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SVHR-Kicker kämpfen im Derby um eine neue Endspielchance

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Letztes Aufeinandertreffen der Pokalkontrahenten: Im Endspiel beim Hass+Hatje Cup 2019 wird Felix Dieterich (M.), der zurzeit einen Kreuzbandriss auskuriert, von Daniel Diaz (r.) attackiert.

Letztes Aufeinandertreffen der Pokalkontrahenten: Im Endspiel beim Hass+Hatje Cup 2019 wird Felix Dieterich (M.), der zurzeit einen Kreuzbandriss auskuriert, von Daniel Diaz (r.) attackiert.

Foto: KBS-picture / Kalle Meincke

Nach 2017 braucht der Halstenbeker Landesligist zwei Siege, um erneut im Pokalfinale zu stehen. Dahin will Viertelfinalgegner SVR auch

Halstenbek.  „So eine Chance, die gibt es nur einmal im Leben.“ Das war einer der ersten Gedanken, die Marcel Schöttke, Ümit Karakaya und Mirko Oest aus den Reihen der SV Halstenbek-Rellingen (Landesliga) nach dem denkwürdig verlorenen Finale 2017 durch den Kopf schossen. Drei Jahre später zählt das Trio zum Aufgebot, das Trainer Heiko Barthel für das Viertelfinalspiel am Sonntag um 14 Uhr gegen den SV Rugenbergen (Oberliga) benannt hat. Ist der Fußball so verrückt, den Außenseitern um Marcel Schöttke eine zweite Chance einzuräumen, den Hamburger Lotto- Pokal zu gewinnen?

Es ist die Fortsetzung des Pokalwettbewerbs 2019/20, der seit März wegen Corona unterbrochen ist. „Für dieses Spiel, das wohl eine Hitzeschlacht wird, hätten wir locker 700 Karten absetzen können“, versichert der HR-Vorsitzende Hans Jürgen Stammer. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, das eine Ausnahmegenehmigung erteilte, ist lediglich die Anwesenheit von 150 Personen auf dem Jacob-Thode-Platz gestattet. Binnen zwei Stunden waren die Karten abgesetzt. Vielen Interessenten musste Vereinsmitarbeiterin Jasmin Klatt („Das Telefon stand nicht mehr still.“) eine Absage erteilen. „Sogar meine Eltern gingen leer aus“, klagt Trainer Michael Fischer. „Doch das ist jammern auf hohem Niveau. Wir sind dankbar, dass wir überhaupt antreten dürfen und der Verband nicht einfach Eintracht Norderstedt zum Pokalsieger erklärte“, fügt der SVR-Trainer im selben Atemzug hinzu.

Rugenbergens Ex-Trainer Ivanko bekommt von Sohn Dario ein Ticket

Besser als Fischers Verwandtschaft erging es seinem Vorgänger, der die Bönningstedter unter die letzten Acht im Wettbewerb geführt hatte. Dario Ivanko, Defensivspieler der SVHR, ergatterte für Vater Andjelko einen von 50 Sitzplätzen. In der Brust des Kroaten klopfen zwei Herzen. „An den Jungs vom SV Rugenbergen hänge ich noch immer. Aber jeder wird Verständnis haben, dass ich meinem Fleisch und Blut den Sieg gönne.“

Während seines Heimaturlaubs hatte der Sohn mit Freund Stipe Vego von Erstliga-Absteiger Inter Zapresic Extraschichten eingelegt. Trainer Barthel verrät aber nicht, ob Ivanko-Junior auch spielt. „Er hat immer wieder körperliche Probleme.“ Nur so viel: Die verletzten Sebastian Munzel, bis Ende 2019 SVR-Reservist, und Christian Rohweder (kam von Altona 93) werden nicht mitwirken können. Angeschlagen ist Pascal Haase, von 2012 bis 2019 Paradestürmer des SVR. Auf eine Bönningstedter Vergangenheit blicken auch Pascal Gerber sowie die Diaz-Zwillinge Daniel und Luis, die sich nach ihrem Urlaub im spanischen Malaga – kein ausgewiesenes Corona-Krisengebiet – topfit präsentierten, zurück.

Pokalaus würde auch Rückfall in Kleingruppentraining mit sich bringen

Michael Fischer sieht aber auch zusätzliche Motivation für das eigene Team. „Keiner hat Lust, dass die Ausnahmegenehmigung erlischt und wir nächste Woche wieder Fünf gegen Fünf trainieren.“ Dass er Kapitän Sven Worthmann einen Kurzurlaub gewährte, bedauert Fischer mittlerweile. „Das war zu einem Zeitpunkt, als wir alle davon ausgingen, dass der Pokalwettbewerb nicht vor Mitte August fortgesetzt wird.“ Dann aber hatte der HFV auf die Tube gedrückt, nachdem der DFB den Finaltag der Amateure in Absprache mit Fernsehsender ARD auf den 22. August festlegte. Worthmann feiert seinen 27. Geburtstag an der Ostsee.

Angetan ist Michael Fischer, dass die Halstenbeker seinen verletzten oder gesperrten Spielern (Kurowski, Urdin, Düllberg, Tegeler, Hoppe, Dieterich) und auch einigen verdienten Personen aus dem SVR-Umfeld Einlass gewähren. Das bedeutet einen freiwilligen Verzicht auf Einnahmen.

Dem Derbysieger winken 2500 Prämie und ein Heimspiel im Halbfinale

Dafür lohnt es sich umso mehr, das Pinneberger Kreisderby zu gewinnen. Dem Sieger winken 2500 Euro für das Weiterkommen und ein Heimspiel im Halbfinale gegen den TSV Sasel oder den HSV Barmbek-Uhlenhorst. Wer dieser Sieger sein wird, steht für Andjelko Ivanko fest. „Die höhere individuelle Qualität spricht trotz der Ausfälle für den SV Rugenbergen.“

Oder aber Marcel Schöttke, Ümit Karakaya und Mirko Oest nähern sich der zweiten Chance, von der sie nie zu träumen gewagt haben...

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