Unwetter und Fussball

Torneum nach Überschwemmung nun wieder bespielbar

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Wolfgang Helm
Die Wassermassen der vergangenen Woche haben den Kunstrasen des Torneums vorübergehend unbespielbar und kostspielige Instandsetzungsarbeiten notwendig gemacht.

Die Wassermassen der vergangenen Woche haben den Kunstrasen des Torneums vorübergehend unbespielbar und kostspielige Instandsetzungsarbeiten notwendig gemacht.

Foto: Union Tornesch / FCU

Kunstrasen tagelang unbrauchbar; Union-Teams treten im Pokal auswärts an. Trainerin-Premiere durch Martina Bohl; FCE und KSV weiter

Tornesch. Wie hoch der Schaden ist, will Detlef Arndt zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder schätzen noch beziffern. Für den Vorsitzenden vom Fußball-Club Union Tornesch ist zurzeit nur eines von Bedeutung. „Unsere Plätze sind wieder für den Betrieb freigegeben.“

Mehrere Starkregen spülen das Granulat von den Rasenflächen

Ende letzter Woche hatte das noch anders ausgesehen. Ein Starkregen spülte massenhaft Granulat von den Kunstrasenplätzen des Torneums auf die Steinplatten der Gehwege und Unterstände, auch über die Felder. Etliche hellbraune Flecken taten sich auf im Grün. An Training war nicht mehr zu denken. Zahlreiche Jugendtrainer und Spieler des Clubs traten stattdessen an, die Substanz zusammenzufegen und zurückzutragen. Am nächsten Tag erschienen Angestellte des alarmierten Bauträgers, die Flächen zu bürsten. Wie viel Granulat im Abwasser gelandet ist, wird noch geprüft. „Bin ich froh, dass wir Kork und kein Gummi genommen haben. Sonst hätten wir jetzt vielleicht ein Umweltproblem“, sagt Arndt.

Am Sonntag tobte schon wieder das Leben. Die Kinder spielten auf den Kunstrasenplätzen. Die Tornescher Oberliga-Herren bevorzugten allerdings ein Testspiel auf Naturrasen gegen den Heidgrabener SV (Bezirksliga), das sie ebenso gewannen wie das Lotto-Pokalspiel zwei Tage vorher beim SV Friedrichsgabe.

Björn Dohrn bezahlt Ausgleichstor mit Muskelverletzung

Nach dem 0:1 von Tobias Brandt trugen Björn Dohrn, Fabian Knottnerus und Morris von Winckelmann die Treffer zum 3:1 (2:1) zusammen. Ärgerlich: Bei seinem Sprint auf dem Weg zum 1:1 handelte sich Dohrn eine Zerrung ein – Auswechselung nach 24 Minuten. Damit drohte der beste Union-Stürmer den Punktspielstart am kommenden Sonntag gegen den TuS Osdorf zu verpassen.

Mit ihrer Vertretung für Arne Frank schreibt Martina Bohl Pinneberger Fußballgeschichte

Die Union-Zweite trat auswärts auf dem Kunstrasen an der Schulauerstraße an und kann es nach dem 2:3 im Holsten-Pokal gegen Cosmos Wedel II bezeugen. Die Wedeler boten Martina Bohl als Trainerin auf und damit die erste Frau, die jemals bei einem Pflichtspiel der Herren im Kreis Pinneberg offiziell an der Seitenlinie amtierte. Die Fußball-Koordinatorin des SCC war kurzfristig für Arne Frank eingesprungen, der nach seiner zweiten Impfung gegen Corona an heftigen Reaktionen litt. Vom Team restlos begeistert führte Bohl den überraschenden Erfolg nach Toren von Nicolas Segitz (2) und Sebastian Röhling auf „großen Siegeswillen“ zurück.

FC Elmshorn müht sich ohne Coach Hassan zum 4:1-Sieg bei Sportfreunde Pinneberg

Zum ernsten Thema wurde Corona auch beim FC Elmshorn (Bezirksliga). Nachdem ein enger Verwandter an Covid-19 erkrankte, blieb es dem neuen FCE-Trainer Hesham Hassan nicht erspart, sich bis zum 16. August in Quarantäne zu begeben. Vize-Präsident Uwe Wölm übernahm die Aufsicht und ärgerte sich, dass sein Team auswärts gegen Sportfreunde Pinneberg (Kreisklasse A) um das Weiterkommen zittern musste.

Dennis Altergott (6.) und Jakub Kokoc (15.) hatten für die frühe 2:0-Führung der Elmshorner gesorgt. Dann aber überhörte der Favorit den Weckruf des 1:2 von Johannes Lange (45.). Sportfreunde bot einen „tollen Kampf“ (Wölm). Der war erst nach weiteren FCE-Treffern von Max Fehlberg (88.) und Ayaovi Sossou (90.+2) vorbei – 1:4.

Nils Hachmann coacht zwei Pokalspiele an einem Tag

Nils Hachmann hatte es eilig. Bei dem 5:3 der KSV-Zweiten gegen den SC Egenbüttel II (Holsten-Pokal) verzichtete der Über-Trainer des Kummerfelder SV auf die letzten zehn Minuten, um pünktlich in Elmshorn zu sein. Die Kummerfelder Erste (Bezirksliga) besiegte dort Holsatia/EMTV (Kreisliga) nach Toren von Enzo Simon (3), Hannes Rudek, Mikael Großmann und Janko Behrs glatt mit 6:1 (2:0). Schonen will sich Hachmann nicht, sondern unbedingt beide Kummerfelder Leistungsteams coachen: „Natürlich nur, wenn sich die Spiele nicht wesentlich überschneiden.“

Holsatia-Spieler spenden Einnahmen von Flut betroffenem Verein in Rheinland-Pfalz

Hintergrund: Hachmann sieht fast alle 40 Akteure des Gesamtkaders auf Augenhöhe und will keinen einzigen ihrer Entwicklungsschritte verpassen. Holsatia-Torschütze: Chris Hartmann. Die Einnahmen aus dieser Partie (250 Euro) spendeten die Elmshorner ihren stark von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Sportfreunden des Ahrweiler BC (Rheinland-Pfalz).

TuS Hemdingen-Bilsen ist letzter Kreisligist der Westgruppe in dritter Pokalrunde

Als einziges Kreisligateam der West-Gruppe schaffte es der TuS Hemdingen-Bilsen in die dritte Runde des Lotto-Pokals. Am verdienten 4:1 (3:1) über den läuferisch unterlegenen TuS Hasloh (Bezirksliga) gab es nichts zu rütteln, auch wenn der Hasloher Niklas Neumann in der 75. Minute einen Foulelfmeter verschoss. Besser machte es Tim Heinitz, der einen Hemdinger Strafstoß zum 2:1 verwandelte (36.) sowie außerdem noch das 1:0 (12.) und 4:1 (89.) für die Gastgeber erzielte. Weitere Torschützen waren Jan Buck (1:1/16.) und Hendrik Schmiedehausen (3:1/44.).

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