Corona-Modellprojekte

Basketballer des SC Rist müssen auf zweite Bewerbung warten

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Ulrich Stückler
Andrea Koschek, Vorsitzende des SC Rist Wedel 

Andrea Koschek, Vorsitzende des SC Rist Wedel 

Foto: Frederik Büll / HA

Die Wedeler und weitere Bewerber aus dem Kreis bleiben unberücksichtigt. Projekte gehen unter anderem nach Flensburg, Kiel und Itzehoe

Kiel/Kreis Pinneberg. Das Landes-Innenministerium in Kiel hat seine Entscheidung getroffen, welche sieben von 27 Bewerbungen aus Kommunen und Vereinen künftig als Modell­ für den Sportbereich fungieren dürfen. Die auserwählten Projekte in Flensburg, Itzehoe (2), Eckernförde, Hennstedt sowie Kiel (2) sollen beispielhaft für viele Sporttreibende im Land ausloten, wie unter Corona-Bedingungen eine organisierte, sportliche Betätigung insbesondere in Gruppen möglich sein wird.

„Die sieben Projekte zeichnen sich durch ein sehr gutes und durchdachtes Konzept aus und umfassen sehr unterschiedliche Sportarten und Altersgruppen – darüber freue ich mich besonders“, erläutert Innenministerin Sütterlin-Waack die Kieler Entscheidung. „Die ausgewählten Projekte haben sich eng an den Vorgaben unseres Interessenbekundungsverfahrens und den darin genannten Bedingungen orientiert. Sie beinhalten unter anderem ein umfangreiches Testsystem, ein Kontrollsystem, Abbruchkriterien und werden wissenschaftlich ausgewertet.“

Bewerber aus dem Kreis Pinneberg scheitern an einer Verwaltungs-Formalie

Bewerber aus dem Kreis Pinneberg wurden indes nicht berücksichtigt. So, wie das Swim-Team Stadtwerke Elmshorn, der VfL Pinneberg mit einem Gesundheitssportprojekt oder eben auch der SC Rist Wedel. „Ich muss zugeben, dass ich sehr enttäuscht bin. Schließlich haben wir mit unserem Pro-B-Team über eine Saison hindurch bewiesen, dass wir Hygienekonzepte umsetzen können und hätten dies nun auf den Gesamtverein ausweiten wollen“, sagt die Rist-Vorsitzende Andrea Koschek.

Der Grund für die Absage erzeugt nicht nur bei der Rist-Vorsitzenden Kopfschütteln: „Leider hat sich das Gesundheitsamt des Kreises Pinneberg mit Verweis auf die personell knappe Situation außerstande gesehen, unsere Bewerbung wie auch die anderen aus dem Kreis zu unterstützen und hat sich gar nicht erst mit den Unterlagen befasst. Das wäre aber eine Voraussetzung gewesen, um in die engere Wahl gezogen zu werden. Dabei hätte unser Projekt im Vergleich zu mancher ,Insellösung‘ von erfolgreichen Bewerbern klare Vorteile gehabt. Aber wir sind Sportler und stecken diese Niederlage weg.“

Sportpolitische Sprecherin der CDU im Landtag ist dennoch zufrieden

Auch wenn kein Vertreter aus ihrem Heimatkreis berücksichtigt wurde, äußert sich die sportpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Barbara Ostmeier zumindest mit der Sache an sich zufrieden: „Ich freue mich, dass nach dem Tourismus und mit der Kultur nun auch der Sport Modellprojekte im Land Schleswig-Holstein zu bieten hat. Damit wird der Sport seiner Vorbildfunktion erneut gerecht“, sagt die Hetlingerin. „Jetzt werden uns Modellprojekte in verschiedenen Sportarten zeigen, wie wir während der Corona-Pandemie gemeinsam Sport treiben können. Dies ist der richtige Weg für ein zukünftiges Sportland Schleswig-Holstein.“

Mit Blick darauf, dass unter den Bewerbern einige qualifizierte Vereine und Kommunen nicht zum Zuge gekommen seien, sagt Ostmeier: „Ich wünsche mir, dass diese und auch neue Bewerber in einer möglichen zweiten Phase zum Zuge kommen können.“ Vielleicht finden dann ja auch der SC Rist Wedel und seine Mitbewerber aus dem Kreis ein wenig mehr Unterstützung.

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