Pinneberg
Turnen

Einrad-„Oldies“ zeigen Meisterkür auf Kreis-Schau

Die Einradfahrer des EMTV sind einer der Höhepunkte  der Kreisturn- und Gymnastikschau.

Die Einradfahrer des EMTV sind einer der Höhepunkte der Kreisturn- und Gymnastikschau.

Foto: Thomas Maibom

Einradgruppe des EMTV und alle weiteren Mitwirkenden begeistern bei Kreisturn- und Gymnastikschau. 2020 folgt die nächste Auflage

Elmshorn.  Die Lacher hat Matthias Müller von den Einradfahrern des Elmshorner MTV auf seiner Seite. Auf die Frage von Show-Moderator Andreas Weber, ob und wann Interessierte zum Training bei Müllers „Montagsfahrern“ vorbeikommen könnten, antwortet der Trainer „Sonnabends, 9 Uhr, Realschule Probstenfeld“.

Hinter den Kulissen der Kreisturn- und Gymnastikschau klärt Matthias Müller auf: „Unser Kerntraining ist am Montag, aber sonnabends bieten wir Training für alle an“, sagt Müller. Mit seinen 39 Jahren ist er der Jüngste im Team – und doch schon Kapitän. Als solcher führt er seine Matrosen durch die Show. „Das ist unsere Kür, mit der wir in Kappeln Landesmeister geworden sind“, sagt Müller stolz. Die Deutschen Titelkämpfe eine Woche zuvor in Norderstedt haben die „Montags­fahrer“ ausgelassen. „Das ist über unserem Niveau“, gibt Müller zu. Immerhin fahren in seiner Gruppe Enddreißiger bis Endfünfziger – ungewöhnlich für die junge Sportart Einradfahren.

Die Montagsfahrer sind eines von vielen Highlights bei der „Kreisturn- und Gymnastikschau“. Schon zum 13. Mal findet die Show statt. „Früher haben wir das jährlich gemacht. Doch wir merkten schnell, dass es unsere Kapazitäten übersteigt. Nun findet die Turnschau alle zwei Jahre statt“, sagt Kreisturnverbandsvorsitzende Bärbel Renner. 2016 wurde beim Rellinger TV geturnt, diesmal ist der FTSV Fortuna Elmshorn Gastgeber. Die Elmshorner haben die KGSE-Halle in stimmungsvolles Licht getaucht und geben so den Vorführungen mehr Ausstrahlung.

Gezeigt wird vor der rappelvollen Tribüne – die Zuschauer stehen in Dreierreihen hinter den Sitzplätzen – ein bunter Mix der verschiedenen Turn- und Gymnastikvarianten. Von Leistungsturnern über Jazztanz, Trampolinspringen, Rhönradfahren bis hin zum Einradfahren reicht die Palette der Darbietungen. „Mir hat die Rhönradshow des TV Moorrege gefallen, weil ich so einen Respekt vor dem Turnen in dem Rad hab. Und dann die Tanzgruppe „Tamilé“ von den Gastgebern“, sagt Bärbel Renner.

Letztere waren vor Wochenfrist beim „Rendezvous der Besten“ des Deutschen Turner-Bundes in Worms gestartet und sind mit der Bewertung „Sehr gut“ zurück gekommen. Aber auch die Showgruppe von SuS Uetersen, die in ihren Schneeflockengleichen Kostümen mit über 20 Mädchen die Eiskönigin vertanzt, wissen zu begeistern oder die „Marschmädels“ vom TV Haseldorf, die mit 30 Kindern einen bunten Mix aus Tanzen, Turnen und Rhythmischer Sportgymnastik zeigen.

Horster Tanzmäuse stellen ihr Training zum Jahresende ein

Doch bei all den fröhlichen Darbietungen gibt es auch etwas Betrübliches. Der MTV Horst stellt zum Jahresende das Angebot seiner „Horster Tanzmäuse“ ein. Es sei zu teuer, lässt der Verein wissen. „Kinder sind uns heute scheinbar nichts mehr wert“, kommentiert die Horster Übungsleiterin Eveline Lutz das gestrichene Angebot ihres Vereins.

Bärbel Renner fühlt mit der Übungsleiterin mit. „Turnen bietet eine optimale Grundlage für alle anderen Sportarten. Die Kinder werden motorisch, athletisch, koordinativ, konditionell und konzentrativ ausgebildet. Da können alle Schüler, aber auch Fuß- und Handballer nur von profitieren, wenn sie eine turnerische Grundausbildung erhalten“, wirbt die Kreisvorsitzende für das bunte Angebot und den Erhalt ihrer Sportart.

So richtig Zeit zum Durchschnaufen hat Bärbel Renner aber noch nicht. Am kommenden Sonnabend findet beim TV Moorrege das Nikolaus-Turnen statt. Über 100 Turnerinnen haben für den P-Stufen-Wettkampf gemeldet, der um 10 Uhr beginnt. Danach ist das Wettkampfjahr im Kreis Pinneberg beendet.