Basketball

SC Rist Wedel verspielt den Sieg nach Aufholjagd

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Frederik Büll
Mario Blessing im Zweikampf mit Düsseldorfs Shawn Gulley.

Mario Blessing im Zweikampf mit Düsseldorfs Shawn Gulley.

Foto: Frederik Büll

Wedeler drehen Fehlstart gegen ART Giants Düsseldorf – doch dann wendet sich das Blatt. Assistenz-Trainer Haase jetzt fest an Bord.

Wedel. In der Saison 2012/2013 hat Torben Haase schon einmal Pro B-Luft schnuppern können. Der mittlerweile 28 Jahre alte Schenefelder war in jener Basketball-Saison Assistenz-Trainer unter Chefcoach Sebastian Gleim. „Die Pro B ist insofern nichts Neues für mich, aber dafür ist es ganz anders. Damals war ich frisch dabei. Jetzt habe ich schon ein bisschen Basketball-Erfahrung gesammelt“, sagt er.

Mitte November des Vorjahres wurde die Spielzeit in der 2. Regionalliga Nord abgebrochen. Haase trainiert hauptverantwortlich den dort ansässigen SC Rist II. Und er ist ebenfalls zuständig für das Team der Hamburg Towers – Kooperationspartner der Wedeler – in der Nachwuchsbasketballbundesliga.

Als sich abzeichnete, dass seine beiden Aufgabenfelder auf unbestimmte Zeit wegen der Corona-Situation nicht bearbeitet werden können, wechselte Haase fest in das Trainerteam des Rist-Zweitliga-Teams um Benka Barloschky und dessen Co-Trainer Stephan Blode.

„Torben ist fleißig. Er beschäftigt sich viel mit Basketball und entwickelt sich in all den Jahren, die wir uns schon kennen, immer weiter. Er hat viel Liebe für das Spiel und investiert eine Menge Energie“, so Barloschky. Seit 2015 ist der Rist-Coach im Trainerteam der Hamburger beschäftigt und ein Austausch der Trainerkollegen gegeben. Normalerweise ist Torben Haase dafür zuständig, die Nachwuchsbasketballer auf Einsätze im professionellen Basketball in Wedel und Hamburg vorzubereiten. Nun kann er eine Stufe darüber auch live dabei sein. „Jetzt sehe ich Woche für Woche im Training und Spiel, in welche Richtung es weitergehen soll“, sagt Haase, der gerade an seiner Master-Arbeit für sein Lehramtsstudium an der Uni Hamburg feilt.

Bringt es für die sportliche Weiterentwicklung mehr, Chef oder Assistent zu sein? Haase: „Das kann ich schwer beantworten, weil es zwei verschiedene Jobs mit unterschiedlichen Aufgaben sind.“ Auf jeden Fall „lerne ich unter Benka viel über Details des Spiels“, so der Co-Trainer. Wie sollte ein Spieler in bestimmten Situationen in welche Richtung dribbeln? Sollte er lieber passen oder abschließen? Welche Entscheidung ist in speziellen Situationen die richtige?

„Benka ist ein sehr humorvoller Trainer, der aber auch den Fokus auf die Arbeit setzt und das von jedem einfordert. In jedem Training wird ab der ersten Sekunde Vollgas gegeben. Dabei bleibt er aber menschlich locker.“ Haase ist seit 13 Jahren als Spieler und Trainer aktiv. Auf dem Feld habe er nach Stationen in Schenefeld und Pinneberg recht früh gemerkt, dass es für die höheren Ligen nicht reicht. Für Rendsburg und den SC Rist trat er je ein Jahr in der 2. Regionalliga Nord an. Also arbeitete er sich als Trainer allmählich nach oben.

Die Leistungskurve des SC Rist zeigt dagegen in der von Corona und Verletzungspech geprägten Saison deutlich nach unten. Im Heimspiel gegen die ART Giants Düsseldorf unterlagen die Wedeler knapp mit 79:81(43:39). Die Abstiegsregelung ist ausgesetzt, auch 2021/22 wird Wedel in Deutschlands dritthöchster Spielklasse spielen. Das ist eine der wenigen positiven Nachrichten für das junge Team. Dabei war die Leistung wieder einmal ordentlich.

„Wir haben wieder gezeigt, wozu wir fähig sind mit einer guten Energieleistung nach einem verschlafenen Beginn“, sagte Barloschky. Erst nach gut sechs Minuten und einem Rückstand von 5:21 im ersten Viertel standen die Wedeler auch geistig auf dem Feld. „Düsseldorf hat das super gemacht. Da gehören ja immer zwei Teams dazu. Wir haben leider manchmal die Tendenz, wenn der Gegner Vollgas gibt, dass wir uns davon beeindrucken lassen und nicht richtig dagegen halten“, sagte der 33 Jahre alte Coach. Wedel berappelte sich, drehte die Partie und kontrollierte das Geschehen teilweise.

Zur Halbzeit gab es eine 43:39-Führung. Die letzten zehn Minuten begannen mit einem 66:66. Am Ende war Düsseldorf zwei Punkte besser, „weil wir uns mit Ballverlusten in der Schlussphase selbst wehgetan haben“.

Leif Möller (17) war mit 22 Punkten – 18 davon per Dreier (Erfolgsquote 75 Prozent) – bester Rist-Werfer. Barloschky: „Ich freue mich für ihn.“ Er gehöre jedoch auch zum Kollektiv, das nicht geschafft habe, diese Partie zu gewinnen. Am Sonntag gibt es die letzte Partie in Wedel gegen die Rheinstars Köln (16 Uhr).

Viertel-Ergebnisse: 16:22, 27:17, 23:27, 13:15.SC Rist (Punkte): Leif Möller (22), Aurimas Adomaitis (15), Osaro Jürgen Rich (14), Linus Hoffmann (9), Mario Blessing (8), Maksim Gorbachov (6), Moritz Kröger (3), Yngve Jentz (2).

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