Floorball

Sensationssieg für Blau-Weiß nach dem Trainerabschied

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Frederik Büll
Alexander Ohlandt hat wegen beruflicher Belastung das Traineramt beim Floorball-Bundesligisten aufgegeben.

Alexander Ohlandt hat wegen beruflicher Belastung das Traineramt beim Floorball-Bundesligisten aufgegeben.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Schenefelder Bundesligateam schlägt Deutschen Meister mit 8:7. Kurz zuvor hat Coach Ohlandt berufsbedingt den Job aufgegeben

Schenefeld. Kürzlich hatte der Schenefelder Floorballer Benedikt Fiedrich die Arbeit und vor allem die akribische Vorbereitung des Spielertrainers Alexander Ohlandt auf den jeweiligen Gegner von Blau-Weiß 96 gelobt. Nun hat jener in der vergangenen Woche seinen Rückzug beim abstiegsbedrohten Bundesliga-Team angekündigt und prompt vollzogen.

Die Belastung des Pendelns nach Niedersachsen macht den Job für Ohlandt unmöglich

Sportliche Gründe gibt es dafür keine, vielmehr private wegen eines hohen Aufwands: Der Lehrer für Mathe und Chemie wohnt mittlerweile in Niedersachsen, arbeitet allerdings weiterhin in Halstenbek. „Ich weiß, dass ein Trainerwechsel mitten in der Saison sehr ungünstig ist, und ich wollte unbedingt noch mindestens bis zum Saisonende durchhalten, aber leider schaffe ich es nicht“, sagte Ohlandt.

Auch das Team wurde am vorvergangenen Montag überrascht, kann die Entscheidung jedoch nachvollziehen. Mit der Bekanntgabe wollten sich die Schenefelder indes Zeit lassen. „Am Ende des Tages gibt es immer Dinge, die wichtiger sind als Floorball und alles Weitere bekommen wir schon irgendwie geregelt. Ich bin mir sicher, dass alle Jungs diese Einschätzung teilen“, meinte Mannschaftskapitän Lasse Schmidt.

Justus Karnath trainiert die Mannschaft zumindest bis Saisonende

Am Donnerstag gab es vor dem Training ein Teammeeting. Dort erklärte sich Justus Karnath bereit, das Team bis zum Saisonende zu trainieren. Der 22-jährige ehemalige U19 Nationalspieler, welcher derzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses fehlt, wird dabei von Lasse Schmidt und Benedikt Fiedrich unterstützt. Für Karnath ist die Cheftrainerrolle neu, aber „er hat bereits öfters das Training der 1. Herren in Abwesenheit von Alex übernommen und hat hier einen richtig guten Job gemacht. Ich bin mir sicher, dass wir unser Spiel mit Justus als Trainer weiterhin verbessern werden können“, so Flügelspieler Daniel Czapelka.

Die Schenefelder treiben den Deutschen Meister in die Verlängerung

Ein erstes Ausrufezeichen, bereits mit Karnath im Amt, setzten die Schenefelder im ersten Match des Doppelspieltags. Blau-Weiß 96 holte zwei der drei möglichen Punkte im Duell mit dem amtierenden Deutschen Meister MFBC Leipzig. 7:7 stand es nach der in Drittel aufgeteilten Spielzeit von 60 Minuten.

Nach zweijähriger Verletzungspause gelang Czapelka ein Comeback-Tor im zweiten Drittel zum zwischenzeitlichen 3:4. Jonas Hachmann erzielte das siebte Schenefelder Tor zum Ausgleich. Damit hatten beide Teams einen Punkt sicher; die Verlängerung war gerade einmal 14 Sekunden alt, als Timo Rother eiskalt aus kurzer Distanz nach Vorlage von Sören Gittek zum 8:7 traf. Im Floorball wird nach Sudden Death-Regel gespielt, der Treffer bedeutete Feierabend – mit 8:7 (3:4, 1:2, 3:1, 1:0) und dem zweiten unverhofften Zähler für den Aufsteiger.

Gegen Chemnitz treten die Blau-Weißen personell geschwächt an

Das zweite Sachsen-Duell lief für Blau-Weiß 96, das die Reise nach Chemnitz personell geschwächt antreten musste, weitaus schlechter. Die Schenefelder gingen beim Team von Ex-Teamkamerad Felix Irrgang deutlich unter – 3:11 (0:2, 3:5, 0:4) hieß es bei den Floor Fighters. Das erste Drittel gestaltete sich noch weitgehend ausgeglichen, drei Sekunden vor der Pause gab es das Gegentor zum 0:2. In der Folge drückte Chemnitz weiter und die Gäste konnten wenig dagegenhalten, auch wenn Tobias Karnath, Hachmann und Rother für Schenefeld zum 3:7 trafen.

Im letzten Drittel konnte Schenefeld nicht mithalten und musste zudem angeschlagene Akteure beklagen. Daniel Czapelka und Simon Glas schieden bereits zuvor aus, nun zogen sich auch Hendrik Vahl, Tobias Karnath sowie Timo Rother Blessuren zu, mit denen sie immerhin weiterspielen konnten. Das Team musste vier weitere Gegentreffer hinnehmen.

Die Bundesliga pausiert bis 2022; am 21. November geht’s zum Pokal nach Hannover

Die Bundesliga pausiert nun bis 2022, Schenefeld überwintert auf dem vorletzten Tabellenrang, das Tabellenmittelfeld ist allerdings auch nur zwei Siege entfernt. Im Pokal treten die Blau-Weißen am Sonntag, 21. November, noch bei den Hannover Mustangs (2. Liga) an.

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