Pinneberg
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Gary Voorbraak steht vor dem Comeback

Gary Voorbraak, der Anfang 2016 bereits ein halbes Jahr für den Wedeler TSV spielte, wechselte im Vorjahr vom SV Rugenbergen zurück in die Rolandstadt. Im Sommer 2018 zog er sich den Kreuzbandriss zu.

Gary Voorbraak, der Anfang 2016 bereits ein halbes Jahr für den Wedeler TSV spielte, wechselte im Vorjahr vom SV Rugenbergen zurück in die Rolandstadt. Im Sommer 2018 zog er sich den Kreuzbandriss zu.

Foto: FOTO: KBS-Picture

Der Mittelfeldspieler vom Oberligisten Wedeler TSV steht nach Kreuzbandriss vor dem Comeback. Einsatz gegen Curslack kommt aber wohl zu früh.

Wedel.  „Ich bin wieder so weit, dem Team helfen zu können.“ Gary Voorbraak (24) klingt unternehmungslustig. Im bislang wichtigsten Moment seines jungen Lebens hat das verflixte geflickte Kreuzband, vorn links, jedenfalls mitgespielt. Das war am Dienstag, als der Mittelfeldmann des Wedeler TSV in einem mit roten Rosen geschmückten Hotelzimmer an der Ostsee vor Freundin Lina klassisch auf die Knie ging und ihr einen Heiratsantrag machte. Die Angebetete sagte „ja“.

Was zu seinem Glück fehlt, ist das Ja-Wort des Trainers. Vor dem Heimtreffen am Ostermontag gegen den SV Curslack-Neuengamme tendiert Andjelko Ivanko allenfalls zu einem „vielleicht“. Der frühere Profi von Dynamo Dresden weiß ganz genau, warum er Voorbraak noch ein bisschen in Watte packt. Nach seinem zweiten Kreuzbandriss in Diensten des TuS Hoisdorf hatte Ivanko 1996 einen Antrag auf Sportinvalidität stellen müssen, dem auch stattgegeben wurde. Als er später Trainer des SC Croatia wurde und ausnahmsweise in einem Bezirksligaspiel mitwirkte, zog er sich seinen dritten Kreuzbandriss zu.

Ivanko gibt seine Erfahrung an den Spieler weiter. „Mit deiner Verletzung ist nicht zu spaßen. Sie kann dich die ganze Karriere kosten, wenn du zu früh wieder anfängst.“ Der Plan geht dahin, Voorbraak in der darauffolgenden Heimpartie gegen den VfL Pinneberg den ersten Kurzeinsatz zu gewähren – wenn es der Spielverlauf zulässt. Es wäre dann das erste Pflichtspiel der Saison für den Sohn einer deutschen Mutter und eines niederländischen Vaters, nachdem ihn der Horror unmittelbar vor dem ersten Punktspiel bei einem verkehrten Schritt auf dem Kunstrasen an der Schulauer Straße ereilt hatte.

Seit drei Wochen nimmt er nun wieder am Trainingsbetrieb teil und auf freiwilliger Basis in insgesamt 15 Sitzungen die Hilfe eines Sportwissenschaftlers der Uni-Klinik Eppendorf in Anspruch.

Während seiner Rekonvaleszenz versäumte er als Zuschauer kein Spiel seiner Mannschaft, nur eben aus gebotenem Anlass das Derby beim SV Rugenbergen (2:2). Im Vergleich zu diesen 90 Minuten wird Ivanko auf Sascha Richert (Kurzurlaub) verzichten müssen, während Christian Dirksen und Nicolaj Rörström wieder zur Verfügung stehen – was die Einsatzchance für Voorbraak deutlich schmälert.

Durchgedrungen ist, dass Routinier Dirksen den WTSV verlässt und seine Karriere bei Komet Blankenese ausklingen lassen will. Dorthin zieht es angeblich auch seinen Kumpel Daniel Brehmer und etliche weitere Akteure des HFC Falke. WTSV-Ligachef Walter Zessin sieht unterdessen Schwierigkeiten, die Zukunft des eigenen Teams zu gestalten. Ivankos Nachfolger Matthias Jobmann weilt aus beruflichen Gründen einige Wochen in Südkorea. „Das ist in der gegenwärtigen Phase unglücklich für uns.“ Die jungen Spieler Enzo Simon, Marcel Uitz, Lorenz Golombiewski, Andrew Banoub und Tom Münster sind noch bis 2020 an den Club gebunden, während Stammkeeper Andre Alves Lopes – beruflich stark eingespannt – keinen neuen Vertrag angeboten bekommt.

Von allen anderen will Walter Zessin nach dem Pinneberg-Spiel wissen, ob der WTSV auch nächste Serie auf sie zählen kann. Bis dahin hoffen die Wedeler, den Viertletzten HEBC in der Tabelle überflügelt zu haben. Walter Zessin warnt vor den Curslackern, auch wenn die sich beim 3:1 in Pinneberg nicht mit Ruhm bekleckert hatten. „Sie kommen garantiert nicht als Opfer ins Elbestadion.“

Drei Zähler sind natürlich eine Woche später gegen die Pinneberger Punktelieferanten eingeplant. Doch der VfL Pinneberg, Tabellenletzter und Absteiger, will nicht nur die Wedeler, sondern am Montag auch den Vorletzten SC Condor ärgern. Marcus Motzkat hält Punktgewinne für nicht ausgeschlossen, zumal sich nach Cevin Clausen auch Yasar Zaman wieder zur Verfügung stellte. Der Vorwurf, Kapitän Zaman habe die Oberliga „aussitzen“ wollen, ist vom Tisch. „Alles ein Missverständnis. Er war zwei Monate in Thailand“, betont Motzkat.

Unterdessen hofft der SV Rugenbergen, dass der TuS Osdorf seine gesamte Kraft in das Oddset-Pokalspiel (Halbfinale) am Karfreitagabend gegen Eintracht Norderstedt investierte und entsprechend ausgelaugt drei Tage später in Bönningstedt antritt. Den Gastgebern fehlen die Verteidiger Jan Düllberg (5. Gelbe Karte) und Jan Schrage (verletzt).

HA-Tipp: 1:1.

HA-Tipp: 2:0.

HA-Tipp: 3:1.

Sie kommen garantiert nicht als Opfer ins Elbestadion
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