Jugendfussball

Die vier langen Monate des Wartens sind vorüber

| Lesedauer: 4 Minuten
Ulrich Stückler
Endlich wieder. Nach über vier Monaten ohne Teamtraining sind die E-Juniorinnen das erste Fußball-Nachwuchsteam des VfL Pinneberg, das nach Lockerung der Corona-Richtlinien auf dem neuen Kombi-Kunstrasen im Stadion 2 mit 20 Mädchen trainieren darf. Nachwuchscoach Stephan Ulrich (54, im Hintergrund) leitet die in vier Gruppen aufgeteilten Mädchen an; hier ist Ballführung im Lauf das Thema.

Endlich wieder. Nach über vier Monaten ohne Teamtraining sind die E-Juniorinnen das erste Fußball-Nachwuchsteam des VfL Pinneberg, das nach Lockerung der Corona-Richtlinien auf dem neuen Kombi-Kunstrasen im Stadion 2 mit 20 Mädchen trainieren darf. Nachwuchscoach Stephan Ulrich (54, im Hintergrund) leitet die in vier Gruppen aufgeteilten Mädchen an; hier ist Ballführung im Lauf das Thema.

Foto: Ulrich Stückler / HA

VfL-Jugendfußballer nutzen Lockerung der Corona-Restriktionen für Training der E-Juniorinnen. Es ist auch Einweihung des Kunstrasens

Pinneberg.  Sven Lempfert steht zufrieden lächelnd am Spielfeldrand des neuen Kunstrasenplatzes im Stadion 2 des VfL Pinneberg. Es ist der Moment, den der Jugendleiter der Fußballsparte des Pinneberger Breitensportvereins sowie die vielen Trainer und Aktiven der VfL-Kickerinnen und -kicker so sehr herbeigesehnt haben. Endlich rollt der Ball auch wieder zwischen ihnen und ihren Teammitgliedern hin und her. Es ist Trainingszeit.

Den Vorreiter für die rund 480 Nachwuchsfußballerinnen- und -fußballer des VfL machen an diesem späten Nachmittag 20 E-Juniorinnen der Altersklasse U11. Es ist der erste Tag, an dem die geänderten Corona-Regularien das Gruppentraining für eben diese bis zu 20 Kinder unter 14 Jahren in dieser Form draußen zulassen.

„Als die Verordnung rauskam und sich diese erste Trainingsmöglichkeit abzeichnete, habe ich sofort den Termin in die Whatsapp-Gruppe dieses Teams gestellt; innerhalb von nur einer Stunde waren alle Plätze weg“, sagt Sven Lempfert. „Von den vier fehlenden der insgesamt 24 Mädchen hätte nur eines an diesem Tag nicht gekonnt; die übrigen drei waren natürlich sehr geknickt. Aber auch für die versuchen wir baldmöglichst eine Trainingsmöglichkeit zu schaffen.“

Ein Ansturm, der den Heißhunger auf Fußball widerspiegelt, wie ihn auch der Jugendleiter empfindet. „Seit dem 1. November können wir nicht mehr im Mannschaftsverbund trainieren. Einzel- und Techniktraining sind gerade auch in diesen Altersgruppen kein Ersatz für das Erlebnis, gemeinsam mit den Freundinnen und Teamkameradinnen den Sport ausüben zu dürfen, den sie doch gerade erst zu lieben begonnen haben. Bei uns herrscht große Aufbruchstimmung.“

Coach Stephan Ulrich führt die Mädchen durch ihr erstes Training nach dem Lockdown

Erste Nutznießerinnen der neuen Möglichkeiten auf dem frisch geschaffenen Kunstrasen sind also die E-Juniorinnen. Trainer Stephan Ulrich ist die Freude anzusehen, mit der er die 20 Deerns zuerst in einem weiten Zirkel am Anstoßkreis um sich versammelt, um sie mit der obligatorischen Aufwärmgymnastik zuerst ein wenig zu „quälen“. Doch wat mutt, dat mutt.

Als hätte es nie eine Unterbrechung gegeben, dreht der 54-Jährige seine Runde und korrigiert, wenn zum Beispiel bei einer Halteübung geschummelt wird. Schließlich ist dies immer noch Sport. Dann bilden die Mädchen gleichgroße Gruppen und verteilen sich auf vier Übungsstationen. Agilität, Koordination oder auch Ballbehandlung sind die Übungsinhalte. Auch wenn viel gelacht wird, alle sind mit Feuereifer dabei.

VfL-Fußballer wollen von nun an die Zeit auf den Plätzen optimal nutzen

So soll es nach Dafürhalten von Sven Lempfert auch in den kommenden Wochen ungebremst weitergehen. Das Wetter muss mitspielen, und eben die Verordnungen rund um die Pandemielage. „Wenn die Rahmenbedingungen gegeben sind, wollen wir den maximal möglichen Zeitrahmen für Trainingsbetrieb ausschöpfen“, sagt der 47-Jährige. „Das hieße, dass wir an Wochenenden von neun bis 20 Uhr und wochentags zumindest von 16 bis 21 Uhr auf den uns zur Verfügung stehenden Plätzen Training anbieten wollen. Immer im durch die Regelungen maximal zulässigen Umfang.“

Einen Wermutstropfen muss der Jugendleiter mit Blick auf den schmucken und hochmodernen Kunstrasen hinnehmen. „Leider können wir uns im Stadion 2 nur bis 31. März austoben. Der neue Platz ist halt nun mal ein Kombiplatz, den wir uns mit der Hockeyabteilung teilen“, sagt Lempfert. „Es ist schon großes Pech, dass unser erster Nutzungszeitraum vom 1. Oktober bis 31. März fast identisch mit dem zweiten Sport-Lockdown durch Corona ist. Aber uns tröstet, dass wir hervorragend mit der Hockeyabteilung und ihrem Leiter Olaf Mai zusammenarbeiten. Sollte es außer der Reihe nutzbaren Freiraum seitens der Hockeyspieler geben, bin ich optimistisch, dass wir drauf zugreifen dürfen.“

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