Pinneberg
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Das ist derWunschzettelder Fußballtrainer

Die Oberliga Hamburg ist in der Winterpause. Zeit genug, um Vorhaben für das Erreichen der Saisonziele zu verwirklichen

Pinneberg. Schon am 2. November freute sich die SV Halstenbek-Rellingen über ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Das Verbandsgericht des Hamburger Fußball-Verbandes reduzierte die Sperre von Stürmer Habib Zagre dahingehend, dass der Neuzugang vom Buxtehuder SV schon ab dem 1. Januar und nicht irgendwann im April spielberechtigt ist.

„Vom Himmel hoch, da komm ich her.“ Mit seinen 1,92 ist die Kante aus Burkina Faso der Mann, der in Zukunft die Lufthoheit im gegnerischen Strafraum ausüben und entscheidende Treffer erzielen soll. Bislang waren die Halstenbeker zumeist auf die Tagesform von Tim Jeske angewiesen. Jetzt finden auch die hohen Flanken von Niklas Siebert und Co. einen Abnehmer.

Co-Trainer Matthias Reincke, der als Nachfolger des im Sommer 2017 scheidenden Thomas Bliemeister gehandelt wird, und der neue Manager Oliver Berndt haben klare Vorstellungen, wie der aktuelle Fünftletzte der Oberliga den Klassenerhalt hinbekommt. „Sechser Benjamin Brameier ist unverzichtbar und darf sich nicht wieder verletzen. Verteidiger Robert Hermanowicz findet hoffentlich während der Vorbereitung zu der Form vor seiner Auszeit zurück.“ Das müsste dann reichen, sich zu halten, sagen beide Verantwortlichen übereinstimmend. „Ihr Kinderlein kommet.“ Hermanowicz hatte wegen seiner Vaterschaft eine Babypause eingelegt.

Einen Namen auf dem Wunschzettel des Wedeler TSV hat Oliver Berndt in Gedanken eigenhändig durchgestrichen. Die Halstenbeker lassen den wechselwilligen Innenverteidiger Vincent Ermisch keineswegs schon während der Winterpause zum Tabellenzehnten ziehen, wie sich das der Aufsteiger so wünschte. Berndt kämpft sogar darum, dass Ermisch seine Zusage an den WTSV zurücknimmt und über die Saison hinaus bleibt. Ausgerechnet im Wiederholungsspiel gegen die Halstenbeker (3:0) hatten die Wedeler ihre einzige Saisonpartie ohne Gegentor absolviert. 48 Gegentore in den 18 Partien davor - Ligahöchstwert - rufen Trainer Daniel Domingo auf den Plan. „Wir brauchen unbedingt noch eine Soforthilfe für die Innenverteidigung, am besten einen erfahrenen Mann.“ Andere im Club sehen zudem ein Torwartproblem, doch Domingo setzt auf den Lerneffekt und ziert sich, den jungen Lucas Albracht und Niklas Marten das Vertrauen zu entziehen. Keine Wünsche ließen bislang die Offensivleistungen offen. Mit Eric Agyemang, Hendrik Ebbecke, Mark Hinze und Marcus Richter sind die Wedeler stark genug für die höchste Hamburger Spielklasse besetzt. Als sinnvolle Ergänzung des Kaders gilt Mittelfeldtalent Gregor Adler, das WTSV-Manager Frank Ockens („Meine erste Saison in Wedel ist bislang Schwerstarbeit.“) Mitte der Woche vom SC Victoria loseiste.

„Macht hoch die Tür, das Tor macht weit.“ Der VfL Pinneberg trifft nämlich oft trotz bester Chancen die Kiste nicht und überwintert auf einem Abstiegsplatz. Trainer Thorben Reibe blickt neidvoll Richtung Roland. Im Sommer wollte er den Feuerlöscher holen, bevor es brannte, und hatte er ebenfalls ein Gespräch mit Agyemang geführt. Doch dann erwies sich die Verpflichtung des früheren Drittliga-Profis als illusorisch. „Für uns zu teuer.“ Das Telefonat war rasch vorbei. Wen und was lässt der VfL-Etat noch zu? Reibe: „Ich nehme jeden, der mir 15 Saisontore garantiert und finanzierbar ist. “

Eventuell wirkt der VfL-Coach bald wieder als Spieler mit

Der frühere VfL-Vorstand Manfred Kirsch äußerte in großer Sorge um das Team einen ganz anderen, persönlichen Wunsch. „Thorben muss wieder als Feldspieler mitmachen. Seine Erfahrung und seine Impulse im Spiel nach vorn fehlen.“

Reibe lässt sein Comeback auf dem Rasen offen. „Ausgeschlossen ist es nicht. Unsere Lage ist so, dass ich alle Möglichkeiten in Erwägung ziehe.“ Ein Problem sei die Gesundheit von Antreiber Jan-Henrik Kaetow (Muskelfaserriss), ohne den die Kreisstädter viermal nacheinander verloren. Dario Ivanko fand trotzdem keinen Platz in der ersten Elf. Der Reservist hat nur den einen Wunsch, in Zukunft häufiger zum Einsatz zu kommen. Wenn nicht in Pinneberg, dann eben woanders. Vielleicht ja beim Niendorfer TSV?.

„Alle Jahre wieder“ gerät der SV Rugenbergen zwischendurch aus dem Gleichgewicht, um sich dann doch auf einem soliden Mittelplatz einzupendeln. Trainer Ralf Palapies formulierte seine Wünsche per Whatsapp aus dem Urlaub: „Max Scholz und Sebastian Munzel mögen ihre Verletzungen überstehen, alle sollen gesund bleiben, so dass wir einen einstelligen Platz erreichen.“ Der Kader sei gut ausbalanciert. „Nick Hallbauer haben wir schon, eventuell kommt noch Tom Lipski von Germania Schnelsen dazu.“ Bis zum 31. Januar - Ende der zweiten Transferperiode - haben die Manager der Clubs noch Zeit, die Wünsche und Ideen der Trainer zu realisieren.

Die Platzierungen der Oberliga-Teams:
9.: SV Rugenbergen (19 Spiele, 34:32 Tore, 26 Punkte),
10.: Wedeler TSV (19, 42:48, 22),
14. SV Halstenbek-Rellingen (18, 22:38, 18), 17. VfL Pinneberg (18, 28:36, 16).