Pinneberg
Handball

Siegesjubel der Ellerbeker Frauen auf dem Kiez

Nur selten zu stoppen: Yana Hesse (Nr. 15) ist mit sechs Toren aus dem freien Spiel heraus ein Aktivposten im Angriffsspiel des TSV Ellerbek.

Nur selten zu stoppen: Yana Hesse (Nr. 15) ist mit sechs Toren aus dem freien Spiel heraus ein Aktivposten im Angriffsspiel des TSV Ellerbek.

Foto: FOTO: Ulrich Stückler

Die Oberliga-Mannschaft gewinnt erstmals beim FC St. Pauli und ist nun Zweiter. Männerteam des TSV verliert in Flensburg mit 27:34.

Hamburg/Ellerbek. Den Handballerinnen des TSV Ellerbek ist nahezu Historisches gelungen. Das Team von Trainer Jens Molkow gewann beim FC St. Pauli. Vom aktuellen Kader kann sich zumindest keine Spielerin daran erinnern, das dies jemals zuvor gelang. Die Hamburgerinnen verloren in der kompletten vergangenen Oberliga-Saison nicht einmal vor eigenem Publikum – und bis zum Ellerbek-Auftritt auch die ersten beiden Heimspiele 2019/20.

30:25 (14:13) hieß es nach 60 umkämpften Minuten, denen es vor 300 Zuschauern in der Halle an der Budapester Straße bisweilen an spielerischem Glanz etwas fehlte. „Wir wollten unseren ersten Auswärtssieg. Und den mussten wir uns eben erkämpfen. Da können wir nicht immer schön spielen“, sagte TSV-Trainer Jens Molkow. Der Auswärtssieg inklusive des Sprungs mit 11:3 Punkten auf den zweiten Tabellenplatz wurde mit Pizza und Kaltgetränken in der Wohnung von Ann-Kathrin Skubich gefeiert. Später reichte die Kraft dann sogar noch zu einem Kiezbummel.

Auf dem Feld zuvor hatten die Gäste mentale Stärke bewiesen. Der Gegner nahm Julia Steinberg und auch Sabrina Wrage (beide Rückraum) in Mann­deckung – damit hatte der TSV Ellerbek so seine Probleme. Unter anderem hatten die Außen Yana Hesse und Katja Brandt Probleme mit der Chancenverwertung. „Wir haben einige Gelegenheiten liegen gelassen und technische Fehler gemacht. Da haben wir uns in der zweiten Halbzeit cleverer angestellt“, sagte der Ellerbek-Coach.

Das Molkow-Team setzte sich ab – in der 58. Minute erzielte Hesse das 28:25, ehe Torhüterin Laura Ristau
einen St. Pauli-Gegenstoß stark parierte.„Es war das erwartet schwere Spiel mit einer geschlossenen Teamleistung. Deshalb möchte ich auch keine Spielerin hervorheben. Diejenigen, die draußen saßen, sind auch oft hochgesprungen und haben angefeuert“, so der Pinneberger. Top-Torjägerin war Steinberg mit sieben Treffern – und das, obwohl sie krank war.

Nun erhält der Tabellenzweite an diesem Sonntag in der Harbig-Halle Besuch von Aufsteiger SG Altona (Platz zwölf, 5:11 Punkte). „Wir werden diesen Gegner nicht unterschätzen, sie haben drei Punkte aus den letzten beiden Spielen geholt, darunter gegen das Spitzenteam Buchholz-Rosengarten II“, mahnt Molkow zur Vorsicht. Dennoch – mit dem nun eingesammelten Selbstvertrauen soll der fünfte Heimsieg im fünften Spiel folgen.

Zu Hause zwei Punkte einfahren – so lautet nach der einkalkulierten 27:34 (16:16)-Niederlage bei Titel-Mitfavorit SG Flensburg/Handewitt II (3./12:2) nun am kommenden Spieltag (9. November, 18.30 Uhr) auch für die Oberligamänner des TSV Ellerbek (10./5:9 Punkte) die Devise. Das Team von Trainer Nico
Kibat will nach drei sieglosen Matches in Folge – allerdings gegen drei Topteams der Liga – nun gegen Tabellennachbar SG Hamburg-Nord (11./4:12) wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Schließlich soll beim Blick auf die Tabelle keine Unruhe aufkommen, nachdem aktuell schon der FC St. Pauli (7./6:8) und die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg (8./6:10) an den Ellerbekern vorbeigezogen sind.

„Aber zu diesem frühen Zeitpunkt in der Liga nehme ich die Formulierung ,Wir müssen siegen.‘ noch nicht in den Mund“, sagt Nico Kibat. „Wir haben nicht mal ein Drittel unserer Spiele absolviert. Und die SG Hamburg-Nord ist deutlich stärker, als es ihr Tabellenplatz widerspiegelt. Aber da wir jetzt im letzten Spiel trotz der Niederlage gesehen haben, was wir können, gehen wir optimistisch in die Partie.“

Und zu sehen war in Flensburg ein bis zur 40. Minute (23:20) auf Augen­höhe und flexibel mitspielendes Ellerbeker Team, das ohne Matthias Menzel, Yannick Giles, Olaf-Mark Levin, Felix Albrecht und Luis Skroce auskommen musste. „Leider haben wir in der zweiten Hälfte in der Abwehr den Zugriff verloren,
gespielt haben wir auch da noch gut.“

Tore der TSV-Frauen: Julia Steinberg (7), Yana Hesse (7), Maren Sicks (5/davon drei Siebenmeter), Christina Hinrichs (3), Sabrina Wrage, Ann-Kathrin Skubich, Katja Brandt (je 2), Mia-Maria Dahms, Alana Elsner (je 1). Tore der TSV-Männer: Hennes Paulsen (10/5), Jesko Sauerland (6), Finn Finck (5), Daniel Abel (3), Lasse Most, Arnd Sasse, Max Turkat (je 1).