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125 Jahre: Michael Stichs Tennisheimat feiert Geburtstag

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Ulrich Stückler/HA
Das reetgedeckte Clubhaus mit seinen Außenterrassen ist für einen Großteil der vertrauten Atmosphäre beim LTCE verantwortlich.

Das reetgedeckte Clubhaus mit seinen Außenterrassen ist für einen Großteil der vertrauten Atmosphäre beim LTCE verantwortlich.

Foto: LTC Elmshorn / HA

Der Wimbledonsieger von 1991 begann beim Lawn-Tennis Club Elmshorn seine Karriere. An diesem Dienstag begeht der Verein sein Jubiläum.

Elmshorn.  Am Dienstag dieser Woche wird der Lawn-Tennis-Club Elmshorn e. V. von 1896 (LTCE) 125 Jahre alt. „Ein stolzes Jubiläum, das bislang nur wenige Tennisclubs in Deutschlanderreicht haben“, sagt Vorstandsmitglied und Pressewart Hans-Jürgen Hansen. „Der LTCE zählt somit zu den ältesten Tennisclubs in Deutschland. Die Tradition des Clubs hat sich über die vielen Jahrzehnte mit sportlichem Ambiente verknüpft.“

Besonders nun in der zweiten Hälfte ihres Bestehens machen die Elmshorner nicht nur durch das Spielen untereinander und die gesellschaftliche Bedeutung des Clubs auf sich aufmerksam. Das Spiel gegeneinander, also andere Tennisvereine, sorgt zunächst auch landesweit, später sogar bundesweit und international für Aufmerksamkeit.

In den ersten Nachkriegsjahrzehnten sorgen die Damenteams landesweit für Aufsehen

In den Nachkriegsjahrzehnten sind es die legendären LTCE-Damen­teams, die Titel um Titel im Land holen. Lotte Tidow und Gertrud Oesting erreichen oft die ersten Plätze in den Siegerlisten. In den 70er- und 80er-Jahren mischt die Herren-Mannschaft des LTCE in der Landesspitze mit, erreicht mit ihren Topspielern Heiko Wode und Thies Röpcke sogar die Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Röpckes Tochter Alison hat ebenfalls im LTCE das Tennisspiel erlernt und zählt mittlerweile zu Deutschlands stärksten Ü30-Spielerinnen.

Top-Ereignisse in der Geschichte des „Lawn“ sind sicherlich Michael Stichs Wimbledonsieg 1991 und sein Olympiagold im Doppel an der Seite von Boris Becker 1992 in Barcelona. Seine Verbundenheit zum LTCE hat Stich als Elmshorner Jung nie verloren. Wenn der Verein zu Tagen der offenen Tür einlädt, lässt sich der langjährige Turnierdirektor vom Hamburger Rothenbaum nicht lange bitten und stellt sich bei Terminvereinbarkeit gerne seinem alten Club für ein Show-Training zur Verfügung.

Michael Stich weiß, dass seine Karriere ohne den LTCE nicht diesen Weg genommen hätte

Aus Dankbarkeit: „Ich könnte jetzt zwar nicht in Prozenten bemessen, welchen Anteil der Club an meinem Werdegang hat“, sagte Michael Stich bei einer der Veranstaltungen an der Kaltenweide. „Klar ist aber, ohne die Unterstützung und Förderung hier beim LTCE hätte meine Karriere niemals ihren Verlauf nehmen können.“ Und wie tief der LTCE „in ihm steckt“, wird dem Tennisweltstar dann auch im Gespräch bewusst: „Ich könnte auch nach 20 Jahren hier im Club noch jede Ecke aus der Erinnerung beschreiben...“

Doch auch jenseits der großen Weltbühne gibt es bemerkenswerte Leistungen bis in die jüngste Vergangenheit zu verzeichnen. Die langjährige Clubtrainerin des LTCE, Olga Shaposhnikova, ist vielfache Deutsche Meisterin in ihren jeweiligen Altersklassen, dazu kommen Titel als Europameisterin und sogar Weltmeisterin im Doppel. In jüngster Zeit sind es die Seniorenmannschaften des LTCE, die sich in den Nordligen tummeln und sogar den Aufstieg in die Regionalliga (Herren 70) geschafft haben.

Auch als Turnierausrichter macht sich der Club über viele Jahre einen Namen

Über Jahrzehnte richtete der LTCE das vielen Älteren noch bekannte Rosen- und Flora-Turnier aus. Mit dem Cool­fire-, später Medien-Cup des DTB fand um die Jahrtausendwende fünf Jahre lang ein international hochkarätiges Jungsenioren-Turnier beim LTCE statt.

Mit 430 Mitgliedern zählt der LTCE zu den größten Tennisclubs in Schleswig-Holstein. „Die Tendenz ist durchaus steigend“, erwähnt Hans-Jürgen Hansen. „110 Jugendliche sind im Training der Tennisschule im LTC. Die ist 2019 mit dem staatlich geprüften Tennislehrer und neuem Headcoach Martin Hausmann-von Hunoltstein gegründet worden.“

Mit acht Außenplätzen ist die Clubanlage ausreichend dimensioniert. „Wir benötigen keinerlei Platzbelegungssystem“, sagt Hansen. Hinzu komme ja die vereinseigene Halle mit drei Plätzen. Als zusätzliche Trainingsmöglichkeit werde derzeit eine professionelle, doppelseitige Tennis-Ballwand errichtet.

An der Kaltenweide kann ganzjährig Tennis gespielt werden

Auf diese Weise findet Tennis beim LTCE zwölf Monate im Jahr statt, mit vielen Veranstaltungen für die Club­mitglieder, im Sommer mit Turnieren (Leistungsklassen und DTB-Turniere) für die sportlich Ambitionierten wie auch Hobby-Tennisspieler/-innen.

Auf dem parkähnlichen Areal nimmt das vielen bekannte reetgedeckte Clubhaus mit seiner Ganzjahresrestauration sowie den beiden Terrassen eine zentrale Position ein. Letztere laden bei geeignetem Wetter in Corona-freien Zeiten auch künftig wieder zu geselligen Feiern für Alt und Jung ein.

Inzwischen lässt die Satzung Zweitmitgliedschaften für Tennisspieler/-innen zu, die sich außerhalb ihres Heimatclubs gern mit LTCE-Mitgliedern messen und das Ambiente an der Kaltenweide genießen möchten. Für Neumitglieder gibt es keine Aufnahmehürden oder Eintrittsgebühren.

Bei den Elmshornern finden alle Leistungsklassen ein Zuhause

Die Trainingsangebote der vereinseigenen Tennisschule im LTCE richten sich an alle Alters- und Leistungsklassen. „Anfänger sind im Club ebenso gut aufgehoben wie Fortgeschrittene“, sagt Hansen. „Wiedereinsteiger sind willkommen, aber auch für den Leistungsbereich stehen qualifizierte Trainer zur Verfügung. Training in kleinen Gruppen ist ebenso möglich wie ein konzentrierter Einzelunterricht. Bei Bedarf wird auch ein Athletik-Training angeboten.“

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