Pinneberg
Pferdesport

Vor dem Klein Flottbeker Derby geht es ins Wattenmeer

Die Geschwister  und Derby-Teilnehmer Rasmus und Jule Lüneburg haben einen Plan, trainieren regelmäßig am Strand von St.Peter Ording. Jule wird mit ihrem Schimmel Calle Blomquist am Start sein, Rasmus hat sich zunächst für sein junges Nachwuchspferd Crunchy und dem erfahrenen Jakino entschieden.

Die Geschwister  und Derby-Teilnehmer Rasmus und Jule Lüneburg haben einen Plan, trainieren regelmäßig am Strand von St.Peter Ording. Jule wird mit ihrem Schimmel Calle Blomquist am Start sein, Rasmus hat sich zunächst für sein junges Nachwuchspferd Crunchy und dem erfahrenen Jakino entschieden.

Foto: Melanie Mallon

Vorbereitung ist alles. Beim Club der Springreiter in Elmshorn geben Derbystarter sich und ihrem Pferd den letzten „Schliff“

Elmshorn.  Dichtes Gedrängel beim Club der Springreiter. Und alle haben hier in Elmshorn etwas gemeinsam gehabt: In zehn unterschiedlichen Prüfungen galt es, junge Pferde auf den nationalen und internationalen Sport vorzubereiten. Kondition und Leistungswille wurden gecheckt; wie immer an zwei Tagen unter der Woche.

Es ist der letzte Test vor dem Derby in Klein Flottbek

713 Startplätze waren auf dem Herbert-Blöcker-Platz reserviert. Und nicht nur die jungen Wilden trabten an. Schließlich geht es auch für etwas ältere Vierbeiner um die Kondition. Denn das Hamburger Derby in Klein Flottbek vom 29. Mai bis 2. Juni steht für einige Teilnehmer mit im Vordergrund. So ist der Club der Springreiter der letzte große Test unter Turnierbedingungen vor dem wichtigsten und anspruchsvollsten deutschen Wettkampf auf dem Klein Flottbeker Gelände.

Für Derbysieger Sören von Rönne (56) aus Neuendeich sowie die zweifachen Derbysieger Nisse Lüneburg (30, Hetlingen) und Carsten Otto Nagel (56, Wedel) heißt es: üben, üben, üben. Allerdings zieht sich eine begehrte Prüfung mit 109 Teilnehmern in die Länge. Und in der Prüfung, die für vier bis sieben Jahre alte Pferde ausgeschrieben war, lief es für die Finnin Laura Aromaa (38) vom RV Neuengörs mit ihrem sechs Jahre alten braunen Wallach schon am ersten Sprung gründlich schief. Lompacco verfing sich mit einem Vorderbein im Lederriemen zwischen Trense und Sattel, ein spektakulärer Salto endet zum Glück für beide glimpflich; Pferd und Reiterin bleiben unverletzt. „Dat war richtig knapp“, bemerkt ein Züchter. Wallach Lompacco ist wie seine Reiterin irritiert, bleibt in der Nähe von Laura Aromaa stehen und blickt verblüfft auf seine Reiterin.

Spaß und Freude für das Pferd sind den Lüneburgs wichtig

Reiter-Asse, die international vorne mitmischen, können sich nicht ausruhen. Deshalb trainieren die Geschwister Rasmus (35) und Jule Lüneburg (32) vor dem Derby-Termin regelmäßig auch in St. Peter Ording. „Unsere Vierbeiner sollen Spaß und Freude bei der Konditionierung haben“, sagte Jule Lüneburg. „Für meinen Schimmel Calle Blomquist, meinen Fuchswallach Sternenbanner und mich ist und bleibt es ein Highlight, im Wattenmeer zu trainieren“, sagte die Sportmanagementstudentin. Ihr älterer Bruder Rasmus hatte ebenfalls zwei Pferde für das Derby angemeldet, der jüngere Bruder Nisse sogar drei. Junge Pferde heranzuzüchten ist das Eine, diese dann in den Sport zu bringen ist das Andere. Viel Abwechslung, gute Laune und Bewegungsfreude sind eine Grundformel der Geschwister Lüneburg.

„Im Club der Springreiter gibt es viele Möglichkeiten, sich zu perfektionieren“, sagt Rasmus Lüneburg. Dafür wurde 1998 der Club gegründet und stetig ausgebaut. Auf normalen Turnieren kamen sich früher Amateure und Profis mit jungen Pferden oft in die Quere. Wer im Club der Springreiter mitmischen möchte, muss sich qualifizieren. Dafür werden Leistungsklasse und Punktestand in Warendorf beim Reiterlichen Dachverband (FN) erfasst und geprüft.

„Ganz wichtig: Die Bodenverhältnisse müssen tipptopp sein“, sagt Rasmus Lüneburg. Das sind sie auf dem neuen Herbert-Blöcker-Platz. Der hat mehr als 430.000 Euro gekostet, ist mit aufwendigem Ebbe- und Flutsystem ausgestattet. Heißt: Der 90 mal 60 Meter große Sandplatz kann je nach Bedarf be- und entwässert werden und bietet so bei nahezu jeder Wetterlage optimale Bedingungen.

Eine andere Disziplin des Reitsports präsentiert Kathleen Keller(28) aus Appen. Die jüngste Dressur-Derbysiegerin aller Zeiten zeigt am Montag, 20. Mai, um 18 Uhr mit ihrem Vater und Trainer Dolf-Dietram Keller (62) auf dem Hof Eetzer Heide einen Einblick in die geradezu perfekte Dressurarbeit. Auch das ist ein spezielles Training für das Derby.