Handball

TSV Ellerbek geht optimistisch in die Meisterrunde

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Frederik Büll, Ulrich Stückler
Die Oberliga-Handballerinnen des TSV Ellerbek starten motiviert, aber ohne Druck in die an diesem Wochenende beginnende Meisterrunde.

Die Oberliga-Handballerinnen des TSV Ellerbek starten motiviert, aber ohne Druck in die an diesem Wochenende beginnende Meisterrunde.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Beide Oberligateams haben Ambitionen, bauen aber keinen Druck auf. Mit gebotener Corona-Vorsicht wird an diesem Wochenende gespielt

Ellerbek. Theoretisch entstammt das Motto „Alles kann, nichts muss“ eher dem vergnüglich zwischenmenschlichen Bereich ungezwungener Liebe, die sich mit Monogamie schwer tut. Die Oberliga-Handballerinnen des TSV Ellerbek haben es kurzerhand auf ihren favorisierten Sport und die anstehende Meisterrunde übertragen. An diesem Sonntag empfangen die Ellerbekerinnen, die sich zuvor in der Gruppenphase mit fünf Siegen und zwei Niederlagen als Gruppenzweiter dafür qualifiziert haben, die SG Todesfelde/Leezen in der Harbig-Halle (16 Uhr, Rugenbergener Mühlenweg). Es gelten die 2G-Regelungen.

„Wir haben die schöne Situation, die das Motto gut umschreibt. Mit Rosengarten II und Todesfelde gibt es zwei Favoriten. Aber es ist eben alles möglich, und es gibt keinerlei Druck. Unser gemeinsam formuliertes Ziel ist allerdings, schon im oberen Drittel anzugreifen und vor allem unsere Heimspiele weiter zu gewinnen“, sagt Trainer Jens Molkow.

Es gibt für beide Teams keinen Zugzwang in der Meisterrunde

In Niedersachsen und Bremen haben die Verbände aufgrund der Corona-Lage bereits Begegnungen gestoppt, auszuschließen wäre dies auch nicht in Hamburg und Schleswig-Holstein. „Ich habe mich schon mit Herren-Trainer Nico Kibat unterhalten. Sein Team ist ebenfalls heiß darauf, in seiner Aufstiegsrunde dabei zu sein. Es gibt keinen Druck in dieser Runde. Beide Mannschaften haben das zuvor mit guten Leistungen erreicht. Diesen Modus wird es voraussichtlich nie wieder geben, insofern wäre es wirklich schade, nach dem Erreichten nun einen Stopp zu haben“, so der Coach aus sportlicher Sicht.

Alle Spielerinnen sind doppelt oder dreifach geimpft, „motiviert, möchten sich beweisen“, sagt Molkow. Verstecken müsse sich der TSV Ellerbek nicht. Alle vier Heimspiele der Vorrunde waren größtenteils überzeugend gewonnen worden. Linksaußen Yana Hesse ist nach einer Fußverletzung nur vielleicht dabei, Alina Wandschneider (Rückraum) fehlt, Marja-Helen Maske (Rückraum/Außen) war zuletzt erkältet. Torhüterin Laura Ristau ist im Urlaub, Lena Thürich (eigene Zweite) steht im Tor, Vertreterin Lucie Gohlke (Zweitspielrecht, SG Hamburg-Nord) soll ebenfalls Gegentreffer verhindern.

In der Saison 2019/20 haben die Ellerbekerinnen ihren ersten Gegner zweimal besiegt

In der Saison 2019/20 konnten die Ellerbekerinnen beide Partien gegen die Spielgemeinschaft gewinnen (26:21, 20:19). „Mit Franziska Haupt haben sie eine Ausnahmekönnerin in ihren Reihen. Da braucht man schon einen guten Tag, um die ehemalige Torschützenkönigin der 2. Bundesliga zu stoppen“, sagt der Ellerbek-Trainer. Die Gäste kommen auch abgesehen von Haupt mit jeder Menge Qualität zum TSV.

Führungsspielerinnen, die das Spiel an sich reißen und auch mit enormem Einsatz ihre Teamkolleginnen mitreißen, gibt es in Ellerbek auch. „Eine Spielerin wie Melina Dahms mit ihrer Geschwindigkeit, die das Eins-gegen-Eins sucht und auch ein super Rückzugsverhalten zeigt, hat uns einfach in der Vergangenheit gefehlt“, lobt Molkow zum Beispiel die Rückraumspielerin, die nach drei Jahren beim SC Alstertal-Langenhorn vor der Saison zu ihrem Stammverein zurückgekehrt war.

Der 53 Jahre alte Pinneberger erwartet zum Aufstiegsrunden-Auftakt ein „umkämpftes Spiel“. Auf jeden Fall möchte Ellerbek mit viel Leidenschaft dagegenhalten und kann befreit aufspielen. Falls es am Ende gegen den Favoriten nicht mit dem Sieg klappen soll, greift halt das selbstauferlegte Motto.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz; Männer starten Vorbereitung mit Ruhewoche

Die Männer des TSV Ellerbek gehen ambitioniert in die Meisterrunde, doch haben sie deswegen keinesfalls die drei Wochen ohne Pflichtspiel seit dem 32:22-Meisterstück gegen den TSV Weddingstedt mit überzogenem Aktionismus gefüllt; weniger ist manchmal eben mehr.

„In der ersten Woche haben wir alle erstmal ein wenig Abstand vom Handball gewonnen, ehe wir uns dann in der zweiten Woche vorrangig körperlich betätigt haben“, berichtete Coach Nico Kibat über die Zeit zwischen den Pflichtspielserien. „Wir haben in der vergangen Woche zwar auch noch ein Testspiel gegen das HandballTeam Norderstedt bestritten und mit 26:29 verloren; Ziel war da aber vorrangig, einige neue Sachen auszuprobieren, dem Ergebnis messen wir also keine größere Bedeutung bei.“

Zuschauer sind nach 2G-Regeln mit von der Partie

Erst mit Beginn der vergangenen Woche lief die zielgerichtete Vorbereitung auf den ersten Gegner in der Meisterrunde. Am Sonnabend, 18.30 Uhr, geht es in der heimischen Harbig-Halle unter 2G-Bedingungen gegen die SG Hamburg-Nord, Zweiter der Vorrundengruppe A.

„Ich habe Videos studieren können und ein gutes Bild von unserem ersten Gegner gewonnen“, sagte Nico Kibat, misst dem Wissen über die Hamburger aber nur eine Teilbedeutung bei. „Wichtig ist, dass wir uns durch den Vorrundentitel trotz des Fehlstarts in Schülp Selbstvertrauen erarbeitet haben und an unsere Stärken glauben.“

Mit Ende der Studienphase in Aachen hat sich Rückraumshooter Jasper Nicolai für die Serie zurückgemeldet; Niklas Benkendorf hat seine Schienbeinreizung auskuriert.

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