Basketball

Nach Iserlohn mit einem frisch nominierten Nationalspieler

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Frederik Büll
Das Wedeler Basketballtalent Leif Möller (17) ist als Doppellizenzspieler für Erstligist Hamburg Towers und das Pro-B-Team des SC Rist spielberechtigt. Jetzt hat er eine Einladung zum U18-Nationalkader erhalten.

Das Wedeler Basketballtalent Leif Möller (17) ist als Doppellizenzspieler für Erstligist Hamburg Towers und das Pro-B-Team des SC Rist spielberechtigt. Jetzt hat er eine Einladung zum U18-Nationalkader erhalten.

Foto: Frederik Büll / HA

Pro-B-Team des SC Rist kämpft bei den Kangaroos um den zweiten Saisonsieg. U18-Talent Leif Möller erhält Einladung zum Auswahllehrgang

Wedel.  Die üblicherweise stressigen Tage, bevor Weihnachten beginnt, verbringt Leif Möller (17) in der Basketball-Halle. Der Basketballer des SC Rist hat vom 20. bis zum 23. Dezember die Möglichkeit, sich bei einem Lehrgang für die deutsche U18-Nationalmannschaft von Trainer Patrick Femerling zu empfehlen. „Dass die Tage vor oder nach Weihnachten für Lehrgänge genutzt werden, bin ich schon gewohnt. Das ist nicht schlimm. Zu Weihnachten bin ich Hause, dann passt es ja“, sagt der Aufbauspieler, der nach der Unterschrift eines Vier-Jahres-Vertrags im Sommer als Doppel­lizenzspieler Teil der Hamburg Towers (1. Bundesliga) und des SC Rist (2. Liga, Pro B) ist.

Wegen Corona ist Leif Möller öfter für den SC Rist aktiv

In diesem Jahr sollte Möller eigentlich regelmäßiger Trainingsgast bei den Wilhelmsburger Türmen sein – als Schüler in Corona-Zeiten ist von dieser Idee jedoch zunächst wieder Abstand genommen worden. Dafür steht der Wedeler bei seinem Stammverein oft bei Pflichtspielen auf dem Feld. In den bisherigen vier Partien waren es statistisch gesehen jeweils 19:47 Minuten mit 5,3 Punkten im Schnitt und einer fast 30-prozentigen erfolgreichen Drei-Punkte-Wurfquote.

„Einerseits bin ich zufrieden, weil ich genug spiele. Andererseits habe ich mir mehr vorgenommen, was die Leistung angeht. Ich möchte zeigen, was ich wirklich drauf habe“, sagt Möller, der aber auch weiß, dass er noch jede Menge Zeit dafür hat „und sich deshalb auch keinen großen Stress macht“. Ist es für junge Spieler eventuell sogar ein Vorteil, dass aufgrund der Corona-Pandemie momentan keine Zuschauer zugelassen sind, damit sie befreiter aufspielen können? „Da habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ein Spiel hatten wir ja in der Steinberghalle auch mit Fans. Als Spieler bemühst du dich ohnehin, das Drumherum auszublenden, aber ich denke, dass die Unterstützung von außen für zusätzliche Motivation sorgt“, so der Nationalspieler.

Mit Heimfans im Rücken hätte der ersatzgeschwächte SC Rist möglicherweise das Derby gegen den ETV (88:91) nicht verloren. Bisher gab es für das Team von Cheftrainer Benka Barloschky drei Niederlagen und einen Sieg. An diesem Sonnabend, 19.30 Uhr, tritt Wedel bei den Iserlohn Kangaroos an. Ist die bisherige Bilanz schon ein Fehlstart? „Das wäre mir noch zu früh, davon zu sprechen. Klar, wir müssen uns steigern. Das Ziel ist, uns immer in die Position zu bringen, Spiele zu gewinnen“, sagt Barloschky.

Der SC Rist muss zwei Schlüsselspieler besonders in Schach halten

Iserlohn hat die gleiche Anzahl an Siegen und Pleiten. Besonders die Schlüsselspieler, der Kanadier Tanner Graham (Power Forward, 20,8 Punkte im Schnitt) und der Kroate Toni Prostran (18,3), müssen in Schach gehalten werden. Auch der Ex-Wedeler Moritz Hübner (2016/17) ist ein Känguru. „Für Iserlohn ist es schon eher ein Fehlstart nach vier Spielen, weil sie sehr stark besetzt sind. Es wird ein sehr schweres Spiel für uns, zumal wir nicht in Bestbesetzung antreten werden und das bisher in dieser Saison auch noch nicht einmal konnten“, so der Rist-Coach.

Die Verletztenliste des Wedeler Pro-B-Teams ist lang

Es fehlen Alexander Angerer (Reha nach Kreuzbandriss) und Hendrik Drescher (Kreuzbandriss), auch Matej Jelovcic (Syndesmoseanriss) ist bis mindestens Mitte Dezember nicht einsatzbereit. Mit Fragezeichen versehen sind sind Aurimas Adomaitis (Muskelfaserriss Wade) und Semjon Weilguny (Adduktoren und Patellasehne). Der für die Herren-Nationalmannschaft nominierte Justus Hollatz – die Towers haben spielfrei – stünde den Wedelern gut zu Gesicht. „Das können wir noch nicht sagen, ob er dabei ist. Wir müssen da auch die Corona-Situation mit einer Reise nach Nordrhein-Westfalen im Blick haben und nicht nur das rein Sportliche betrachten“, so der Trainer.

Der 32-Jährige wird insgesamt dreimal in der Woche – davon zweimal als Co-Trainer der Towers – auf das Virus getestet. Barloschky bleibt gelassen: „Wir müssen uns einfach glücklich schätzen, dass wir als Profi-Basketballer weiter arbeiten dürfen. Viele können das derzeit leider nicht. Insofern sollten wir einfach dankbar darüber sein.“

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