drei Jahren wurden ihm zur Last gelegt, davon soll es sich 34-mal um eine nicht geringe Menge an Betäubungsmitteln gehandelt haben. Käufer soll in 49 Fällen Tim D. aus Elmshorn gewesen sein, der letzte Anklagepunkt betrifft die massiven Drogenfunde, die von den Ermittlern im Reihenhaus des Angeklagten gemacht wurden.

Zeugen hatten Drogen über Zwischenhändler erworben

Der Hauptbelastungszeuge war am ersten Prozesstag nicht erschienen. Am zweiten Verhandlungstag sagte er aus – jedoch zunächst nicht die Wahrheit. Bei der Polizei und auch vor Gericht behauptete der Elmshorner, mit Bahn und Bus nach Wedel gefahren zu sein und dort bei Stefan M. in dessen Reihenhaus die Betäubungsmittel erworben zu haben. Dabei beschrieb er die Örtlichkeiten sogar recht genau. Laut Anklage handelte es bei seinen Käufen zumeist um Cannabiskraut, aber auch um Amphetaminpaste sowie um Ecstasy-Tabletten.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn über seine Verteidigerin Bettina von Hindte die in der Anklageschrift aufgeführten Drogenverkäufe einräumen lassen, beharrte jedoch darauf, nicht an Tim D. veräußert zu haben. Den würde er nicht einmal kennen. Käufer sei eine andere Person gewesen, deren Namen er nicht preisgeben wolle.

Jetzt vor Gericht blieb Tim D. zunächst bei seiner Geschichte, schwenkte dann jedoch auf Vorhalt um. Letztlich bestätigte er die Angaben des Angeklagten, wonach er die Drogen über einen Zwischenhändler erworben habe. Dessen Namen wollte der Zeuge ebenfalls nicht verraten.

Elmshorner brachte Ermittler auf die Spur des Wedelers

Tim D., der für seine Rolle in den Drogengeschäften bereits vom Amtsgericht in Elmshorn verurteilt worden ist, hatte die Ermittlungen gegen den wegen Drogendelikten vorbestraften Stefan M. ins Rollen gebracht. Im Februar 2019 entdeckten Polizisten bei dem Elmshorner Cannabis und Amphetamine, eine Wohnungsdurchsuchung hatte bei ihm weitere Drogen zutage gefördert. In seiner Vernehmung benannte er Stefan M. als den Lieferanten. Bei der Kripo in Pinneberg gingen außerdem zwei weitere Hinweise auf den Wedeler als Drogenverkäufer ein.

Der Staatsanwalt hatte drei Jahre und vier Monate Haft für Stefan M. beantragt, Verteidigerin von Hindte wollte mit zwei Jahren und sieben Monaten eine mildere Bestrafung. Richterin Katja Komposch und die Schöffen wählten mit drei Jahren und zwei Monaten in etwa die Mitte.