Basketball

SC Rist verliert zu Hause im Drei-Punkte-Gewitter

Abgeblockt! Rist-Topscorer Jalen Ross kommt gegen Münsters Jan König nicht zum Wurf.

Abgeblockt! Rist-Topscorer Jalen Ross kommt gegen Münsters Jan König nicht zum Wurf.

Foto: Ulrich Stückler

Wedeler Pro-B-Team bekommt in der Steinberghalle die Distanzschützen von WWU Baskets Münster nicht in den Griff. Sonntag geht’s nach Oldenburg

Wedel.  Die Hauptrunde der 2. Basketball-Bundesliga Pro B biegt auf die Zielgerade ein. Nach der 84:96 (45:52)-Niederlage des SC Rist Wedel gegen WWU Baskets Münster bleiben dem Team von Cheftrainer Benka Barloschky noch drei Begegnungen, um die Play-off-Teilnahme zu sichern. Die ersten acht Teams der Nordstaffel spielen gegen Vertreter der Südstaffel um den Aufstieg in die Pro A. Im Wedeler Fall geht es dabei vielmehr um den sicheren Klassenerhalt, der am einfachsten über die Aufstiegsrunde funktioniert.

Von Tabellenplatz vier bis Rang neun bleibt es in der Liga spannend. Wedel gehört zu den fünf Mannschaften, die mit 20 Zählern im Tabellenmittelfeld punktgleich unterwegs sind. Schon im Duell am kommenden Sonnabend beim Neunten Oldenburg (19 Uhr), der 18 Punkte auf dem Konto hat, könnte der fehlende Sieg zur Teilnahme gemacht werden. Aufgrund der diversen direkten Vergleiche der Teams untereinander ist der SC Rist derzeit Sechster.

Die Wedeler, die nach dem verletzungsbedingten Saisonaus von Alexander Angerer (Kreuzbandriss) nun erstmals auf ihren besten Verteidiger und den fleißigsten Rebounder verzichten mussten, gingen im Münsteraner Dreierhagel unter. Die Gäste trafen 15 Würfe jenseits der Drei-Punkte-Linie – von 27 Versuchen – und zimmerten damit eine beeindruckende Erfolgsquote von 56 Prozent auf den Statistikbogen. Diese Punkteflut war ursächlich für den verdienten Auswärtssieg beim Jugendtag des SC Rist Wedel.

Zur Halbzeit hatten die 23 Jugendteams und der Großteil der 550 Zuschauer bei sieben Punkten Rückstand noch Hoffnung. „Wir haben Münster leider im ersten Viertel zu Distanzwürfen eingeladen; das waren freie Würfe, die wir da zugelassen haben. Wenn dann die ersten Bälle reingehen, geht das manchmal so weiter. Da hätten wir einfach wacher sein müssen. Wir dürfen den Anfang von so einem Spiel nicht verschlafen, das müssen wir uns auf jeden Fall ankreiden lassen“, sagte Barloschky.

Münster verwandelt in den ersten Minuten drei Dreier

Der Gegner verwandelte in den Auftaktminuten drei seiner fünf Dreier, bei 10:18 sah Barloschky die Zeit für eine erste Auszeit gekommen. Anschließend kam Wedel heran, was insbesondere Jalen Ross und Emil Marshall zu verdanken war, die nun im Angriff auftrumpften. Die Gäste konnten sich indes auf Marck Coffin verlassen, der von 24 Gästepunkten im ersten Viertel zwölf erzielte. Der SC Rist kam auf 23 Zähler.

Im zweiten Abschnitt waren es wiederum die Münsteraner Dreier, die dem Gastgeber das Leben schwer machten. Der SC Rist verlor über ein zwischenzeitliches 34:40 minimal den Anschluss. Insgesamt mussten die Wedeler weitere zehn erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe schlucken, sodass die Gäste 30 von 52 Punkten aus der Distanz einschenken konnten, nach 20 Minuten mit einer Erfolgsquote von 59 Prozent. Bei 40 Prozent ist jene Quote schon als gut einzustufen.

In der Pause postierten sich – wie es am Jugendtag üblich ist – alle Wedeler Nachwuchsmannschaften auf dem Feld auf, Hallensprecher Arne Malsch stellte sie dem applaudierenden Publikum vor.

Gegen Mitte des dritten Viertels sicherte sich Münster erstmals eine zweistellige Führung und blieb angriffslustig. 77 Punkte hatten die Westfalen nach 30 Minuten erzielt, für Wedel standen 65 zu Buche. Die Entwicklung blieb anschließend gleich, Münster zog davon.

Einmal noch keimte Hoffnung auf. Rist verkürzte vier Minuten vor Schluss auf 79:88, nachdem der Rückstand zuvor schon 17 Zähler betragen hatte. Kurz darauf hieß es sogar nur noch 84:89. Dabei verhinderten drei vergebene Freiwürfe (Emil Marshall, Aurimas Adomaitis) eine noch bessere Ausgangslage. Es gab weiter Gelegenheit, die Baskets ins Schwimmen zu bringen, doch letztlich sollte es nicht mehr gelingen.

„Es spricht für die Moral der Mannschaft, einen großen Rückstand noch einmal auf Schlagdistanz drücken zu können. Aber es ist eben schwer, wenn man so viel Energie aufgebracht hat, um wieder heranzukommen, das Spiel ganz zu drehen. Dafür muss man auch etwas Glück haben, dann müssen auch die richtigen Würfe fallen“, sagte Rist-Coach Barloschky.

Gab es denn auch Positives aus der Niederlage zu ziehen? „Ich finde, dass Emil Marshall als Power Forward ein Superspiel gemacht hat. Er hat viele gute Entscheidungen getroffen. Außerdem haben wir gegen wechselnde Verteidigungs-Systeme 84 Punkte gemacht, was gut ist. Das müsste eigentlich reichen, um ein Spiel zu gewinnen“, sagte der Trainer.