Basketball

Jordan Walker ist bodenständig und hebt nur auf dem Feld ab

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Frederik Büll
Jordan Walker –  hier gegen Mark Gebhardt von den ART Giants Düsseldorf – ist vom ersten Tag an Aktivposten im Spiel des SC Rist.

Jordan Walker – hier gegen Mark Gebhardt von den ART Giants Düsseldorf – ist vom ersten Tag an Aktivposten im Spiel des SC Rist.

Foto: Frederik Büll / HA

US-Amerikaner des SC Rist gibt sich bescheiden. Doch seine Leistung hat ihm schon einen Europacup-Einsatz mit den Towers eingebracht

Wedel.  Gute drei Monate ist der US-Amerikaner Jordan Walker nun in Wedel zu Hause. Fühlt er sich gut hier? „Ja, absolut. Nur die ersten paar Tage waren anstrengend damals wegen der Zeitumstellung und Jetlag. Ansonsten ist das Leben schon relativ ähnlich wie in den USA“, sagt der 24 Jahre alte Shooting Guard (frei übersetzt werfender Verteidiger).

„Moin“ kennt der Mann aus Indiana schon

Nur eben auf Deutsch. Die Basics wie „Moin, Guten Morgen, Danke schön und Bitte schön“, kann er. Ansonsten fehle ihm die Zeit, richtig gut Deutsch zu lernen, meint Walker fast schon entschuldigend. Er stammt aus Indianapolis (US-Bundesstaat Indiana) und hat in der vergangenen Saison in Georgien Basketball gespielt. Schon direkt nach seiner Ankunft hat er sich über etwas mehr Komfort in einem ihm noch recht unbekannten Land gefreut.

Auf dem Trikot die „Null“ liefert er im Spiel reichlich Zahlen

Dass sich Walker wohlfühlen muss, deutet sich in seinem sportlichen Werdegang an: Er hat bei den Zweitliga-Basketballern des SC Rist voll eingeschlagen. In den ersten sechs Partien in der Pro B stand die neue Nummer 0 im Schnitt 27:23 Minuten auf dem Feld. Der Leistungsträger ist für 20,2 Punkte, 4,8 Rebounds, 1,2 Pässe, die direkt vom Mitspieler verwandelt werden, und 1,8 Ballverluste beim Gegenspieler verantwortlich. Eine erfolgreiche Feldwurfquote von 49,5 Prozent ist aller Ehren wert. Er zählt ligaweit zu den fünf leistungsstärksten Akteuren. „Für mich persönlich läuft es gut, ich habe Vertrauen in meine Stärken. Aber wichtiger ist, dass wir auf dem Feld auch als Team auftreten“, sagt er.

Walker teilt sich eine Wohnung mit Teamkamerad Martin Jelic

Einen typischen Tag unter der Woche sieht Walker, der eine Wohnung mit Teamkollege Martin Jelic bewohnt, folgendermaßen aus: „Ich stehe auf, Frühstück ist nicht so wirklich meins, dann gehe ich in die Halle zum Werfen oder mache Athletik-Übungen. Dann gibt es Mittagessen, anschließend ruhe ich mich aus oder schlafe etwas. Und dann folgt regelmäßig das Teamtraining“, so Walker.

Der 24-Jährige sucht gern die Nähe zum Elbstrand

Wenn er nicht in der Basketball-Halle steht, ist er oft am Elbstrand und entlang des Flusses unterwegs. Seine Leistungen sind auch nicht dem Kooperationspartner Hamburg Towers verborgen geblieben. Seit der Ankunft wirkt er dort als Trainingsgast mit und ist mittlerweile mit einem Zweitspiel-Recht ausgestattet worden. Im Eurocup stand er für die „Türme“ in Spanien gegen Joventut 7:13 Minuten auf dem Feld, schaffte zwei Punkte, einen Rebound und einen Assist. „Das war eine großartige Erfahrung; ich bin dankbar, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe“, sagt Walker, der seine relativ geringe Körpergröße von 1,85 Meter bei 82 Kilo durch enorme Sprunggewalt und wieselflinke Athletik ausgleicht.

Am Dienstagabend stand er beim Duell gegen den BC Andorra nicht für Hamburg im Kader. Das Bundesliga-Debüt gab es ebenfalls noch nicht. Für Jordan Walker ist das kein Weltuntergang. Er ist auch nicht bei jeder Trainingseinheit in Wilhelmsburg dabei. „Ich bin quasi auf Stand-by. Wenn sie mich brauchen, dann bin ich sofort da.“

Walker beweist sich als Teamplayer für den gesamten Verein

Für die sonst bisweilen zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz wandelnden US-Amerikaner ist solch eine Bescheidenheit – gerade wenn der Spieler so auftrumpft – tendenziell ungewöhnlich. Wie auch die Integration in den Gesamtverein. Walker schaut sich auch die Heimspiele der Zweitliga-Frauen an, er hat bisher erst eine Partie verpasst. Geplant sind auch weitere Besuche anderer Mannschaften des Clubs. Er möchte einfach „unterstützen“.

Auch gegen Schwelm ist Walker wieder einmal der Topscorer

Das ist ihm sportlich beim 95:85 (51:47)-Sieg des SC Rist bei EN Baskets Schwelm wieder einmal gelungen – neben Topscorer Walker (22) trafen auch Yngve Jentz Linus Hoffmann, Leif Möller, Martin Jelic und Hendrik Drescher im zweistelligen Bereich. Das 20:9 der Gäste im dritten Abschnitt sei richtungsweisend für den vierten Sieg im sechsten Spiel gewesen, so Rist-Cheftrainer Stephan Blode. Nach einem guten ersten Abschnitt, der 31:22 aus Sicht des Wedeler Pro B-Teams endete, kamen die Schwelmer wieder nah heran. Dann sorgte Viertel Nummer drei für ein „Polster und einen dann recht souverän eingefahrenen Sieg“, so Blode. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Gabriel Kuku (Sprunggelenk). An diesem Sonnabend empfängt Wedel Iserlohn am Steinberg (19.30 Uhr).

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