Pinneberg
Basketball

US-Amerikaner Ryan Logan entscheidet Brüderduell

Ryan Logan erzielt in der ersten Halbzeit nur sechs Punkte. In weiteren 20 Minuten kommen 20 dazu

Ryan Logan erzielt in der ersten Halbzeit nur sechs Punkte. In weiteren 20 Minuten kommen 20 dazu

Foto: Frederik Büll

Rist-Topscorer macht 15 Punkte im Schlussviertel gegen Oldenburg, dem Spiel von Justus gegen Jacob Hollatz. Wedel zu Hause ungeschlagen.

Wedel.  Im Vorfeld der Partie lag die Aufmerksamkeit auf Rist-Basketballer Justus Hollatz (17), der mit den Wedelern auf die Baskets Juniors/Oldenburger TB und seinen Bruder Jacob (20) traf. Der SC Rist setzte sich mit 86:80 (45:42) durch. „Auf jeden Fall ist das ein besonderes Spiel für mich. In der letzten Saison haben wir zweimal gegen Oldenburg verloren. Nun haben wir mal gewonnen“, sagte der glücklichere der beiden Hollatz-Brüder.

Aufbauspieler Justus, der als Doppellizenz-Akteur auch beim Kooperationspartner Hamburg Towers (Pro A) spielt, kam auf 30:27 Minuten Einsatzzeit, erzielte neun Punkte und legte vier Korberfolge auf. Jacob, ebenfalls Point Guard, war für 12 Punkte und drei Assists verantwortlich. Wer denn nun der bessere von beiden sei? Justus gibt sich diplomatisch: „Das kann ich nicht sagen, das weiß ich nicht.“

Die Familienzusammenführung endete dann auch schon knapp 20 Minuten nach Spielende wieder. Jacob stieg mit einer Niederlage im Gepäck in den Teambus gen Niedersachsen und musste auf einen Heimatbesuch in Harburg verzichten.

Wedels US-Amerikaner Ryan Logan hatte mit einem Gala-Auftritt –
26 Punkte, fünf Rebounds, drei Steals, einem Block und viel Leidenschaft – ohnehin dafür gesorgt, dass vielmehr er im Mittelpunkt dieser spannenden Partie stand. 15 Punkte erzielte der Power Forward im letzten Viertel, darunter waren vier Drei-Punkte-Würfe und drei Freiwürfe. Sieben Minuten vor dem Ende traf er aus der Ferndistanz
zum 69:61, anschließend zum 72:61.
Doch die Gäste – Nachwuchsschmiede des Bundesligateams EWE Baskets Oldenburg – ließen ebenfalls die Dreier hageln, sodass es 2:40 Minuten vor Schluss wieder 77:77 stand.

Den Rückstand von 77:80 egalisierte Logan per Dreier, versenkte in der Folge noch einen Freiwurf und schmiss den Ball 13 Sekunden vor dem Ende nach Steal von Justus Hollatz zum 84:80 durch den Ring. Marius Behr setzte per Dunking noch den Schlusspunkt. „Ich habe mich gut gefühlt, weil ich zuvor schon ein paar Würfe getroffen habe. Aber die Pässe von Mario Blessing oder Justus vor dem Abschluss waren auch gut. Ich habe dann nur noch den Job zu Ende gebracht“, sagte der US-Amerikaner bescheiden.

„Am Ende hat Ryan Verantwortung übernommen, diese unglaublichen Schüsse getroffen und uns den Sieg gebracht. Aber aus meiner Sicht war das ein Sieg der Mannschaft“, sagte Rist-Headcoach Felix Banobre.

Vier Stunden vor Spielbeginn hatte sich Rist-Center Aurimas Adomaitis mit Grippe abgemeldet, der ganze Matchplan musste geändert werden, um im Teamverbund den Ausfall des Leistungsträgers defensiv und offensiv unterm Korb aufzufangen. Es war eine große Energieleistung aller Rist-Spieler, auch wenn das Team von Oldenburger Konzentrationsproblemen und fehlender Spritzigkeit (25 Ballverluste) profitierte, nachdem der Großteil des Kaders tags zuvor schon in der 1. Regionalliga (TSG Westerstede) gespielt hatte.

Für den in der Steinberghalle in vier Spielen noch ungeschlagenen
Tabellenzweiten SC Rist geht es an diesem Sonntag in Münster weiter.

Viertelergebnisse: 24:17, 21:25, 21:14, 20:24 SC Rist (Punkte): Ryan Logan (26), Lars Kamp (19), Mario Blessing (15), Malo Valérien (11), Justus Hollatz (9), Marius Behr, Jan-Christian Both, Linus Hoffmann (je 2).