Hamburger Fussball-Verband

HFV will Ende der Punktrunde am 4. März beschließen

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Wolfgang Helm
Offensivspieler Patrick Hoppe vermisst den Trainings- und Spielalltag mit den Oberligafußballern des SV Rugenbergen.

Offensivspieler Patrick Hoppe vermisst den Trainings- und Spielalltag mit den Oberligafußballern des SV Rugenbergen.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Außerordentlicher, digitaler Verbandstag soll weiteres Vorgehen festlegen. Hetlinger MTV verstärkt sich mit Spielern und Co-Trainer

Kreis Pinneberg.  „Es fällt mir immer schwerer, mich aufzuraffen.“ Denn draußen wartet nichts außer Schnee, Eis, Regen und Kälte. Noch dreht Patrick Hoppe (28) trotzdem seine Runden, am liebsten in Ellerhoop, wo seine Eltern wohnen. Eisern, aber einsam, dreimal pro Woche ungefähr sieben Kilometer.

Der Stürmer des SV Rugenbergen vermisst den Oberliga-Fußball und das regelmäßige Training mit den Teamgefährten. Dieser Zustand wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Nach einer turnusmäßigen Sitzung am Donnerstag bekräftigte das Präsidium des Hamburger Verbandes, dem auch die Vereine aus dem Kreis Pinneberg angegliedert sind, den einmal eingeschlagenen Weg beibehalten zu wollen. Dieser Weg sieht vor, die Punktspielsaison 20/21 „aufgrund der aktuellen Verfügungslage, die eine Nutzung der Plätze und Trainingsmöglichkeiten bis zum 14. Februar untersagt, und des engen Zeitplans“, abzubrechen.

Verband holt Vereine zum Entscheid wieder ins Boot

Das letzte Wort haben die Vereine, die der Verband wieder ins Boot holt. Im Rahmen eines außerordentlichen Verbandstags am 4. März, der digital ausgerichtet werden muss, sollen die Clubs in einer Abstimmung den Abbruch beschließen. So lautet der HFV-Vorschlag. Während einer Videokonferenz am 22. Januar hatte sich bereits die überwiegende Mehrheit von 100 Teilnehmern für den Abbruch ausgesprochen. Zu klären wäre dann noch, ob der Lotto-Pokal und der Holsten-Pokal zu Ende gespielt werden können.

SVHR-Vorsitzender Hans Jürgen Stammer beobachtet Solidarität

Auch wenn sich die Menschen in Corona-Zeiten nur sehr eingeschränkt treffen dürfen, rücken sie doch zusammen. Das ist der Eindruck von Hans Jürgen Stammer (71), dem Vorsitzenden der SV Halstenbek-Rellingen. Als er bei seinem Apotheker in Pinneberg Süd sechs Schutzmasken mit dem Berechtigungsschein 1 für zwei Euro erstand, wanderte das Geld sogleich in die Spendenkasse. Der Pharmazeut unterstützt so die Jugendabteilung des SuS Waldenau. Wie kommen die klammen Clubs ansonsten über die Runden? Stammer befürwortet die Idee, tabellarisch erfasste Freundschaftsspiele gegen Teams aus der Nachbarschaft auszutragen, um so allmählich die Fans und den Umsatz auf die Plätze zurückzubringen – so bald Amateur-Fußball wieder zu verantworten ist.

Hetlinger MTV holt neue Spieler und würde gern im Pokal antreten

Beim Hetlinger MTV steht Abteilungsleiter Michael Kirmse (52, „Ich hatte ursprünglich andere Ideen.“) inzwischen hinter der Vorgehensweise des Verbandes und plädiert für die Fortsetzung des Pokal-Wettbewerbs. „In Runde zwei gegen das Landesliga-Spitzenteam Eimsbütteler TV wären wir hoch motiviert.“

Zumal sich hinterm Deich eine ganze Menge tut. Für die kommende Saison verstärken sich die Hetlinger nämlich mit den Abwehrspielern Leon Girgin (Kummerfelder SV) und Mert Aygün (Rot-Weiss Wilhelmsburg) sowie den Stürmern Baris Ayik (Roland Wedel) und Luciano Felipe Dias (Bergedorf 85), die sich bereits bei Athletiktrainer Eser Cankaya vorstellten. Vom FC Elmshorn kommt Helge Kahnert, der seine aktive Zeit beendet, als zusätzlicher Co-Trainer.

HMTV-Chefcoach Burak Bayram ist dagegen, die aktuelle Punktrunde „durchzuprügeln“, vielleicht bis tief in den Juni hinein. „Das hätte nur eine Verschiebung der Spielzeit 21/22 und damit Stress zur Folge.“

( wh )

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