Pinneberg
American Football

Ein Vorbereitungsspiel muss den Fighting Pirates genügen

Running Back Cody Coleman (links) überzeugt im Testspiel gegen die Blue Devils auf ganzer Linie und erläuft zwei Touchdowns

Running Back Cody Coleman (links) überzeugt im Testspiel gegen die Blue Devils auf ganzer Linie und erläuft zwei Touchdowns

Foto: Michael Stemmer

Elmshorner Regionalliga-Footballer fiebern nach 29:27-Sieg über die Blue Devils dem Saisonstart entgegen. Am 6. Mai geht’s zu Hause los

Elmshorn.  Jörn Maier ist ein erfahrener Footballtrainer. Der 45-Jährige weiß, welche Anforderungen dieser athletische, extrem körperbetonte Mannschaftssport an sein Team, die Elmshorn Fighting Pirates, stellt. Einfache Blessuren sind da an der Tagesordnung, schwere und dabei mehrwöchige Ausfälle nach sich ziehende Verletzungen nichts Ungewöhnliches. So kann ein zu Saisonbeginn noch in vollem Saft stehender und zahlenmäßig beeindruckender Kader im Verlauf der Punktrunde leicht an Konkurrenzfähigkeit einbüßen.

Grund genug für den „alten Hasen“ Maier, es in der Vorbereitung auf die Regionalliga Nord ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Denn es geht um viel. Nach dem vergeblichen Versuch in der Serie 2016 wollen die Elmshorner nun im zweiten Anlauf den Sprung zurück in die GFL2, die zweithöchste deutsche Spielklasse dieses US-amerikanischen Nationalsports, schaffen. „Wir haben zwölf Partien in der regulären Saison zu bestreiten. Deshalb belassen wir es in diesem Jahr bei nur einem Vorbereitungsmatch“, sagt Jörn Maier.

Und mit dem einzigen Testspielgegner, den Hamburg Blue Devils, haben die Fighting Pirates alles richtig gemacht. Zum einen konnten die Hamburger, die sich im Zuge ihres Neubeginns immerhin wieder in die Oberliga hochgearbeitet haben, als viermaliger Deutscher Meister und dreifacher Eurobowl-Gewinner rund 650 Zuschauer ins Krückaustadion locken. Eine Kulisse, die dem Auftritt der beiden ambitionierten Mannschaften einen würdigen Rahmen verlieh.

Und diese stimmungsvolle Spieltagsatmosphäre produzierte sogleich auch das erste Erfolgserlebnis für die Fighting Pirates. Nach über zweieinhalb unterhaltsamen Stunden stand der 29:27 (15:6, 7:7, 0:7, 7:7)-Heimsieg der Elmshorner fest. Ein Endergebnis, das gut für die Psyche ist, mehr dann aber auch nicht.

Headcoach Maier hatte schon vor dem Match durchblicken lassen, dass die Zielsetzung eine andere sein würde, als das bestmögliche Resultat auf dem Scoreboard zu erzielen. „Natürlich bin ich froh, dass wir gewonnen haben; aber ich habe viel gewechselt, alle Neuzugänge haben gleich mitgewirkt“, sagt der Trainer, dem laut Mannschaftsliste 55 Akteure zur Verfügung stehen. „Wir haben viel ausprobiert und werden nun die begangenen Fehler analysieren.“

Doch zu Maiers Freude gibt es trotz des sofortigen 0:6-Rückstands nach einen Kickoff-Return-Touchdown auch einige positive Erkenntnisse zu verbuchen. So deutet sich an, dass der US-amerikanische Running Back Cody Coleman als Neuzugang ein echter Gewinn für den Nordzweiten der Vorsaison ist. Das agile Kraftpaket tankte sich gleich zweimal im ersten Spielabschnitt durch die Abwehrformation der Gäste und trug den Ball für Touchdowns in die gegnerische Endzone.

„Dabei haben die Blue Devils eine gute Mannschaft und könnten schon jetzt gut in unserer Liga mitspielen“, sagte Jörn Maier, der auch einen weiteren Faktor ausgemacht hat, weshalb es gegen die Hamburger nicht noch besser lief. „Bei uns waren viele Unkonzentriertheiten drin. Sowohl in der Offense als auch in der Defense; die Abstimmung passte teilweise nicht.“

Noch bis zum 6. Mai hat Maier nun Zeit, um an diesen Punkten zu feilen. Dann empfangen die Fighting Pirates um 15 Uhr die Oldenburg Knights im Krückaustadion zum ersten Punktspiel.