Pinneberg
Quickborn

Der „Macher“ reicht die Zügel weiter

Nach 32 Jahren: Hans-Ulrich Plaschke gibt Amt als Sprecher für reiterliche Belange ab

Quickborn. Er brennt für den Pferdesport und ist in der Reiterszene im Kreis Pinneberg und Hamburg bekannt wie ein bunter Hund – Hans-Ulrich Plaschke. „Seit 32 Jahren bin ich ehrenamtlich als Sprecher für die Reiterlichen Belange in Hamburg tätig, nun ist es Zeit für einen Wechsel“, sagt der rüstige
75-Jährige. Erreicht hat Plaschke für die Reiterwelt viel. 1987 war der Quickborner Mitbegründer der beliebten Hamburger Messe Hansepferd. Die Nordpferd-Ausstellung in Neumünster ist eine weitere Idee des kreativen Kopfes, die sich jedes Jahr im Wechsel mit der Hansepferd präsentiert.

Ideen haben, sie umzusetzen und Probleme aus den Weg zu räumen, lernte Plaschke in jungen Jahren bei der damals mit 600 Angestellten größten international tätigen Hamburger Werbeagentur Lintas kennen. 1985 wagte der Pferdeliebhaber den Schritt in die Selbst­ständigkeit und begann mit der Organisation von Pferdesport-Veranstaltungen. Mit seiner Firma veranstaltete Plaschke 31 Poloturniere, drei internationale Vielseitigkeits-Meisterschaften in Luhmühlen und Fahrturniere in Kisdorf (Kreis Segeberg). Außerdem gründete er die Reitervereinigung Quickborn und war 16 Jahre lang Vorstandsmitglied im Landesverband der Reit- und Fahrvereine Hamburg.

Die enge Verbindung zu den edlen Vierbeinern liegt seit Generationen in Plaschkes Familie, sein Vater züchtete Trakehner in Ostpreußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss sich die Familie dem Hamburger Reitverein an, damals an der Sierichstraße ansässig.
„Hier war es Tradition, gemeinsam Dienstagabends Quadrille zu reiten. Und dieser Kult lebt heute noch im Hamburger Reitverein“, sagt der Quickborner.

Dieses wöchentliche Meeting zur Quadrille Johannistrieb wird seit 1879 zelebriert und ist vermutlich die älteste Zusammenkunft und zudem eine reine Herrenquadrille. Die Reitgemeinschaft der „schwarzen Männer“ wurde von hanseatischen Reedern, Spediteuren und Juristen gegründet. Fantasievolle Reitfiguren gelingen am besten in einer Gruppe mit 16 Teilnehmern. Schwarze Jackets, Stiefel, weiße Hemden, Krawatte, Handschuhe und Melone gehören zur Uniform. „Heute stehen immer noch Disziplin, Tradition und die Liebe zum Pferd im Mittelpunkt“, sagt Plaschke.

Reitveranstaltungen zu entwickeln und eine Art Volksfest mit dem Pferd zu kreieren, sind Themen, die Plaschke immer vorangetrieben hat. So schaffte es der Pferdenarr mit dem damaligen Vorsitzenden des Landesverbands Hamburg, Eberhard Fellmer, 46 Hamburger Reitvereine zu mobilisieren und eine Großveranstaltung auf der Horner Rennbahn für zwei Tage mit Themen zu füllen. „Der Hamburger Speckgürtel war einfach mein Gebiet, besonders Pinneberg, Quickborn und Norderstedt“, sagt Plaschke. Für Quickborn ergriff der Pferdefreund 2008 die Initiative und sorgte dafür, dass die dortige Reitervereinigung vorangetrieben wurde. „Reitwege wurden für fast 80 Ställe im Umfeld und deren 3000 Pferde um- und ausgebaut – mithilfe von Kommunen und Gemeinden. Drei Pferde ergeben einen Arbeitsplatz, also es sind aktuell 1000 Arbeitskräfte“, sagt Plaschke.

Nun vollzieht Plaschke den Generationswechsel. Seine Nachfolgerin wird Beatrice Baumann (46) aus Lübeck,
die in naher Zeit nach Reinbek zieht.
Sie tritt in große Fußstapfen.