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SV Rugenbergen: Die Rückkehrer bringen den Erfolg mit

Pascal Haase bejubelt seinen ersten Treffer gegen Altona 93

Pascal Haase bejubelt seinen ersten Treffer gegen Altona 93

Foto: KBS-Picture Kalle Meincke / KBS-picture

Fußball-Oberligist aus Bönningstedt stürzt mit aufgefülltem Kader den bisherigen Tabellenzweiten. Pascal Haase trifft gleich zweimal

Bönningstedt.  Der 28. Oktober 2018, ein 2:1 (0:0) über den bisherigen Tabellenzweiten Altona 93. Der Tag, an dem die Saison für die Oberliga-Fußballer des SV Rugenbergen wahrscheinlich noch einmal von ganz vorn begann.

Hatte Trainer Thomas Bohlen zwischendurch auf bis zu acht potenzielle Stammkräfte verzichten müssen, so fehlten diesmal „nur“ noch Keeper Jannis Waldmann (Wadenzerrung), Dennis von Bastian (Knorpelschaden), Steven Tegeler (Kreuzbandriss) und Konstantinos Kordistos. Broder Hansen beim erstem Startelf-Einsatz sowie die längere Zeit verletzten Sergej Schulz und Sven Worthmann gaben der Defensive eine ganz andere Stabilität als zuvor die Youngster Pascal Gerber und Boamah Rüster. Taktik-Fuchs Bohlen kann endlich beginnen, sein Lieblingssystem mit variabler Fünfer-Abwehrkette – diesmal nach der Pause praktiziert – zu perfektionieren. Vorne glänzte der zweifache Torschütze Pascal Haase mit edler Schusstechnik.

Pascal Haase wird als Typ und als Torschütze gefeiert

Die SVR-Kids lieben ihn und feierten ihn unter dem Tribünendach. „Weil er nicht nur ein guter Fußballer ist, sondern auch ein supernetter Typ“, sagten Medard, Valentin (4. C-Jugend), Jella (2. C/alle 13) und Noah (2. D/11) übereinstimmend. Allerdings dachte Haase nicht im Traum daran, zum Gegner nett zu sein. Nach einem Pass von Sebastian Munzel – als von Bastian-Ersatz gefordert und keineswegs überfordert – schoss Haase den Ball aus Rechtsaußenposition wuchtig in die linke Ecke (1:0/74.). Als ihm Gegenspieler Abdullah Yilmaz den Ball vor die Füße stolperte, bedankte sich der zweifache Torschütze für den unfreiwilligen Doppelpass mit einem raffinierten Schlenzer in die linke Ecke (2:1/82.).

Sein Name ist Haase und er weiß, wo das Tor steht. Begeistert und mit einer innigen Umarmung nahm Trainer Bohlen den Mann, der das Spiel mit seinen entscheidenden Aktionen würzte, bei dessen Auswechselung an der Seitenlinie in Empfang. „Das Vertrauen, dass ich ihm entgegenbringe, hat Pascal in diesem Spiel zurückgezahlt.“

Jubelszenen spielten sich hinterher auch um Broder Hansen ab. „Genial, dass du wieder da bist“, rief einer. Der Innenverteidiger trumpfte nach fast dreimonatiger Abwesenheit (Südeuropa-Reise) so auf, als wäre er nie weg gewesen. Nebenmann Sven Worthmann biss trotz Mittelfußverletzung (Haarriss?) auf die Zähne. Das gute Verständnis mit Hansen wunderte ihn nicht. „Wir fahren regelmäßig zusammen mit dem Fahrrad zum Training. Da gibt es kaum etwas, was der eine nicht vom anderen weiß.“

Von Sergej Schultz kann der talentierte Pascal Gerber noch etwas lernen. Nämlich, wie ein kluger Oberligaspieler taktisch foult, ohne den Schiedsrichter zu erzürnen. Und wann man sich sinnvoll nach vorne einschaltet. Das heißt aber nicht, dass die Bönningstedter, am Mittwoch, 14 Uhr, Gast des SV Curslack-Neuengamme, vor Gegentoren gefeit sind. Diesmal wackelten sie in der 53. Minute, als der fehlerlose Torwart Patrick Marciniak bei einem Scharfschuss gerade noch die Fäuste hochriss. Der Ball tropfte auf die Querstange.

Sechs Minuten später rutschte der Ball Niklas Siebert (früher SV Halstenbek-Rellingen) nach Flanke von rechts in aussichtsreicher Position über den Spann. Dafür lieferte Siebert in der 76. Minute per Flachpass die erweiterte Vorarbeit zum 1:1 von Andy Akoteng-Bonsrah, der mit dem Rücken zum Tor viel Gefühl im großen Zeh bei der Chancenverwertung verriet – genau wie Pascal Haase. Zu bieten hatten auch die Gastgeber einiges, etwa in der 25. Minute, als Munzel dem Altonaer Keeper Tobias Grubba eine Glanzparade abverlangte. Und nach einer Stunde, als Patrick Hoppe den präzisen Flankenball von Munzel über das Tor köpfte. Kurios: Haase lag nach einem Zusammenprall mit William Wachowski zwei Minuten am Boden und musste abseits des Rasens versorgt werden. Zurück im Spiel war seine erste Aktion das 1:0. Die Partie, die ein bisschen zu versanden drohte, wurde schlagartig spannend.

Tore: 1:0 Haase (74.), 1:1 Akoteng-Bonsrah (76.), 2:1 Haase (82.).
Schiedsrichter: Timm (SC Egenbüttel). Zuschauer: 240. Unterhaltungswert: mittel.
SVR: Marciniak – S. Schulz, Worthmann, Hansen, Lohrke – Jeong, Rühmann – Munzel, Zarei – Haase (90. Scholz), Hoppe.