Sport in Corona-Zeiten

Klassischer Sport ruht, doch der Kreisverband ist emsig

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Ulrich Stückler
KSV-Mitarbeiter Mark Müller (l.) und KSV-Geschäftsführer Karsten Tiedemann haben in den Wochen vor und direkt nach dem Lockdown Schwerstarbeit zu verrichten. Mehrfach aktualisierte Verordnungstexte und nun die Ausgestaltung der aktuellen Landesverordnung müssen an die Vereine kommuniziert und erklärt werden.

KSV-Mitarbeiter Mark Müller (l.) und KSV-Geschäftsführer Karsten Tiedemann haben in den Wochen vor und direkt nach dem Lockdown Schwerstarbeit zu verrichten. Mehrfach aktualisierte Verordnungstexte und nun die Ausgestaltung der aktuellen Landesverordnung müssen an die Vereine kommuniziert und erklärt werden.

Foto: Ulrich Stückler / HA

KSV-Geschäftsführer Karsten Tiedemann und sein Team haben ereignisreiche Wochen hinter sich. Jetzt planen sie bis weit nach 2021 hinein

Elmshorn.  Seit einer Woche gilt im Amateursport des Kreises Pinneberg nur ein Motto: Still ruht der See. Der 2. November war bekanntlich auch hier der Auftakt zum mindestens einmonatigen Lockdown, um die sozialen Kontakte zur Corona-Eindämmung herunterzufahren und die Zahl an Neuinfektionen wieder in den Griff zu bekommen.

Leicht könnte man denken, dass nun auch beim Kreissportverband (KSV) in Elmshorn in den Räumen an der Beseler Straße 3 Ruhe eingekehrt ist; schließlich ist ja die „Kundschaft“, also die Sportvereine im Kreis, dazu verdammt, mit dem Angebot auf Sparflamme zu fahren. Aber nix da; beim KSV-Pinneberg wird fleißig weitergemacht.

Mit dem Erscheinen der Landesverordnung ist der KSV als Berater gefragt

„Von der kommenden Woche an mag es bei uns vielleicht ein klein wenig ruhiger werden, aber in der ersten Woche nach Beginn des Lockdowns hatten wir – und dabei vorrangig Mark Müller, der mich für einige Tage vertreten musste – richtig viel zu tun“, sagt KSV-Geschäftsführer Karsten Tiedemann. „Mit dem Erscheinen der neuen Landesverordnung, die die Beschlüsse aus der Konferenz unserer Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten umsetzt, hatten wir die Aufgabe, den Vereinen bei der Ausgestaltung dieser Landesverordnung zu helfen. Was ist nicht mehr möglich, und wo kann doch noch in welchen Bereichen Sport betrieben werden?“

Gesundheits- und Individualsport erfordern viel Erklärungsarbeit

Ansatzpunkte waren hierfür die Begriffe Individual- und Gesundheitssport. „Beim Gesundheitssport war relativ schnell geklärt, dass der Sport für Personen, die ein ärztliches Rezept haben, weiterhin fortgeführt werden kann“, sagte Tiedemann. „Hier galt zu klären, dass die Freigabe für diese Angebote in Vereinsräumen in Kooperation mit den Gesundheitsämtern laufen müsse.“

Und auch für die Auslegung der Regeln zum Individualsport haben die Kreissportler ihren Rat gegeben, haben hierzu engen Kontakt mit dem Landessportverband und bei einigen Regeln auch selber die Stirn in Falten legen müssen. Zum Beispiel beim Tennis mit seinen weitläufigen Hallen. „Dass da zwischen Einzel und Doppel unterschieden wird, ist nicht einfach zu kommunizieren.“

Doch bei allem Verständnis für Vereine und Sportler, dass diese im größtmöglichen Umfang trotz aktueller Anti-Corona-Maßnahmen aktiv bleiben möchten, appellieren Tiedemann & Co. auch an den gesunden Menschenverstand, das Regelwerk solle nicht unterhöhlt werden: „Zurückhaltung ist angesagt.“ Der Sport werde früh genug weitergehen.

Die Sorgen gelten einer möglichen Austrittswelle bei den Vereinen

Dennoch machen sich die Mitarbeiter im KSV Sorgen um ihre Mitglieder. Der erste Lockdown hat bereits in den Vereinen vor allem durch fehlende Neueintritte zu Mitgliederschwund geführt. Eine zweite Austrittswelle ohne Ausgleich könnte fatal sein. „Besonders die großen Vereine, die Liegenschaften zu unterhalten haben, die eine große Zahl hauptamtlicher Mitarbeiter haben oder gar im Zuge von Investitionen Kredite zu bedienen haben, könnten so an ihre Grenzen stoßen“, gibt Mark Müller, der in diesem Sommer zum KSV-Team dazugestoßen ist, zu bedenken.

Ein Problem, gegen das der KSV früh aktiv werden will. „Wir sind am Thema Sofort-Hilfen dran“, betont Karsten Tiedemann. „Es ist unkomplizierte Unterstützung seitens der Politik versprochen worden. Der Landessportverband steht hierzu in Gesprächen mit der Landesregierung, und wir als Kreisverband werden uns dazu auch nachdrücklich einbringen, damit wir den Vereinen gemeinschaftlich schnelle Hilfe zukommen lassen.“

Das Alltagsgeschäft geht weiter, Seminarangebote werden bis Ende 2021 durchgeplant

Doch neben der Krisenbewältigung ist das KSV-Team auch durch das Alltagsgeschäft im Lockdown gut ausgelastet. In ihren Büros sind Christa Nordwald und Kerstin Hemme damit beschäftigt, laufende Seminarangebote den Aktualitäten anzupassen und auch schon an die Zukunft zu denken. „Es bringt ja nichts, nur weil nicht klar ist, wann es endgültig normal weitergehen kann, nun erstmal den Kopf in den Sand zu stecken, wir machen weiter“, sagen Müller und Tiedemann unisono. „Wir bringen Anfang Dezember unseren Seminarplan bis Ende 2021 heraus und werden diesen laufend aktualisieren.“

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