Kreis Pinneberg

Wedeler Tätowiererin klagt gegen Corona-Maßnahmen

Tätowiererin Nadine Helmken (39), Inhaberin King’z Tattoo in Wedel, will klagen. Nach dem Willen der Regierung muss sie am Montag schließen.

Tätowiererin Nadine Helmken (39), Inhaberin King’z Tattoo in Wedel, will klagen. Nach dem Willen der Regierung muss sie am Montag schließen.

Foto: Mareike Müller

246 Tätowierer aus ganz Deutschland schließen sich für Klage zusammen, um Schließung ihrer Studios zu verhindern.

Wedel.  Die neuen Corona-Maßnahmen sehen eine Schließung von „Dienstleistungbetrieben im Bereich der Körperpflege“ vor. Dazu zählen auch Tattoo-Studios. Das will sich Nadine Helmken, Inhaberin von „King’z Tattoo“ in Wedel, nicht gefallen lassen: Nun klagt sie.

Insgesamt 246 Tätowierer deutschlandweit wollten zusammen vor Gericht ziehen, sagt die 39-Jährige. Die ist eine von ihnen. Sie persönlich sei von einem Kollegen auf die Klage aufmerksam gemacht worden. „Wir versuchen, so viele Tattoo-Studios wie möglich für die Klage zu mobilisieren“ sagt die Wedelerin. Mehr als 500 Studios seien schon kontaktiert worden.

Unverständnis über Ausnahmeregelungen

Vor allem die Ausnahmeregelung, dass Friseursalons offen bleiben dürfen, ist für Helmken ein Grund, sich zu wehren: „Bei uns steht Hygiene viel mehr im Vordergrund als beim Friseur. Nach jedem Kunden wird alles desinfiziert, wir arbeiten mit Folien und Handschuhen und auch schon vor Corona haben wir teilweise Masken getragen“. Beim Tätowieren komme man einander außerdem genauso nah wie beim Haareschneiden. Darüber hinaus unterlägen Tattoo-Studios ohnehin regelmäßigen Kontrollen durchs Gesundheitsamtes.

Auch die finanzielle Not sei ein Grund für die Klage. Helmken hat von März bis August schließen müssen: Zuerst der erste Lockdown, dann hätten ihre Mitarbeiter, die in verschiedene Länder pendeln, aufgrund der Quarantäneregeln nicht zurück nach Deutschland gedurft. Das führte zu erheblichen Einbußen: „Unsere Einnahmen sind um mehr als 50 Prozent gesunken“, sagt sie. Der erneute Lockdown bedeutet für die Wedelerin eine extreme Verschärfung ihrer Notlage: „Wir knabbern immer noch am ersten Lockdown. Wenn wir jetzt schließen, wird es sehr schwierig danach wieder auf die Beine zu kommen“.

( hspmm )

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