Fussball

SV Rugenbergen will bei „Vici“ die letzte Chance nutzen

| Lesedauer: 4 Minuten
Wolfgang Helm
SVR-Keeper Patrick Hartmann braucht seinen „besten Stoff“, wenn die Bönningstedter heute beim SC Victoria punkten wollen.

SVR-Keeper Patrick Hartmann braucht seinen „besten Stoff“, wenn die Bönningstedter heute beim SC Victoria punkten wollen.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Oberligist muss als Vorletzter gegen den Staffelzweiten SC Victoria gewinnen. Nur dann ist die Meisterrunde noch theoretisch erreichbar

Bönningstedt. „Unbeschreiblich schön.“ So die Worte, die der damalige Trainer Ralf Palapies nach dem 4:3 von Fußball-Oberligist SV Rugenbergen am 27. April 2018 beim Tabellenzweiten SC Victoria gewählt hatte. Dessen Nachfolger Andjelko Ivanko wollte sich am 14. Februar 2020 vor Vergnügen wegschmeißen. In badischer Mundart wie der des Freiburger Trainers gab „Christian Streich, verkleidet als Patrick Hartmann“ höchst humorig seinen Kommentar zum damaligen 1:0 der Bönningstedter Oberliga-Fußballer an der Hoheluft ab.

Und dieses Mal? Die Meisterrunde hat sich für den Tabellenvorletzten endgültig erledigt, wenn ihnen auf dem Kunstrasen des SC Victoria an diesem Freitag nicht ein dritter Streich gelingt. Doch dazu müsste Keeper Hartmann wohl über sich hinauswachsen. „Nur“ noch acht Zähler beträgt der Abstand zum Tabellenvierten TuS Osdorf, der überdies schon ein Spiel mehr austrug. Der aktuelle SVR-Trainer Michael Fischer positionierte sich unmissverständlich. „Wir haben nur noch eine theoretische Chance auf die Meisterrunde. Aber die wollen wir nutzen.“

Zu besonderer Zuversicht besteht zwar nach den Eindrücken des 1:0 über den FC Süderelbe ganz und gar kein Anlass. Erst ein Punkt in fünf Auswärtsspielen sprechen ebenfalls gegen den Vorletzten. Doch im Vergleich zur Vorwoche fanden fünf potenzielle Stammspieler (Nikolaj Rörström, Edouard Mesenholl, Marlon Stannis, Jannick Wilckens, Sascha Richert) den Weg zurück in das erweiterte Aufgebot.

In der Landesliga kommt es zum Derby zwischen SSV Rantzau und Raspo Uetersen

Bei seinem wohl zeitlich begrenzten Comeback als Trainer von Rasensport Ueteresen (Landesliga) stehen Peter Ehlers auswärts gegen den SSV Rantzau sechs wichtige Akteure (Ertan Dilgin, Andre Pott, Mario Ehlers, Linus Schmitt, Jesse Schmahl, Fynn Laut) wieder zur Verfügung. Trainerkollege Marcus Fürstenberg schlüpft derweil in die Spendierhosen. Anlässlich seines 48. Geburtstags am 11. November lässt der Coach nach dem Abpfiff Currywurst und Pommes auftischen. Auf den Freitag vorverlegt worden war das Derby ursprünglich, weil der Club auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt einen Stand betreiben wollte. Davon haben die Fußballer aber „wegen der schwierigen Cornona-Lage“ (Otto Hartlieb, sportlicher Leiter) Abstand genommen. Das Team trifft es schon hart genug, dass sich aktuell drei Spieler in häusliche Isolation begeben mussten.

Torge Dötze muss wegen seiner Roten Karte aussetzen

Verteidiger Torge Dötze fehlt wegen einer im Spiel der SSV-Zweiten am 14. November beim TSV Seestermühe (Kreisliga) eingehandelten Roten Karte. Schlimmere Nachwehen dieser Partie sind die Umwertung des 2:0 in ein 0:3 und 150 Euro Geldstrafe. Der Tabellenführer der Staffel 1 hatte gegen die Spielordnung verstoßen und unberechtigt Sebastian Krabbes mitspielen lassen. Der Routinier war schon am 12. November im Landesligateam zum Einsatz gekommen. Die Spielordnung verlangt aber eine Pause von mindestens zwei Tagen für den Spieler einer höheren Spielklasse, der in einer tieferen Liga aufgeboten wird.

VfL-Gastgeber SCN muss sich von derber Verbandsstrafe erholen

Schreibt der Strafkatalog die 150 Euro zwingend vor, so sah sich das Sportgericht veranlasst, den SC Nienstedten (Landesliga) wesentlich härter zu sanktionieren. Verstöße gegen Hygienevorschriften, schweres Fehlverhalten von Zuschauern, ungenügenden Ordnungsdienst und Pyrotechnik im Pokalspiel gegen Eintracht Norderstedt (1:3) büßt der Gastgeber des VfL Pinneberg mit 1000 Euro. „Was kommt da auf uns zu?“, fragt sich VfL-Coach Marc Zippel allerdings vor allem, weil der SCN in seiner anschließenden Partie den Pinneberg-Besieger FK Nikola Tesla auseinandergenommen hatte (10:0).

Wer sich dieser Offensivkraft zwischen den Pfosten aussetzt, ist noch fraglich. Bastian Buß erkrankte, Torben Kleindienst hat private Verpflichtungen. Vom früheren Stammkeeper Marvin Kiesewetter, der sich nach einem Kreuzbandriss schon vier chirurgischen Eingriffen unterziehen musste, ganz zu schweigen. Zippel versetzte seinen Assistenten Martin Düsing als Notlösung zwischen den Pfosten in Alarmbereitschaft.

Der FC Union Tornesch (Oberliga) überbrückt sein punktspielfreies Wochenende mit einem Test am Sonnabend, 12 Uhr, gegen die A-Junioren des Niendorfer TSV.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport