Pinneberg
Billard

Die europäische Spitze ist in Pinneberg zu Gast

Foto: Frederik Büll / HA

256 Akteure, darunter einige Welt- und Europameister, kämpfen im Turnier um 24.000 Euro Preisgeld. Gespielt wird 9- und später 10-Ball.

Pinneberg.  Am 1. März, 24 Uhr, wurde die Online-Anmeldung für die Torservice 24/Billard Beckmann Pinneberg Open 2017 freigeschaltet. Ralf Winkler (46) skypte gleichzeitig mit dem Software-Techniker in der Schweiz – und war live dabei, als die 256 Startplätze innerhalb weniger Minuten vergeben waren. Über 60 Billardspieler mussten vorerst mit der Warteliste Vorlieb nehmen. "Das war schon etwas überraschend, hat uns aber auch sehr stolz gemacht", sagt der Langenhorner Winkler.

Von Donnerstag, 31. August, bis Sonntag, 3. September, findet der mit insgesamt 24.000 Euro dotierte Wettkampf an insgesamt 96 Tischen und fünf verschiedenen Spielorten in der Region (Q-Point Bramfeld, Q-Pub Wandsbek, Queue Billard Pub Barmbek, Queue
Billard Othmarschen) statt. Auch an den 17 Tischen des Pinneberger Billard-Vereins (Haderslebener Str. 4a) treten Open-Starter an. Die ersten Gruppenspiele beginnen am Donnerstag um18 Uhr. Gespielt wird in 32 Gruppen mit jeweils acht Spielern die Variante 9-Ball, im Finalfeld am Sonntag 10-Ball.

Dabei werden nacheinander im Duell die Kugeln beginnend mit der kleinsten bis zur höchsten Zahl versenkt – ein Sieg ist aber auch möglich, wenn beispielsweise die 2 angespielt werden muss, und bei diesem Versuch gleichzeitig die 9 eingelocht wird. Beim 10-Ball ist diese Kombinationsvariante nicht erlaubt. Wer zuerst fünf Spiele gewinnt – im weiteren Turnierverlauf steigert es sich bis auf neun –, hat das Match für sich entschieden. Die Gruppenersten kommen direkt in die Finalrunde weiter, 32 weitere Plätze werden in Vergleichen zwischen den Gruppenzweiten und -dritten ermittelt.

Wie zuletzt auch schon, gibt es ein Damen-Masters. Diesmal kämpfen 24 Frauen um insgesamt 1000 Euro Preisgeld. In diesem Jahr gibt es ein Novum: Die 6. Auflage dieses Turniers ist ein offizielles Event unter dem Dachverband der European Pocket Billiard Federation (EPBF), unter anderem dürfen deshalb Turniere unter der Schirmherrschaft des deutschen Verbandes in diesem Zeitraum nicht ausgetragen werden. Und noch ein Aspekt hat dafür gesorgt, dass die europäische Elite bei den Pinneberg Open antritt. "Es ist bundesweit die einzige Veranstaltung, bei der Ranglistenpunkte für den Mosconi Cup gesammelt werden können. Die ersten Zehn der europäischen Rangliste sind hier dabei", sagt der stellvertretende PBV-Vorsitzende Arne Lorenz (50). Der Mosconi Cup ist vergleichbar mit dem Ryder Cup im Golf. Im Dezember treten die fünf besten europäischen Spieler gegen die Top-5 der US-Amerikaner in Las Vergas an .

Und so liest sich das Teilnehmerfeld in Pinneberg und Umgebung wie ein internationales Who-is-Who der Billard-Szene: Mit dem Österreicher Albin Ouschan kämpft der amtierende 9-Ball-Weltmeister um die 4000 Euro Siegprämie. Die Deutschen Oliver Ortmann
(dreimal Weltmeister, 14-mal Europameister) und der 19 Jahre alte Joshua Filler (Team-Europameister) treten ebenfalls an. Der Niederländer Niels Feijen (zweimal Weltmeister, achtfacher Europameister) gewann die Pinneberg Open bereits dreimal (2012, 2014, 2016) und zählt trotz gerade auskurierter Ellenbogenverletzung erneut zum Favoritenkreis.

Etwa 20 Spieler könne man diesem zuordnen. "Im Billard ist es wie bei vielen anderen Sportarten auch. Die Tagesform entscheidet über Sieg und Niederlage", sagt Winkler. Um den Profis eine bestmögliche Arbeitsfläche zur Verfügung zu stellen, wurden alle Billard-Tische des PBV kürzlich mit neuem Filzstoff bezogen.

Im Vorjahr gab es mit 336 angetretenen Spielern noch 80 Teilnehmer mehr. "Wir wollten den Wettkampf etwas kompakter gestalten und die sportliche Qualität noch steigern", sagt Winkler, der diesen Umstand jedoch keineswegs als Ausschluss der Amateure verstehen will. "Wir haben nach wie vor rund 90 Prozent Amateure im Feld", ergänzt der Eidelstedter Lorenz.

Erfahrungsgemäß seien diese in der Finalrunde, die am Sonntag um
9.30 Uhr mit den verbliebenen 64 Spielern in Pinneberg beginnt, nicht mehr unbedingt vertreten. Am Finaltag wird die Variante auf 10-Ball verändert. Das Endspiel soll um circa um 21 Uhr beginnen. Am Sonnabend startet die Players Night um 20.45 Uhr. Es wird gegrillt, Pasta wird ebenfalls angeboten. "2016 waren circa 300 Leute hier. Es wäre natürlich schön, wenn wir wieder so eine tolle Resonanz hätten", sagt der PBV-Vorsitzende. Zuschauer sind bei den viertägigen Pinneberg Open jederzeit willkommen. Der Eintritt ist frei.

Wie schon im Vorjahr gibt es online Live-Übertragungen von drei Tischen. Unter www.orangeforks.com können Fans, die nicht live vor Ort sein können, Bewegtbilder sehen. Die Spiele am Haupttisch werden live kommentiert. Seit 2011 gibt es diese Veranstaltung der Billard-Elite in Pinneberg. Zwei Jahre später ließ ein Großfeuer den jährlich stattfindenden Cup einmal ausfallen.

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