Pinneberg
Rhönradturnen

Das sportliche Wiedersehen von Schülerin und Lehrerin

Hannah Plewa (13, SV Rugenbergen) stammt aus der Schule von Dagmar Henningsen und wird in Moorrege Siegerin der Bundesklasse AK 13/14

Hannah Plewa (13, SV Rugenbergen) stammt aus der Schule von Dagmar Henningsen und wird in Moorrege Siegerin der Bundesklasse AK 13/14

Foto: Thomas Maibom

Rhönrad-Trainerin Dagmar Henningsen ist nach Jahren beim SV Rugenbergen nun in Moorrege. Der TVM richtete die Kreismeisterschaft aus

Moorrege.  Dagmar Henningsen steht in der Sporthalle am Himmelsbarg und verfolgt das Geschehen bei den Kreismeisterschaften im Rhönrad­turnen. Auf der Übungsfläche ist gerade die 13 Jahre alte Hannah Plewa vom SV Rugenbergen aktiv. Eine Turnerin dieser exotisch anmutenden Disziplin, die die neue Rhönrad-Trainerin des TV Moorrege nur zu gut kennt.

Die heute 57-Jährige war als zentrale Figur verantwortlich für den Aufschwung, den das Rhönradturnen beim SV Rugenbergen genommen hat. Alle erfolgreichen SVR-Turner wie zum Beispiel die Weltmeister Yana und Simon Knapp sind durch ihre Schule gegangen. „Im SVR hat sich aber einiges geändert. Wäre ich dort geblieben, hätte ich mich mental aufgerieben“, sagt Henningsen. Da sie aber dem Rhönradsport erhalten bleiben will, entschloss sie sich schweren Herzens, nach jahrzehntelanger Arbeit im SVR den Verein zu verlassen.

Also auf zu neuen Gestaden. Der TV Moorrege ist seit Jahren eine kleine, aber feste Größe auf der Landkarte der Rhönradturner in Schleswig-Holstein. Anlässlich des 30. Geburtstags der Abteilung wird es in Person von Dagmar Henningsen einen Neustart geben, denn sie ist eine der etabliertesten Trainerinnen dieser Disziplin im Kreis.

Gleich zum Abteilungsjubiläum darf der Verein also die Kreismeisterschaften ausrichten. Der TVM selbst tritt mit überwiegend jungen Turnerinnen an; diese können sich in den Altersklassen nicht auf dem Treppchen platzieren. „Wir sind aber auch erst am Anfang unseres Weges“, sagt Dagmar Henningsen und findet das Ausbleiben von Podestplätzen nicht schlimm.

Die Medaillen gehen an etablierte Turnerinnen von SV Hörnerkirchen, SV Rugenbergen, FC Heede und Kalten­kirchener TS. Die Kaltenkirchener dürfen bei Pinneberger Kreismeisterschaften starten, weil sie der einzige Verein aus dem Kreis Segeberg sind, der Rhönradturnen anbietet, und sie den sportlichen Vergleich mit der Nachbarschaft suchen. Nur Ute Bahner gewinnt Edelmetall für den TV Moorrege. Das ist aber auch einfach. Schließlich ist sie die einzige Starterin in der Altersklasse 40+.

Highlight der Titelkämpfe sind die drei Übungen von Henningsens ehemaligem Schützling Hannah Plewa. Die 13-Jährige ist Deutsche Vizemeisterin der AK 11/12, startet dieses Jahr eine Klasse höher. Da sind neue Elemente erlaubt, die Hannah unter Wettkampfbedingungen üben will. Die talentierte Turnerin startet mit Vereinskameradin Janne Mewis in der Bundesklasse. Dabei müssen sie alle drei Disziplinen (Gerade, Sprung, Spirale) absolvieren. In der Landesklasse ist die Gerade Pflicht, Spirale oder Sprung können ergänzen.

Wie ernst Hannah das mit dem Üben nimmt, zeigt sie bei ihrer Spiralkür. Da muss sie unplanmäßig aussteigen. Normalerweise setzen die Turner anschließend die Übung mit Elementen fort, die nach dem ungeplanten Ablegen des Rhönrades folgen. Doch Hannah zeigt ihre Kür nochmal von Anfang an. „Bei einer Kreismeisterschaft kann man das schon machen“, sagt ihr Trainer Simon Knapp. Hannah hat ehrgeizige Ziele. Sie will, wie ihr Trainer, einmal WM-Starterin werden. Dafür trainiert sie drei- bis fünfmal pro Woche. Eine Intensität, von der die meisten Teilnehmer der Meisterschaften nur träumen können. Bei der KT beispielsweise sind es zwei Einheiten pro Woche, in Moorrege maximal drei. Insgesamt 44 Turnerinnen und zwei Turner haben sich in den Kreis-Wettkämpfen gemessen. Zehn weniger als gemeldet. Die Grippewelle fordert ihren Tribut.

Normalerweise dürfen die Aktiven der Kreismeisterschaft als nächstes bei der Landesmeisterschaft starten. Die hätte dieses Jahr im dänischen Sonderburg stattfinden sollen. Doch die Titelkämpfe wurden in dieser Woche abgesagt; nähere Gründe wurden nicht genannt. „Wir wollen in zwei Jahren einen neuen Versuch wagen und hoffen, dass es dann klappt“, schaut Landesfachwart Dirk Henningsen voraus.

Und für die Aktiven hat der Landesfachwart auch noch ein Wort parat: „Die Ergebnisse der Kreismeisterschaften können als Qualifikation für die norddeutschen Titelkämpfe ebenso
herangezogen werden, wie Ergebnisse, die bei einem anderen Wettkampf geturnt werden.“ Zum Beispiel beim Sonderburg-Cup. Den richtet der TS Sonderburg im April aus. „Wir hatten die Halle eh für die nun ausfallenden Meisterschaften angemietet. Nun machen wir an dem Wochenende unser eigenes Turnier“, sagt Edgar Claussen von der Turnerschaft Sonderburg.