Tennis

Sie jagt in den Semesterferien nach Ranglistenpunkten

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Die Halstenbekerin Alicia Melosch (20, Großflottbeker THGC) nutzt ihre Semesterferien vom College in San Diego, um auf Turnieren in Deutschland ihre Ranglistenposition unter den Top 100 zu verteidigen.

Die Halstenbekerin Alicia Melosch (20, Großflottbeker THGC) nutzt ihre Semesterferien vom College in San Diego, um auf Turnieren in Deutschland ihre Ranglistenposition unter den Top 100 zu verteidigen.

Foto: Ulrich Stückler

US-Studentin Alicia Melosch aus Halstenbek verpasst bei Verbandstitelkämpfen knapp das Endspiel. Tessmann und Hellfritsch erreichen Achtelfinale

Hamburg/Halstenbek. Welch ein hartes Stück Arbeit für Tennisspielerin Alicia Melosch. Die Halstenbekerin, die für den Großflottbeker THGC aufschlägt, hat auf dem Platz des Uhlenhorster HC reichlich Schweiß und Energie gelassen, um das für sie letztlich doch erfreuliche Turnierergebnis einzufahren. Bei den gemeinsamen Verbandsmeisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein für die offenen Damen- und Herren-Klassen musste die 20-Jährige, die an Position vier im Damenfeld vorplatziert war, in Achtel- und Viertelfinale jeweils das Nervenspiel des Champions-Tiebreaks überstehen, um in die Vorschlussrunde einzuziehen und damit der Papierform gerecht zu werden.

Unter blauem Himmel, bei Temperaturen in den oberen 20er-Graden, hatte sich Melosch, die in der DTB-Sommerrangliste an Position 96 geführt wird, nach dem lockeren 6:1, 6:1-Auftaktsieg über Claudia Hoffmann-Timm (UHC) mit der kommenden Spielerinnengeneration auseinanderzusetzen. Die 15 Jahre junge Ada Gercec (Club an der Alster) forderte der 91 Plätze höher gelisteten Halstenbekerin beim 6:4, 4:6, 10:7 alles ab. „Da hat sich für mich ausgezahlt, dass ich in den engen Situationen ruhiger geblieben bin; das kann man wohl Erfahrung nennen“, sagte Alicia Melosch.

Die Viertelfinalgegnerin ist Freundin und Trainingspartnerin

Ganz anders gelagert die Problematik beim 6:3, 6:7, 10:7 im Viertelfinale gegen Sibel Demirbaga (THC von Horn und Hamm). Nicht nur, dass die Kontrahentinnen in der Rangliste nur zwei Plätze von einander getrennt sind. „Sibel und ich sind befreundet und trainieren immer mal wieder gemeinsam“, berichtet Melosch. „Wir kennen uns gegenseitig als Tennisspielerinnen wirklich gut; Matches zwischen uns sind immer sehr eng. Unser letztes Aufeinandertreffen hatte sie zum Beispiel gewonnen.“

Mit dem Erfolg in Hinterhand wog die 6:7, 5:7-Halbfinalniederlage gegen die Nummer eins des Tableaus, Eliessa Vanlangendonck (TC an der Schirnau), nicht gar so schwer. „Meine Gegnerin war stark, ich körperlich nicht ganz auf der Höhe; mein Oberschenkel machte Probleme, so dass vielleicht die letzten zehn Prozent an Energie fehlten, um zu gewinnen. Ich bin aber zufrieden mit mir.“

Beim 1. Elke-Jäger-Gedächtnisturnier will Melosch die nächsten Punkte sammeln

Dieses positive Gefühl und 500 Euro Prämie fürs Erreichen des Halbfinals dürften Antrieb genug für Alicia Melosch sein, ihre kurze Sommersaison in Deutschland und die Jagd nach Ranglistenpunkten weiterhin mit Schwung zu verfolgen. Nächste Adresse: das am Donnerstag beginnende Elke-Jäger-Gedächtnisturnier in Kaltenkirchen (A-4). „Ich muss jetzt möglichst viele Turniere spielen, um meine Position unter den deutschen Top 100 zu behalten. Ich hab ja nur knapp drei Monate. Wenn alles wie erhofft kommt, erfahre ich am 20. August, dass bereits am 24. August meine nächste College-Saison in den USA losgeht.“

Alicia Melosch ist seit dem Frühjahr 2019 Studentin an der San Diego State University in Kalifornien. Und sie bestreitet neben ihrem Studium (Spanisch, Linguistik) für ihr College auch Ligaspiele. „Dabei muss ich aber einen entsprechenden Notenschnitt vorweisen, um auch spielen zu dürfen. Nur gut im Sport zu sein ist überhaupt kein Selbstgänger“, sagt Alicia Melosch.

Im Mai 2023 soll das Studentenleben enden und Tennis in den Vordergrund rücken

Die Studentin muss noch einige Zeit zwischen den USA und ihrem elterlichen Zuhause in Halstenbek pendeln. „Läuft alles planmäßig, dann werde ich im Mai 2023 meinen Abschluss machen und heimkehren.“ Und dann? „Dann werde ich erstmal meine ganze Energie ins Tennis packen und versuchen, die deutschen Top 50 zu erreichen“, sagt die 20-Jährige. „Und internationale Turniere möchte ich dann auch spielen.“

Ein Ziel, das auch Tessa Brockmann auf ihrer „To-Do-Liste“ stehen hat. Die 14-Jährige vom TV Uetersen verbringt zurzeit kaum ein Wochenende ohne Turnier. Bei den Verbandsmeisterschaften musste die Nummer eins des Uetersener Damenteams im Achtelfinale die Segel streichen. Doch die Schülerin von TV-Cheftrainer Björn Keller weiß das 6:4, 4:6, 3:10 gegen Ella Seidel (Klipper THC), Nummer drei der Setzliste, einzuordnen. „Ich hatte Respekt vor dem Spiel; ich wusste ja, wie gut Ella ist. Ich habe mich auf mein Spiel konzentriert, bin auch zufrieden mit mir – es hat halt leider nicht gereicht. Jetzt versuche ich auch beim Turnier in Kaltenkirchen mein Glück.“

Das hat ebenfalls Lucas Hellfritsch (Suchsdorfer SV) vor. Der 22-Jährige aus Waldenau hofft dann auf eine glücklichere Auslosung als bei den Verbands-Titelkämpfen. Nach dem klaren 6:2, 6:2-Auftaktsieg über Urs Breitenberger (Altona-Bahrenfeld) sah sich Hellfritsch einer unbekannten Größe gegenüber. Henrik Korsgaard, dänische Nummer drei der Nordligaherren des TC an der Schirnau, war ohne Ranglistenplatzierung per Wildcard ins Feld gelangt und behielt mit 3:6, 6:2, 10:7 die Oberhand. „Er hat überraschend stark gespielt, aber das muss ich so akzeptieren“, sagte Hellfritsch. „Ich nutze diese nationalen Turniere, um Matchpraxis zu bekommen, bis es auch international wieder losgeht.“

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