Pinneberg
Fussball

Ivan Klasnic spielt Glücksfee, Kellerderby in der Landesliga

Ivan Klasnic (l.) hat soeben die SV Lieth in die B-Gruppe des Vorturniers beim Jan-Automobile-Cup der SVHR gelost, Sportchef Oliver Berndt ist zufrieden.   

Ivan Klasnic (l.) hat soeben die SV Lieth in die B-Gruppe des Vorturniers beim Jan-Automobile-Cup der SVHR gelost, Sportchef Oliver Berndt ist zufrieden.   

Foto: Wolfgang Helm

Ehemaliger FC-St.-Pauli-Profi lost Gruppen für Turnier der SVHR aus und spricht über sein Leben. Letzte Chance für VfL Pinneberg und Blau-Weiß 96

Halstenbek. „Ich will keine Predigt halten, aber jeder Mensch sollte sich Gedanken machen, ob er nicht einen Organspende-Ausweis unterschreibt.“ Ivan Klasnic (39) weiß, worüber er im Clubheim der SV Halstenbek-Rellingen anlässlich der Gruppenauslosung des 4. Jan-Automobile-Cups ganz sachlich redet. Der frühere Bundesliga-Profi (FC St. Pauli, Werder Bremen, Mainz 05) und kroatische Nationalspieler lebt mit zwei verkümmerten und zwei Spendernieren. Insgesamt musste er drei Transplantationen über sich ergehen lassen.

Seine gerichtliche Auseinandersetzung mit ehemaligen Ärzten des SV Werder – es geht um Millionen – macht Schlagzeilen und ist in der Verlängerung angekommen. Die Besucher im Clubheim danken ihm mit viel Beifall für seine offenen Ausführungen. Und sie wünschen ihm ein anderes Ende des Rechtsstreits als im Viertelfinale der Europameisterschaft 2008. Da hatte Klasnic „irgendwie mit der Schulter“ in der 119. Minute das 1:0 für Kroatien erzielt. In der 122. Minute glich die Türkei aus. „Da brach für uns eine Welt zusammen und wir ahnten, dass wir im Elfmeterschießen scheitern.“ So kam es – 1:3.

Klasnic schrieb dennoch Geschichte. Als erster Spieler mit einer Nierentransplantation lief er bei einer EM auf. Ein Jahr vorher hatte ihn der „Kicker“ als Mann des Jahres im deutschen Fußball geehrt. „Das Double mit Werder Bremen 2004 war wohl mein schönster sportlicher Erfolg. Die Rückkehr auf den Rasen als Nierenkranker war mein größter Sieg“, sagt er.

Als Alte-Herren-Kicker des SC Croatia sieht sich der frühere Dialyse-Patient mittlerweile als Teil des ganz normalen Lebens. „Meine Tabletten muss ich noch nehmen, sonst geht es mir gut.“ Es war ihm eine „Ehre“, in Halstenbek die Auslosung vorzunehmen. Damit nicht genug, geht der Freund der Familie Ivanko – Andjelko ist Trainer des SV Rugenbergen, Dario Spieler der SV HR – am 18. Januar in der Halle an der Feldstraße auch noch mit einem eigenen Team an den Start. Klasnic will nicht zu viel versprechen. „Aber der eine oder andere frühere Bundesliga-Spieler wird wohl dabei sein.“

Fest zugesagt hat schon Momo Yilmaz, der für den HSV in der höchsten Liga 13 Einsätze absolvierte. HR-Clubchef Hans Jürgen Stammer reagierte begeistert. „Damit haben wir für unser Turnier echte Zugpferde.“ Sponsor Jan Lawrynowicz, Elmshorner Autohändler, reibt sich die Hände. „Eine bessere Werbung für uns kann es ja gar nicht geben.“ Ivan Klasnic hat nur einen Wunsch. „Einfach ein bisschen Spaß in der Halle.“

Zwei Landesligaderbys machen den 20. Spieltag spannend

HR-Co-Trainer Sascha Bernhardt äußert zwei Wünsche. „Zum Abschluss der Hinrunde einen Sieg beim SSV Rantzau. In Hamwarde sechs Tage später den Einzug ins Pokal-Viertelfinale.“ Die Halstenbeker werden wieder auf Enzo Simon, Baba Njie und Moritz Raasch zurückgreifen können, müssen aber auf die gesperrten Ümit Karakaya, Luis Diaz und Jannik Arnold verzichten. Den Barmstedtern fehlen Finn Krupski (5. Gelbe) und Onur Tiryaki, dessen Einsatz in Nienstedten zu früh kam – Muskelfaserriss. Wegen einer Einladung des SSV-Teams zum Essen erfolgt der Anpfiff schon um 13 Uhr.

Eine Stunde später treffen sich die Schlusslichter VfL Pinneberg und Blau-Weiß 96 zum „Schicksalsspiel“ in der Abstiegsfrage, das die Gastgeber mit bis zu fünf Veränderungen in der Startelf bestreiten werden. Nach ihren Sperren stehen für die Abwehr wieder Nikodem Skotarczak und Jakub Kokoc zur Verfügung.

Sprunggelenksverletzung und Meniskusschaden – so die vorläufige Diagnose für Blau-Weiß-Innenverteidiger Jannik Eggerstedt, der sich gegen den Harburger TB in letzter Sekunde verletzte. Besondere Anlässe erfordern besondere Maßnahmen: Rene van Dahle – berufliche Ausbildung in Lübeck – darf auch ohne Training im Angriff mitmischen.