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Rückkehr ins Torneum als des Gegners Co-Trainer

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Wolfgang Helm
Martin Schwabe (r.) als Co-Trainer an der Seite von Union-Coach Thorben Reibe.

Martin Schwabe (r.) als Co-Trainer an der Seite von Union-Coach Thorben Reibe.

Foto: Kalle Meincke / KBS-picture

Martin Schwabe war Assistenzcoach von Fußball-Oberligist FC Union. Nun kommt er mit dem SV Rugenbergen zum Kellerduell nach Tornesch

Tornesch/Bönningstedt.  „Inzwischen ist es so, dass ich nicht weine, wenn Union Tornesch verliert.“ Denn das Herz des Martin Schwabe schlägt seit einigen Monaten für den SV Rugenbergen, als dessen Co-Trainer der 35 Jahre alte Moorreger zum Kellerduell der Fußball-Oberliga an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrt.

Als der Etat zu knapp wird, muss Schwabe in Tornesch gehen

Die Saison 2018/19 war sein Jahr. Da hatte Schwabe als Assistent von Thorben Reibe zum Oberliga-Aufstieg der Tornescher beigetragen. Parallel führte er den Nachwuchs des Clubs in die Regionalliga der A-Junioren, diese Spielklasse schaffte vor ihm keiner im Kreis Pinneberg. Dass ihm der FC Union im zurückliegenden Sommer kein adäquates Angebot unterbreitete, schmerzt ihn, der sich auch als Spieler (2004 bis 2009, 2013 bis 2019) um den Verein verdient gemacht hatte und trotz der Trennung weiterhin seinen Vereinsbeitrag leistet. Doch dann reichte das Geld nicht, ihn weiter zu beschäftigen. „Wir hatten schon einen Co-Trainer und einen Torwarttrainer. Mehr gab der Etat nicht her“, sagt Thorben Reibe, der bereit gewesen wäre, erhebliche Kompetenzen an Schwabe abzutreten.

Im zweiten Anlauf hat Fischers Werben bei Schwabe Erfolg

Endgültig verloren für den FC Union war der B-Lizenzinhaber, als sich Michael Fischer meldete. 2020 hatte Schwabe dem SVR-Coach noch eine Absage erteilt, ein Jahr später nicht mehr. Vom FC Union verabschiedete sich der Unternehmer (Uetersener Lohnsteuer-Hilfe-Verein) mit kritischen Untertönen. „Dass der Club nur fünf seiner Talente für die Herren gewinnen konnte, ist aus meiner Sicht enttäuschend. Einige mehr waren dabei, die sich früher oder später in der Herren-Oberliga durchgesetzt hätten. Es fehlte aber am Bemühen um diese Jungs.“

Dankbar bediente sich dafür die nähere Umgebung (Rasensport Uetersen, Kummerfelder SV) am Tornescher Talenteschuppen. Schwabes ehemalige Schützlinge Jari Maack, Morris von Winckelmann, Anil Orhan, Tim Aufgebauer und vor allem Patrice Meyer entwickelten sich zwar so, dass sie in Reibes Überlegungen stets eine Rolle spielen.

Union blickt auf 14 Niederlagen in 14 Spielen zurück

Die verheerende Bilanz der zurückliegenden 14 Punktspiele – 14 Niederlagen – konnten die Eigengewächse aber nicht schönen. Die Frage stellt sich, gegen wen Union überhaupt noch gewinnen will, wenn nicht gegen den Tabellennachbarn SV Rugenbergen, der mit dem Rückenwind des ersten Saisonsieges – 1:0 über den Niendorfer TSV – im Torneum antritt.

Bitter für Reibe ist der urlaubsdingte Ausfall von Allrounder Fabian Knottnerus, während die Gäste auf Yannik Kurowski (Urlaub) und Kevin Beese (erkrankt) verzichten müssen. Für die ins Training zurückgekehrten Stürmer Marlon Stannis und Kilian Utcke kommt die Startelf vermutlich noch zu früh.

Gegen ein weiteres 1:0 hätte Martin Schwabe, während Fischers Abwesenheit vergangene Woche starker Motivator des SVR-Teams, nichts einzuwenden.

SV Halstenbek-Rellingen startet Mini-Serie der Topspiele

Ein Scheitern der Bönningstedter und der Tornescher im Abstiegskampf verhieße nicht unbedingt das Ende des Oberliga-Fußballs im Westen Hamburgs. Denn da gibt es noch die SV Halstenbek-Rellingen (Landesliga), die in den direkt aufeinander folgenden Partien gegen den SSV Rantzau (4.), TuRa Harksheide (3,) und Niendorfer TSV II (2.) die Weichen für die Rückkehr ins Oberhaus stellen will. Im letzten Heimspiel 2021 ist aber Vorsicht geboten. Der SSV reist mit der Empfehlung an, Tura und Niendorf II insgesamt vier Punkte abgeknöpft zu haben.

Bei Rasensport Uetersen ist der Schock über die bevorstehende Umwertung des 2:1 auswärts über den VfL Pinneberg in ein 0:3 der Entschlossenheit gewichen, dann eben gegen die FTSV Altenwerder den zweiten Saisonsieg zu erzwingen. Kapitän Philipp Ehlers steht nach zwei Spielen Sperre wieder zur Verfügung.

VfL Pinneberg tritt bei Schlusslicht Nikola Tesla an

Vor seinem Erfolg am Grünen Tisch winkt dem VfL die Möglichkeit, sein Punktekonto auf dem Kunstrasen des Tabellenletzten Nikola Tesla aufzustocken. Allerdings bangt Trainer Marc Zippel gegen seinen Ex-Club (5. Oktober 2014 bis 27. September 2015) um Neffe Lennart und Ramy Mansour (erkrankt).

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