Pinneberg
Einrad

Die Schenefelder Fee auf dem Einrad

Die Schenefelderin Jette Kanefendt siegt im Einzel 13 beim Regio-Cup in Kiebitzreihe. Am 18. Mai richtet Blau-Weiß 96 die Landesmeisterschaft aus.

Die Schenefelderin Jette Kanefendt siegt im Einzel 13 beim Regio-Cup in Kiebitzreihe. Am 18. Mai richtet Blau-Weiß 96 die Landesmeisterschaft aus.

Foto: FOTO: Thomas Maibom / Thomas Maibom

Die Schülerin Jette Kanefendt qualifiziert sich durch Erfolg beim Regio-Cup für die Landesmeisterschaften im Mai in ihrer Heimatstadt.

Schenefeld.  Einradfahrerin Jette Kanefendt (13) von Blau-Weiß 96 plagte nach ihrer Vorführung die Ungewissheit. „Hoffentlich darf ich meine Kür im Mai noch einmal fahren“, sagte sie. Im Mai finden daheim in Schenefeld die Landesmeisterschaften statt. Stunden der Ungewissheit später durfte sich die Schenefelderin freuen. Sie hatte mit ihrer Kür „Feenglück der Freundschaft“ in der Klasse „Einzelkür 13+“ beim Regio-Cup in Kiebitzreihe gewonnen. Kanefendt hat derzeit einfach eine Vorliebe für Feen.

Die Siegerehrungen mit der Bekanntgabe der Ergebnisse finden immer am Ende der rund siebenstündigen Veranstaltung statt. Für die frühen Startklassen ist das eine echte Geduldsprobe, die zumindest von einigen gern in Kauf genommen wird. Denn die Sieger der drei in Schleswig-Holstein ausgefahrenen Regio-Cups dürfen bei der Landesmeisterschaft starten.

Die Gymnasiastin Jette Kanefendt ist eine der Glücklichen. „Das war meine erste Solo-Kür. Deshalb war ich schon aufgeregt“, sagte sie. In der Gruppe ist sie schon bei der Landesmeisterschaft gefahren. „Aber allein hast du eben keine Mitfahrerin, die dir mal helfen kann, wenn es gerade nicht so läuft“, erklärte sie ihre Nervosität. Und noch eine weitere Schwierigkeit lauerte auf alle erfahrenen Fahrerinnen. Die Schwierigkeit der erlaubten Tricks ist beim Regio-Cup auf das sogenannte Anfängerniveau begrenzt. „Macht man versehentlich etwas Schwierigeres, wird man disqualifiziert“, weiß Jette Kanefendt, die dreimal wöchentlich trainiert und vor sechs Jahren von Freunden ihr erstes Einrad geschenkt bekam.

Diese schwierigeren Tricks sind aber nötig, will man bei den Landesmeisterschaften bestehen. Und so wird sie nun ihre Kür aufpeppen, damit sie vor heimischem Publikum gegen die Besten im Land bestehen kann.

Die Landesmeisterschaften sind hingegen für Anja Schöttke-Kentenich und Andre Dürkob-Lööck vom Elmshorner MTV kein Ziel. „Unsere Kür ,Autofahrerblues‘ hat Regio-Cup-Niveau. Das reicht uns“, sagt Letztere. Vielmehr wollten sie Eltern und Interessierten zeigen, dass man auch in fortgeschrittenen Jahren noch Einrad fahren und lernen kann.

In Kiebitzreihe starteten sie in der Altersklasse 15+. Das zauberte mehr als nur ein leichtes Schmunzeln auf die Gesichter der Zuschauer. Denn Anja wird in diesem Jahr 60 Jahre alt, Andrea ist 57.

Die beiden wissen um die Schwierigkeiten, Einradfahren zu lernen. „Man braucht viel Geduld. Bei Erwachsenen klappt das Lernen nicht mehr so schnell wie bei den Kindern. Aber wenn man genügend Ausdauer mitbringt, dann kann man auch mit 40 Jahren und älter diesen faszinierenden Sport lernen“, sagt Anja Schöttke-Kentenich. Beim EMTV gibt es eine Gruppe, in der nur Erwachsene fahren und in der sie genügend Zeit bekommen, alles zu lernen.

Dass mit dem EMTV ein Großverein gleich um die Ecke ebenfalls Einradfahren als Sport anbietet, sieht Frauke Möller, Chef-Trainerin bei Rot-Weiß Kiebitzreihe, nicht als Problem. „Wir bieten Sport auf Einsteigerniveau an. Wenn die Mädchen mehr wollen, dann haben sie mit dem EMTV einen Verein direkt vor der Haustür, bei dem sie das erreichen können“, sagt Trainerin Möller. So wie beispielsweise Kim Blanck.

In Kiebitzreihe hat sie das Einradfahren gelernt, dann wechselte sie zum EMTV und wurde Landeskaderfahrerin. Und mit der Auswahl fährt sie in diesem Jahr zur Europameisterschaft in die Niederlande. Die gute Beziehung zu ihrem alten Verein ist aber geblieben. Kim betreute mit Frauke Möller die Fahrerinnen der Regio-Cup-Gastgeber.

„Der Verband weiß, was er an unserem kleinen Verein hat. Dies ist schon der vierte Regio-Cup den wir ausrichten“, berichtet Frauke Möller. Nur gut 20 Aktive hat der Verein RWK. Die allerdings sind richtig mit dem Herzen bei der Sache und sorgten für eine rundherum gelungene Veranstaltung.

Gut viermal so viele Aktive wie in Kiebitzreihe fahren bei Blau-Weiß 96 Schenefeld. „Einrad ist bei uns im Verein richtig im Aufwind. Wir sind inzwischen so viele geworden, dass wir seit diesem Jahr eine eigene Sparte sind“, berichtet Trainerin Ulla Kanefendt stolz. Bei den Anfängern gibt es im Schenefelder Verein sogar eine Warteliste.