Fussball

Starkes Spiel des SVR, aber leider als Abschiedsvorstellung

An ihnen hat es nicht gelegen, dass schon wieder Schluss mit Ligasport ist: Die verletzt pausierenden Oberliga-Fußballer Andrew Banoub (l.) und Jan Schrage haben wie schon ihre Vereinskollegen in den Heimspielen zuvor die Hygienekontrollen am Einlass des SVR-Stadions mustergültig umgesetzt.

An ihnen hat es nicht gelegen, dass schon wieder Schluss mit Ligasport ist: Die verletzt pausierenden Oberliga-Fußballer Andrew Banoub (l.) und Jan Schrage haben wie schon ihre Vereinskollegen in den Heimspielen zuvor die Hygienekontrollen am Einlass des SVR-Stadions mustergültig umgesetzt.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Bönningstedter Oberligist erkämpft gegen den Bramfelder SV ein 2:2. Doch wegen Corona ist es auf unabsehbare Zeit das letzte Heimspiel

Bönningstedt.  Inzidenz im roten Bereich; Schleswig-Holstein verschärft Kontaktbeschränkungen. Landrat Oliver Stolz hat den Kreissportverband informiert, dass Sportgruppen von Montag an auf zehn Personen reduziert werden.

Situation in Pinneberg veranlasst Hamburger Verband zur Saisonunterbrechung

Für alle Pinneberger Fußball-Teams bedeutet die Verfügung eine neuerliche Zwangspause. Am Sonntagabend hat der Hamburger Verband die Situation in Pinneberg zum Anlass genommen, für sämtliche Altersklassen alle Begegnungen des kommenden Wochenendes abzusagen. Über die Dauer der Punktspiel-Unterbrechung werde nach Verfügungslage entschieden. Skeptiker befürchten, dass der Ball 2020 überhaupt nicht mehr rollt.

So gesehen wäre das Schönste zum Schluss gekommen. Mit einer sensationellen Aktion hat Kevin Beese den Oberliga-Fußballern des SV Rugenbergen gegen den Bramfelder SV das Unentschieden (2:2/0:2) gerettet. Einen Eckball von der linken Seite (Hendrik Rühmann) hatten Freund und Feind verpasst. An der Strafraumkante stand Beese, der den Ball an die Brust springen ließ und volley mit links hoch im linken Winkel unterbrachte. Unhaltbar. Beese sprintete zur Seitenlinie, rutschte den jubelnden Teamgefährten auf Knien entgegen. Auf der Tribüne reagierten Felix Hamelau, Amir Hosseini und Mohammad Zawari aus den unteren Herrenteams des SVR entzückt. „Ein Traumtor.“

Die erste Halbzeit geht komplett daneben

Trainer Michael Fischer erlebte die erste Halbzeit als Albtraum. In der elften Minute war ein Freistoß von Dennis Facklam irgendwie durchgerutscht – 0:1. Dann mussten die Bönningstedter froh sein, dass sie während der ersten 20 Minuten nicht 0:3 in Rückstand gerieten. Die Abwehr? Ein großes Durcheinander. In der 45. Minute hatte das zur Folge, dass sich Torwart Patrick Hartmann nur mit einer Notbremse gegen Kilian Oelrich zu helfen wusste. Facklam verwandelte den fälligen Elfmeter zum 0:2, zu diesem Zeitpunkt das gerechte Resultat.

Dann läutete möglicherweise einer die Wende ein, der nach der Pause gar nicht mehr mitwirkte. Das war Felix Dieterich, der bei seinem Startelf-Comeback nach zehn Monaten (Kreuzbandriss) noch eine Knöchelverletzung spürte, überdies wie ein Fremdkörper gewirkt und Fischer deshalb um seine Auswechselung gebeten hatte. Der Trainer stellte sein Spielsystem auf drei Stürmer um.

Mit Leon Neumann kommt Schwung ins Spiel des SV Rugenbergen

Und vor allem schickte er Leon Neumann auf den Rasen, der mit seinem Elan und seinem Tempo auf der rechten Seite alle mitriss. Plötzlich spielte sich das Geschehen nur noch in der Bramfelder Hälfte ab, zumal Sven Worthmann schon in der 46. Minute einen Eckball von Kilian Utcke mit der Stirn in die Maschen gewuchtet hatte (1:2). Bei Neumanns Flachpass verfehlte Edouard Mesenholl den Ausgleich um Haaresbreite (60.).

Es wurde eine aufregende Schlussphase, in der auch Hartmann wieder in den Blickpunkt rückte. In der 86. Minute wehrte der Keeper Oelrichs Scharfschuss zur Seite ab. Nach Worthmanns Ballverlust riskierte Hartmann gegen den einschussbereiten Nikolaos Christodoulos Kopf und Kragen (88.). Bei Rühmanns Flanke lag auch der Siegtreffer der Gastgeber noch in der Luft. Der Kopfball von Patrick Hoppe landete aber in den Arme von BSV-Keeper Sebastian Kalk (90.+3).

SVR-Verantwortliche warten gespannt auf weitere Verbandsmaßnahmen

Wie lange müssen die Fans nun warten, ehe sie wieder diesen ehrlichen und gestern äußerst attraktiven Amateur-Fußball zu sehen bekommen? SVR-Clubchef Andreas Lätsch legte vorschriftsmäßig den Mundschutz an, bevor er Rede und Antwort stand. „Wenn es unser aller Gesundheit hilft, verzichten wir auf Fußball. Erstmal müssen wir aber die weiteren Maßnahmen Hamburger Verbandes abwarten.“