Sportpolitik

Gemeinde Halstenbek beschließt über Sportplatz Bickbargen

| Lesedauer: 3 Minuten
Ulrich Stückler
Nun vom Tisch: Nach dem umstrittenen und ursprünglich beschlossenen Entwurf einer neuen Lichtanlage für den Sportplatz Bickbargen, wäre nur der Fußballplatz beleuchtet worden.

Nun vom Tisch: Nach dem umstrittenen und ursprünglich beschlossenen Entwurf einer neuen Lichtanlage für den Sportplatz Bickbargen, wäre nur der Fußballplatz beleuchtet worden.

Foto: Lärmkontor GmbH / HA

Abgeordnete kippen ihr Votum aus dem Dezember. Neu Lichtanlage nun für Laufbahn statt Rasenplatz, Masten hätten Sport-Abi gefährdet

Halstenbek.  Kaum zu glauben, dass ein derart einhelliges Abstimmungsergebnis eine solch unruhige Vorgeschichte hat. Auf der Gemeindevertreterversammlung von Halstenbek haben die Vertreter der Parteien ohne Gegenstimme bei lediglich einer Enthaltung eine endgültige Lösung für die Beleuchtungsanlage auf dem Sportplatz Bickbargen am Wolfgang-Borchert-Gymnasium abgesegnet.

Künftig soll nach Abschluss der noch 2021 beginnenden Sanierungsarbeiten auf dem kombinierten Fußball-/Leichtathletikplatz die nun zu installierende Beleuchtungsanlage ausschließlich Licht auf die Laufbahn des Stadions werfen. Die in die Jahre gekommenen Flutlichtmasten werden abgebaut, Fußballbetrieb auf dem Rasen wird künftig nur noch bei Tageslicht möglich sein.

Neuer Beschluss dreht den Entscheid aus dem Dezember zum Vorteil der Leichtathleten

Dieses Ergebnis ist die krasse Umkehr des Beschlusses aus dem Dezember. Zur Erinnerung: Vor gut zehn Wochen votierten die Gemeindevertreter für eine Beleuchtungsvariante, bei der die Lichtmasten auf die Rasenfläche versetzt werden sollten und Helligkeit nahezu ausschließlich für den Fußballplatz gespendet hätten.

Ein Beschluss, der im Dezember unverzüglich Vertreter der Leichtathletiksparte der Halstenbeker TS und vom Wolfgang-Borchert-Gymnasium auf den Plan rief. Beide Seiten fühlten sich im Zuge der Planung mit ihren Anforderungen an kommende Gegebenheiten falsch verstanden; die neue Lösung würde Leichtathletik und Schulsport durch die Platzierung der Masten auf dem Rasen sowie jegliche fehlende Beleuchtung für die Laufbahn zu weiten Teilen unmöglich machen. Fußballkreise hingegen lancierten darauf Nachrichten in Richtung Presse, dass es hier um Verdrängungsbestrebungen gegen die Fußballer gehe. Ein hochemotionales Thema.

Ortstermin stellt die Weichen für neue Beschlussvorlage

Umso sachlicher dann die Herangehensweise für eine trag- und mehrheitsfähige Problemlösung. Auf einem Ortstermin mit Verwaltung, Schul- und Vereinsvertretern im Januar (das Abendblatt berichtete) fanden Schulleiter Veit Poeschel und HT-Abteilungsleiter Christian Küttner mit ihren Bedenken Gehör. So seien zum Beispiel Wurfdisziplinen nur noch eingeschränkt auszuüben, das Wolfgang-Borchert-Gymnasium könne mit den geplanten Veränderungen sogar kein Sportabitur mehr anbieten.

So mit neuen Anforderungen vertraut gemacht entwarf die Verwaltung für die aktuelle Gemeinderatssitzung eine neue Beschlussvorlage mit fünf Alternativen für die Platzbeleuchtung. Die Bandbreite umfasste neben der nun beschlossenen Variante 2 den Abbau der alten Anlage mit reinem Tageslichtbetrieb, die bisher geplante Version, keine Änderung der Situation mit dem Risiko, die Anlage jederzeit aus baulichen Gründen außer Betrieb nehmen zu müssen oder sogar der Verschiebung der Gesamtsanierung des Platzes, um weitere Beleuchtungsoptionen abzuklären.

Verwaltung betont, dass bisherige Mastpositionen nicht zu halten seien

Auf der Versammlung betonte die Verwaltung auf Nachfrage, dass eine Beibehaltung der Lichtmastpositionen für eine kombinierte Laufbahn- und Rasenbeleuchtung wegen der durch die Hochspannungsleitungen limitierten Bauhöhe der Masten und der so entstehenden Blendbeeinträchtigung der Anwohner in der Moortwiete nicht umsetzbar sei. Genug Argumente für das Plenum, sich nach langer Debatte und kurzer Beratungspause für Variante 2 zu entscheiden.

„Wir hätten uns gewünscht, dass bei einem sechsstelligen Betrag für die Platzsanierung ein breiterer Nutzerkreis der neuen Lichtanlage möglich gewesen wäre, der auch die Fußballer abgedeckt hätte“, sagte SPD-Fraktionschef Christoph Bittner. „Aber die Belange von Schule und Leichtathletiksparte haben überzeugt.“

Und auch die Sportausschussvorsitzende Katrin Ahrens (CDU) kann mit der gefundenen Lösung leben: „Das ist letztlich ein guter Beschluss. Schöner wäre halt nur gewesen, wenn schon im vergangenen Jahr verstärkt eine Variante gesucht worden wäre, um die Fußballer in dieses Konzept mit einzubinden.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport