Tennis

Mit Jetlag in den Beinen bis in Viertelfinale gekämpft

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Ulrich Stückler
Die Halstenbekerin Alicia Melosch (21) spielt für den Großflottbeker THGC, studiert aber zurzeit an der San Diego State University in Kalifornien.

Die Halstenbekerin Alicia Melosch (21) spielt für den Großflottbeker THGC, studiert aber zurzeit an der San Diego State University in Kalifornien.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Die Verbandsmeisterschaften waren für Alicia Melosch harte Arbeit. Vier Tage vor ihrem ersten Match ist sie aus San Diego eingeflogen

Hamburg.  Nach einigen weiteren Nächten im elterlichen Zuhause in Halstenbek sieht die Welt für Alicia Melosch schon ganz anders aus. „Ja doch, jetzt nach einer Woche habe ich den Jetlag wohl ganz überwunden“, sagt die für den Großflottbeker THGC aufschlagende Tennisspielerin mit munterer Stimme und gut gelaunt.

Einige Tage zuvor bei den gemeinsamen Tennis-Verbandsmeisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein auf dem Plätzen des Marienthaler THC war die Laune der 21-Jährigen zwar auch nicht schlecht gewesen, doch in den Beinen der Studentin an der kalifornischen San Diego State hatten noch die Strapazen eines über halbtägigen Fluges über neun Zeitzonen hinweg gesteckt.

Nach dem Langstreckenflug sind nur drei Trainingseinheiten bis zum Turnier möglich

„Ich hatte nach meiner Ankunft bis zum ersten Meisterschaftsspiel nur dreimal trainieren können und habe dann immer noch deutlich die Zeitumstellung gespürt“, sagte die Linkshänderin, „insofern hatte ich mir für die Verbandstitelkämpfe auch nicht viel ausgerechnet und freue mich, das Viertelfinale erreicht zu haben.“ Vor der Runde der letzten Acht hatte Alicia Melosch an Position fünf vorplatziert die ungesetzte Jana Bögner (THC von Horn und Hamm) mit 6:1, 6:2 sowie deren Clubkameradin und Qualifikantin Helene Grimm 7:5, 6:4 ausgeschaltet.

Wegen Corona waren an der Universität die Fitnessräume geschlossen

Beim 2:6, 1:6 im Viertelfinale gegen die spätere Turniersiegerin Anastasia Pribylova (SC Condor) musste Melosch ihrer noch nicht ganz wiederhergestellten Physis Tribut zollen. „Sie war schon deutlich schneller und fitter als ich“, bekannte die US-Studentin. „Da hat dann auch hineingespielt, dass bei uns an der Uni Corona-bedingt das Gym über Monate dicht war. Dazu kam dann noch, dass ich zweimal wegen Positivtests im Teamumfeld in Quarantäne musste. Intern konnten wir zwar miteinander auf den Platz und an unserem Spiel feilen, aber die Athletik hatte schon ein wenig gelitten.“

Nächstes Turnier sind die Nord-Ost-Deutschen Meisterschaften beim UHC

Für die kommende Aufgabe sieht sich Alicia Melosch aber nun bestens gerüstet. Am 11. Juni beginnen auf der Anlage des UHC am Wesselblek 8 die Nord-Ost-Deutschen Meisterschaften. „Dafür bin ich angenommen worden; und wie gesagt: der Jetlag ist nun weg.“

Bei den Nordostdeutschen möchte auch Tessa Brockmann gern aufschlagen. Die Spitzenspielerin des TV Uetersen war ebenfalls bei den Verbandsmeisterschaften am Start, musste sich aber nach einem Erstrundenerfolg über Michelle Weinstock (6:2, 6:1, Der Club an der Alster) mit einem 2:6, 4:6 gegen die an sieben gesetzte Anna-Marie Weißheim (Großflottbeker THGC) aus dem Turnier verabschieden. „Es war nicht ganz die Leistung, die ich mir erhofft hatte“, sagte die 15-Jährige bilanzierend. „Ich weiß, dass ich mehr kann; zum Glück gehts gleich an diesem Wochenende weiter.“ Wenn es nicht zum Startplatz am Wesselblek reichen sollte, dann beim ITF Juniors im dänischen Aarhus.

Im Championstiebreak hauchdünn am Hauptfeld vorbei

Ihre ein Jahr jüngere Teamkameradin Leni Barmbrock hatte sich in der Qualifikation der Verbandsmeisterschaften versucht und verpasste knapp den Einzug ins Hauptfeld. Nach einem souveränen 6:1, 6:2 über Carla Intert (TCRW Wahlstedt) zog sie gegen Lisa Körner (TSV Glinde) beim 6:4, 3:6, 7:10 erst im Championstiebreak den Kürzeren. „Ich habe an sich nicht schlecht gespielt, aber auch nicht besonders gut. In den letzten Matches bin ich der Meinung, dass ich nicht spielerisch verloren habe, sondern mental. Dafür, dass das jetzt aber erst mein zweites Turnier in dieser Saison war, bin ich zufrieden; aber ich weiß, dass es noch deutlich besser geht.“

Mit sich und seiner Leistung einverstanden ist auch Lucas Hellfritsch. Der Waldenauer, der für den Suchsdorfer SV aufschlägt, musste erst im Halbfinale gegen den späteren Sieger Leonard von Hindte (Der Club an der Alster) mit 6:7, 4:6 die Segel streichen. Zuvor hatte die Nummer 55 der DTB-Rangliste drei klare Zweisatzsiege eingefahren.

„Klar, ich komme zu so einem Turnier, um zu gewinnen“, sagte 23-Jährige, der sich im April in der Türkei auf einigen ITF-Turnieren Wettkampfpraxis geholt hat und ebenfalls für die Nordostdeutsche gemeldet hat. „Aber ich habe vier wirklich gute Matches bestritten und bin zufrieden mit mir.“

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