Pinneberg
Fussball

Gegen „Vicky“ steht dieses Mal die Abwehr nicht

Wedels Torhüter Andre Alves Lopes bleibt zwar nicht fehlerlos, überzeugt aber mit einer guten Leistung.

Wedels Torhüter Andre Alves Lopes bleibt zwar nicht fehlerlos, überzeugt aber mit einer guten Leistung.

Foto: Foto: KBS-Picture / KBS-picture

Abstiegsbedrohte Oberligakicker des Wedeler TSV verlieren im Stadion Hoheluft mit 1:3. Nach einer Woche Pause kommen schwere Gegner

Hamburg/Wedel.  Der Mond war aufgegangen über dem Stadion Hoheluft und beschien immer wieder dieselbe Szenerie. Rechts hinten hatten sich die Oberliga-Fußballer des Wedeler SV diesmal keine Note Eins mit Sternchen verdient. Beim 1:3 (1:0) auswärts gegen den SC Victoria resultierten alle drei Gegentreffer über die Seite, die eigentlich Tim Vollmer und Daniel Diaz dichtmachen sollten.

Beim 2:0 über den Niendorfer TSV hatte das Bollwerk noch gehalten. „Wir haben es nicht geschafft, die Lücken zu schließen. Allerdings muss man auch die Qualität des SC Victoria bei den entscheidenden Angriffen anerkennen“, räumte Vollmer ein. Exemplarisch war das 1:1 des SC Victoria, das Julian Schmid links am Fünfmeterraum mit einem knallharten Schuss unter die Latte erzielte (52.). In ähnlicher Position hatte Christian Dirksen nach einer halben Stunde das Wedeler 2:0 verpasst. Beim Überzahlangriff „drei gegen einen“ flog der Ball über das Tor. Für WTSV-Coach Andjelko Ivanko war das eine Schlüsselszene des Spiels. Insgesamt siegten die Gastgeber jedoch auch seiner Meinung nach völlig verdient.

„Wedel. Wedel.“ Mit aufmunternden Sprechchören geleiteten die WTSV-Fans unter den zahlreichen Besuchern ihr Team nach dem Abpfiff in die Kabine.

Die Leistung des Drittletzten vor der Pause konnte sich jedenfalls sehen lassen. Als sich Schmid bei einem Flankenball von Marlo Steinecke einen Querschläger leistete, war das nach 17 Minuten sogar die Führung, die Sascha Richert erzielte. Turbulent ging es weiter, zunächst damit, dass der Unparteiische nach einem Handspiel von Tim Vollmer einen Elfmeter pfiff. WTSV-Ligachef Walter Zessin trat die Zornesröte auf die Wangen (21.). „Tim wird aus ein paar Metern angeschossen und reißt nur den Ellenbogen hoch, um seinen Kopf zu schützen.“ Die ewigen Diskussionen um die Handelfmeter machen auch vor der Oberliga nicht Halt. Für Zessin „ausgleichende Gerechtigkeit“: Dennis Bergmann schoss den Strafstoß an den rechten Innenpfosten. Der Ball flog nach links ins Seitenaus.

Ein zweites Mal lag der Ausgleich beim krassen Fehlpass von Torhüter Andre Alves Lopes in der Luft. Im letzten Moment konnte Wedel Klaas Kohpeiß ausbremsen (29.). Doch alle, die über den Keeper schimpften, verstummten in der 35. Minute. Da lenkte Alves Lopes den Ball beim tollen Schuss von Felix Schuhmann mit einer Sensationsparade um den Pfosten. Auch wenn er beim 1:2 – Schuss durch die Beine – nicht die beste Figur abgab, verdiente sich der Wedeler Schlussmann diesmal eine gute Note.

Genau so viel Spaß machte Jaques de Oliveira, der tolle Tricks in Einklang mit Spielverständnis brachte. Das gesamte Stadion applaudierte beim gekonnten Versuch, Victorias Torwart Dennis Lohmann mit einem „Heber“ aus 35 Metern zu überwinden. So ein gutes Gespür für die Situation hat auch nicht jeder. Lohmann witterte allerdings die Gefahr und fing den Ball unter großen Anstrengungen ab (42.).

In Überlebensgröße hängen Plakate mit den Konterfeis von 23 Victoria-Spielern am Fangzaun. Die eigenen Gesichter vor Augen boten die Gastgeber eine zwingende zweite Halbzeit. Die Chance auf eine Überraschung hätte wohl nur bestanden, wäre Tim Vollmer der Ball in in Linksaußenposition nicht über den Spann gerutscht (78.). „Das war ein sicheres Tor. Den muss ich machen“, ärgerte sich der Mann, der die letzten Minuten anstelle des ausgewechselten Marlo Steinecke die Kapitänsbinde trug. „Abhaken und Kräfte sammeln“, lautet jetzt das Motto in Schulau. Nach einer Pause am kommenden Wochenende, das der Verband für Nachholspiele reservierte, warten schier übermächtige Gegner im Oddset-Pokal (Eintracht Norderstedt) und in der Punktrunde (Altona 93). Danach kommen die entscheidenden Spiele um den Klassenerhalt.