Pinneberg
Fussball

Die SVHR muss auf ihre zwei Weltenbummer verzichten

Noch bis Oktober will Moritz Raasch in Indonesien bleiben.

Noch bis Oktober will Moritz Raasch in Indonesien bleiben.

Foto: Moritz Raasch

Der Landesligist wird nicht nur im Derby gegen den SSV Rantzau ohne Moritz Raasch und Mirko Oest antreten. Der VfL steht am Scheideweg

Halstenbek.  Die Landesliga-Fußballer der SV Halstenbek-Rellingen und das Fernweh. Mittelfeldflitzer Moritz Raasch (19) weilt noch bis zum 14. Oktober in Indonesien. Keeper Mirko Oest (24) hat sich für ein Auslandssemester in der Volksrepublik China entschieden. Im Spitzenspiel gegen den SSV Rantzau darf sich Niklas Marten zwischen den Pfosten bewähren.

Fast 12.000 Kilometer entfernt drückt Moritz Raasch die Daumen.Während sein Team die Pflichtspielsaison am 19. Juli mit einem 3:0 in Rissen (Lotto-Pokal) eröffnete, hatte der junge Weltenbummler in Elmshorn seinen Rucksack gepackt. Einen Tag später begab er sich in das Abenteuer, inspiriert von seiner älteren Schwester Nele, die Asien sogar neun Monate bereist hat.

„Wann soll ich mir denn sonst den Wind um die Nase wehen lassen, wenn nicht in der Zeit nach meinem Abitur bis zum Beginn meiner Berufsausbildung?“ Dieses Argument stieß sogar bei Trainer Heiko Barthel, der während seiner Spielerlaufbahn nicht eine Partie wegen Urlaubs verpasste, auf Gehör. Haupt­sache, „Mo“ kommt gesund zurück. „Er fehlt uns als Antreiber und Kämpfer“, sagt der sportliche Leiter Oliver Berndt.

Das notwendige Kleingeld für den Trip ins Ungewisse hatte sich der angehende Immobilienkaufmann als Mitarbeiter im Catering bei den HSV-Heimspielen verdient. Von den Prämien für HR-Siege legte er jeden Cent zurück. Kräftig ans Portemonnaie gehen die Flüge nach Djarkarta, wo er sich eine Woche aufhielt, und auf die Insel Bali. Umso überschaubarer sind die Kosten vor Ort. Sein Lieblingsgericht Nasi Goreng kommt für 60 Cent auf den Tisch.

Den Appetit holt er sich im Wasser. Auf Bali hat Raasch den internationalen Tauchschein erworben und inspizierte dabei ein versenktes Kriegsschiff der US-Marine. Die Mini-Insel Nusa Lembogan umrundete er auf dem Fahrrad. Den Teamgefährten in der Whatsapp-Gruppe berichtet er von traumhaften Vulkanlandschaften, dem Regenwald, atemberaubenden Korallenriffen und den vielen Freundschaften, die er unterwegs schließt.

Vermutlich beginnt gerade eine Party am Strand, wenn Vater Frank als Zuschauer des Derbys direkt nach dem Abpfiff das Resultat vom Jacob-Thode-Platz übermittelt. Nach Möglichkeit soll es ein Sieg über die stark gestarteten Barmstedter sein. Deren Trainer Marcus Fürstenberg stapelt tief. „Von Aufstiegsgedanken sind wir im Gegensatz zu den Halstenbekern so weit weg wie die Erde vom Mond.“ Oder so weit weg wie Moritz Raasch von der Krückau.

VfL Pinneberg muss im Derby den Abwärtstrend stoppen

Marcus Motzkat, er Co-Trainer des VfL Pinneberg, bleibt im Jargon. „Wenn wir auch bei Blau-Weiß 96 nicht punkten, wissen wir, wohin die Reise geht.“ Dann würde dem Oberliga-Absteiger auch in der Hammonia-Staffel ein langer Aufenthalt am Tabellenende drohen. Den Schenefelder Gastgebern fehlt jedoch Ole Großmann; der zweifache Torschütze beim 2:1-Auswärtserfolg gegen den Harburger TB studiert bald in Göttingen und sucht dort eine Wohnung.

In der Hamburger Oberliga ist beim SV Rugenbergen gegen den SC Victoria zumindest ein Kurzeinsatz von Sturm-Ass Kilian Utcke (nach Schambeinentzündung) vorgesehen.

Der FC Union Tornesch hat vor dem Duell mit Hamm United sein Umfeld verstärkt. Hendrik Boesten, früherer VfL-Stürmer (30), übernimmt den Managerposten.