Pinneberg
Fussball

Der SV Rugenbergen schnuppert am Sieg

Foto: KBS-Picture Kalle Meincke / KBS-picture

Nach einer zwischenzeitlichen 4:2-Führung bei Teutonia 05 verlieren die Bönningstedte noch 4:5. SVR-Kapitän Worthmann übt Selbstkritik.

Bönningstedt.  „Zwei mach’ ich noch rein“, entgegnete Raoul Bouveron den jugendlichen Zuschauern Magnus (13) und Carlo (12), die ihn nach dem Treffer zum 4:2 des SV Rugenbergen aufforderten, sich auf dem Weg zur Mittellinie zu beeilen. Dazu konnte es wegen Bouverons Auswechselung nicht mehr kommen. Am Ende bejubelten beide Nachwuchskicker von Teutonia 05 ein Spektakel. Die Ottenser Oberliga-Fußballer drehten den Rückstand gegen die Bönningstedter in ein 5:4 (1:1).

SVR-Manager kündigt Belohnung für gute Arbeit an

„Dieses Jahr gab es keine Barkassenfahrt. Zum Ausflug in die Niederlande kommt es auch nicht. Wir werden etwas anderes für das Team auf die Beine stellen, eine zünftige Feier vielleicht. Trainer und Spieler machen nämlich einen guten Job“, kündigte SVR-Manager Andreas Lätsch an.

Diesmal war der Job aber nicht gut genug. Umzingelt von Reportern stellte sich Sven Worthmann der alles entscheidenden Frage. Was wäre gewesen, hätte der Innenverteidiger und Kapitän in der 74. Minute vor dem eigenen Strafraum nicht den Ball im Zweikampf an Nick Gutmann, der daraufhin mit einem Flachschuss das 3:4 erzielte, verloren? Worthmann übte Selbstkritik. „Dann wäre vermutlich nicht dieses Chaos entstanden und wir hätten dieses Spiel nach Hause geschaukelt. Ich ärgere mich total, dass ich die Situation nicht anders gelöst habe.“ Zu klären wäre noch, ob er möglicherweise von Gutmann gefoult worden war. Worthmann: „Ich hatte einen Tritt an die linke Wade abbekommen. Aber damit will ich mich nun nicht herausreden. “

Am Stadion-Ausgang führte Sergej Schulz Schäferhündin Frieda spazieren. Der überragende Rechtsverteidiger der vergangenen Saison muss wegen einer Überdehnung im Knie, Innenband und vorderes Kreuzband, weiterhin pausieren. Von der rechten SVR-Abwehrseite kam der Flachpass in die Mitte, die Gutmann in der 87. Minute zum 5:4 verwandelte. Doch auch links stellten sich Fehler ein. Jan Düllberg leistete sich einen unnötigen Ballverlust, der Andreas Lätsch nach dessen Mallorca-Urlaub auf die Palme brachte. Pascal Eggert lieferte die Flanke, die Aytac Erman gegen die Bewegung von Keeper Jannis Waldmann zum 4:4 einköpfte. Es wird wohl doch Zeit für die Rückkehr von Broder Hansen. Der kopfballstarke Innenverteidiger beendet bald seine zweimonatige Auszeit, die er ausdrücklich mit Lätsch und Trainer Thomas Bohlen vereinbart hatte.

Die Wende in diesem turbulenten Spiel gespickt mit Höhepunkten von außen ansehen zu müssen, war für Raoul Bouveron eine Qual. Den Saisonstart hatte der Stürmer wegen einer Sehnenentzündung verpasst. Nach drei Kurzeinsätzen stand er erstmals in der Startelf. Aus Rechtsaußenposition schoss er das 2:1 und aus 18 Metern zentral vor dem Tor das 3:1. Das 1:0 von Patrick Hoppe entstand ebenso aus seiner Vorarbeit wie das 4:2 von Pascal Haase.

Alle Reporter hätten sich wohl um ihn und nicht um Sven Worthmann geschart, wäre es dabei geblieben. „Ich habe in den vergangenen 16 Monaten beim SV Rugenbergen viel dazu gelernt“, sagt der frühere „Chancentod“ über sich. Andreas Lätsch verließ den Sportplatz an der Kreuzkirche fluchend. „Hätten wir so viel Kohle wie Teutonia, würden wir zwei Klassen höher spielen.“ Auf Andeutungen von Sponsor Wolfgang Borchert, es werde beim SVR im Spätherbst „etwas passieren“, reagierte Lätsch gelassen. „Wir stellen uns finanziell und strukturell neu auf, nichts Weltbewegendes.“

Tore: 0:1 Hoppe (7.), 1:1 Holst (10.), 1:2 Bouveron (52.), 1:3 Bouveron (58.), 2:3 Pressel (59.), 2:4 Haase (67.), 3:4 Gutmann (74.), 4:4 Erman (75.), 5:4 Gutmann (87.). Gelb-Rote Karte: Gutmann (Teutonia/90.+2).
SV Rugenbergen: Waldmann – Gerber, Munzel, Worthmann, Lohrke – Jeong - -Rühmann (89. Dampha), Düllberg, Hoppe – Haase, Bouveron (67. Beese).