Platzsanierung

Bleiben die Flutlichtmasten, wo sie seit 40 Jahren sind?

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Ulrich Stückler
Entwurf zur neuen Lichtanlage für den Platz Bickbargen, wie er im Dezember  auf Halstenbeker Gemeindevertretersitzung beschlossen wurde. 

Entwurf zur neuen Lichtanlage für den Platz Bickbargen, wie er im Dezember auf Halstenbeker Gemeindevertretersitzung beschlossen wurde. 

Foto: Lärmkontor GmbH / HA

Noch gilt der umstrittene Beschluss, die Beleuchtung am Sportplatz Bickbargen auf den Rasen zu versetzen. Nun gab es einen Ortstermin

Halstenbek.  Nichts ist in Stein gemeißelt, selbst in der Lokalpolitik. Diese Erkenntnis scheint sich auch zur Freude von Christian Küttner, Leichtathletik-Spartenleiter und stellvertretender Vorsitzender der Halstenbeker Turnerschaft, abzuzeichnen. Die umstrittene, schon beschlossene Erneuerung der Flutlichtanlage des zum Wolfgang-Borchert-Gymnasium gehörenden Sportplatzes Bickbargen soll überdacht und – wenn möglich – den Bedürfnissen von Schule und Leichtathleten angepasst werden.

Stein des Anstoßes ist die im vergangenen Dezember von der Gemeinderatsversammlung beschlossene Planungs­variante, die den Leichtathleten und der Schule am wenigsten schmeckte.

Zehn neue Lichtmasten sollen auf dem Rasenplatz für Beleuchtung sorgen

Die bisher sechs außerhalb der Tartanbahn befindlichen Flutlichtmasten sollten durch zehn Masten ersetzt werden, deren Standort nun innerhalb der Laufbahn, am Rand des Fußballfeldes sein sollte (das Abendblatt berichtete). Grund: Anders sei laut Gutachten eine Platzausleuchtung ohne Beeinträchtigung der Anwohner nicht zu gewährleisten. Für den Anwohnerschutz waren die westlichen Masten seit Jahren nicht zur Platzausleuchtung genutzt worden.

Folge der Lösung, die aus Küttners Sicht keine ist: Die Laufbahn bliebe nahezu unbeleuchtet. Zudem würden die auf den Rasen versetzten Masten Gefahren bei Ausübung der Wurfdisziplinen Hammer, Speer und Diskus darstellen. Anscheinend einzige Nutznießer der neuen Lösung: die Fußballer von HR und HTS.

Schule und Verein verfassen Dringlichkeitsantrag an die Gemeinde

Anschließende Diskussionen ließen für Leichtathleten und Schulleitung keine befriedigende Lösung erkennen. So verfassten Küttner, HTS-Vorsitzender Jürgen Freybe und Schulleiter Veit Poeschel mit der Gemeinde Halstenbek als Adressat einen Dringlichkeitsantrag für die Ausschusssitzung Soziales, Kultur und Sport am 21. Januar. Die Forderung: Flutlichtmasten seien auf Höhe der bisherigen Masten zu errichten, um von dort aus mit anderen Leuchtmitteln unter Berücksichtigung des Anwohnerblendschutzes die Beleuchtung von Laufbahn und Rasenplatz zu realisieren.

Dies begründet das Trio neu formuliert so: „Seit über 40 Jahren steht die leichtathletische Nutzung des Platzes im Schul- und Vereinsbetrieb im Vordergrund.“ Eine fußballerische Trainingsnutzung finde zur optimalen Auslastung des Platzes statt. Um wenigen Fußballeinheiten bei Dunkelheit eine normgerechte Ausleuchtung des Rasenplatzes zu ermöglichen, werde geplant, auf dem Rasen Lichtmasten aufzustellen. „Damit werden für die ganzjährige Nutzung des Platzes gefährliche Hindernisse und Sichtbehinderungen errichtet.“ Das Missverhältnis aus geringer Nutzungszeit des Flutlichts und ganzjähriger Beeinträchtigung der Sportplatznutzung sei nicht erklärbar.

Ausschussvorsitzende Katrin Ahrens stellt das Anliegen zur Debatte

Zwar konnte der Antrag aus formalen Gründen nicht direkt in die Video-Sitzung eingebracht werden, doch Argumentation und beispielhafte Gefährdungsszenarien fanden Gehör bei der Ausschussvorsitzenden Katrin Ahrens (CDU). „Ich wollte über den Vorgang sprechen; in der Debatte war zu erkennen, dass bei einigen Parteien die Stimmung angesichts neuer Argumentation ein wenig gekippt ist“, sagte Ahrens. Ihre Fraktion hatte beim Erstbeschluss gegen den Entwurf gestimmt. Dass unter hohen Kosten der beste Leichtathletikplatz der Gemeinde für eine andere Sportart optimiert werden solle, bei Einschränkungen für den Schulsport und die HTS-Leichtathleten, müsse durchdacht werden. „Auch wir streben eine Lösung an, bei der die bisherigen Mastpositionen gegebenenfalls mit anderen Leuchtmitteln genutzt werden.“

Verwaltung, Bauausführer, Verein und Schulleitung trafen sich am Bickbargen

Eine Ansicht der sich Politik und Verwaltung soweit anschlossen, dass sie mit den Antragstellern, der Verwaltung mit Bürgermeister Claudius von Rüden und bauausführenden Parteien am vergangenen Donnerstag einen Ortstermin hatten. Küttner: „Eine wichtige Erkenntnis war, dass im Lichtgutachten nicht alle Leuchtmittelhersteller berücksichtigt wurden; hier wird nun nach einer geeigneten Alternative für die alten Mastpositionen gesucht. In jedem Fall meine ich Bereitschaft erkannt zu haben, dass von der beschlossenen Lösung wieder abgerückt werden soll.“

Ein mögliches Szenario ließe den Platz ganz ohne Flutlicht

Der HTS-Spartenleiter sieht aber auch einen möglichen Wermutstropfen: „Die ausführende Ingenieurin Judith Gibony hat klar gemacht, dass diese Arbeiten im Zuge der Platzsanierung selbstverständlich normgerecht sein müssen“, so Küttner. „Lässt sich keine allen Parteien gerecht werdende Lösung finden, könnte es auch das Szenario geben, dass der Platz Bickbargen künftig nur noch bei Tageslicht genutzt werden kann.“

Jedenfalls muss nun eine der im Gemeinderat vertretenen Parteien zur nächsten Sitzung (22. Februar) Antrag auf Rücknahme des Dezemberbeschlusses stellen. Küttner: „Da habe ich Signale erhalten, dass dies der Fall sein soll.“

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