Pinneberg
Fussball

Hallenkick ganz laut: Die Tribüne bebt beim VfL Pinneberg

Stimmung pur ist auf der Tribüne der THS-Halle angesagt, wenn es beim Traditionsturnier des VfL Pinneberg auf dem Feld zur Sache geht

Stimmung pur ist auf der Tribüne der THS-Halle angesagt, wenn es beim Traditionsturnier des VfL Pinneberg auf dem Feld zur Sache geht

Foto: Meincke

An diesem Donnerstag beginnt der 7. Bert-Meyer-Cup mit der ersten Qualifikation. Der Sieger 2017 steht am Sonnabend um 20 Uhr fest

Pinneberg.  Bernd Rasmus (56), der gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Sven (44) seit Juli 2016 die Kreisliga-Fußballer des SuS Waldenau trainiert, spricht allen Beteiligten aus der Seele. Erstens: „Wir wollen Spaß haben. Das schließt aber den Erfolg nicht aus.“ Zweitens: „Der Ehrgeiz darf nicht dahin führen, dass Spieler zu Schaden kommen. Verletzte hatten wir im zurückliegenden Jahr schon genug.“

Sein Wort in die Ohren von etwa 260 Protagonisten, die sich in 28 Teams zum 7. Bert-Meyer-Cup des VfL Pinneberg in der Sporthalle der Thedor-Heuss-Schule angemeldet haben. Ohne Reibereien geht die inoffizielle Kreismeisterschaft im Hallen-Fußball nämlich nur selten über die Bühne. Sogar dem erfahrenen Turnier-Organisator Roland Lange kroch vor einem Jahr, als sich im Endspiel des zweiten Turnierabends Spieler schubsten und Zuschauer über die Barriere kletterten, der Schweiß auf die Stirn. „Da kriegst du doch einen Herzinfarkt.“

Am Ende schwärmten dann aber alle von drei tollen Tagen in der Kreisstadt mit dem Wedeler TSV als Sieger im Finale über die Gastgeber (2:1). Sven Rasmus hatte sich 2015 einen Vorgeschmack verschafft. „Da war ich mit meinem Bruder noch Trainer in Hamburg und am dritten Turniertag nur Besucher. Mir hatten gleich das temporeiche Spiel über die Banden und die prickelnde Atmosphäre gefallen.“

Die Zuschauerzahlen bewegen sich stets zwischen 1400 und 1600 Personen (an drei Abenden) in der Sportstätte am Thesdorfer Weg. Die Kicker genießen die ungewohnt hohe Phonzahl, die ihre Aktionen begleitet. Da kommt es auch einmal zu Fehltritten. Von einem absichtlich ausgelösten Feuerwehr-Fehlalarm, demolierten Waschräumen, einem absichtlichen Ballwurf in die Zuschauermenge und Bierbechern, die deshalb aufs Parkett flogen, war alles schon dabei. Für den SuS Waldenau geht es darum, an die fünf Siege 2003, 2005, 2006,2012 und 2014 beim ersten Qualifikationsturnier anzuknüpfen.

Pinneberg Süd eröffnet das Turnier heute um 16.45 Uhr gegen Pinneberg Nord (Sportfreunde), Außerdem gehen in der Gruppe A Kickers Halstenbek, VfL III und Tangstedter SV an den Start. Als Anwärter auf den ersten Platz am ersten Abend gilt aber vor allem Kreisklassen-Spitzenreiter Rasensport Uetersen mit etlichen ehemaligen Akteuren des TSV Uetersen, der 2016 das Neunmeterschießen um den dritten Rang gegen den SV Rugenbergen gewann. Im Punktspielbetrieb musste Raspo ganz unten anfangen, auch beim Bert-Meyer-Cup. In den Gruppenspielen über jeweils zehn Minuten stellen sich dem Favoriten Gencler Birligi, Holsatia/EMTV, TuS Borstel und TuS Appen in den Weg.

Das siegreiche Team wird auch am zweiten Abend (Freitag) mit Beteiligung des SC Egenbüttel, Kummerfelder SV, TuS Hemdingen-Bilsen und TuS Hasloh (Gruppe B) sowie VfL Pinneberg II, TSV Sparrieshoop, SC Pinneberg, SC Cosmos Wedel und Hetlinger MTV (Gruppe A) mit von der Partie sein.

Am dritten Turniertag (Sonnabend) tritt dann Oberliga-Aufsteiger Wedeler TSV mit dem festen Vorsatz an, seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Ligaobmann Walter Zessin kann aber noch nicht sagen, ob Kapitän Mark Hinze, der am Freitag aus dem Urlaub zurückkehrt, und Neuzugang Gregor Adler (berufliche Gründe) zur Verfügung stehen. Die WTSV-Asse Eric Agyemang und Marlo Steinecke legen wegen gesundheitlicher Bedenken keinen Wert auf den Termin. Wie motiviert sind die Wedeler, die sich in der Vorrunde, Gruppe B, mit dem SV Rugenbergen (Oberliga), Blau-Weiß 96 (Landesliga), SSV Rantzau und TBS Pinneberg (Bezirksliga) messen, tatsächlich? 2016 flossen die 500 Euro Prämie für den ersten Platz nicht etwa in die Teamkasse, sondern in den Etat...

Gastgeber VfL glaubt, seinem Publikum nach bislang enttäuschender Punktrunde den zwölften Turniersieg schuldig zu sein. Trainer Thorben Reibe bremst aber Spielmacher Jan-Henrik Kaetow aus, der nach überstandenem Muskelfaserriss zu gerne mitmachen will. „Ich glaube nicht, dass ich seinen Einsatz riskiere.“ SV Halstenbek-Rellingen (Oberliga), der FC Elmshorn, die Emporkömmlinge von Union Tornesch (Landesliga) und der Sieger der zweiten Qualifikation warten als Gegner (Gruppe A). 2016 war Vorfreude auf das Duell mit HR nicht angebracht. Der Erzrivale bot nur seine zweite Garnitur auf.